molily: die alte geschichte mit winopen (1)

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Hallo, Thomas,

Bei den erfahrenen Usern dieses Forums scheint ja eindeutig die Meinung vertreten zu sein, das Dinge wie durch Javascript kontrollierte Fenstergroessen, Ausschalten der Toolbars usw. eine Todsuende sind und nur von einer schlechten Website zeugen, da sie dem User die Kontrolle zu entziehen versuchen und durch die Browser Konfiguration sowieso zu blockieren sind usw.

Ich glaube nicht, dass die "erfahrenden User dieses Forums" eine solche pauschale Sicht auf Popupfenster haben, "Todsünde" ist ein wenig übertrieben, wobei die Zahl der sinnvollen Anwendungsmöglichkeiten von Popupfenstern tatsächlich verschwindend gering ist. Die Auffassung, dass ein Popupfenster zum festlegen der Fenstergröße von vornherein zum Scheitern verurteilt ist, findet sich jedoch bei vielen Forumsteilnehmern...

Und ich denke ich kann dieser Meinung mittlerweile sogar problemlos zustimmen, jedenfalls solange wir von Websites sprechen, die als Hauptfunktion die Uebermittlung von Informationen (in Form von Text usw.) besitzen.

Ich würde da keinen Unterschied machen. Verstehe mich nicht falsch, ich mag Netzkunst sehr gerne, welche Hypertext auf eine innovative Art, das heißt anders als beabsichtigt, anwendet, aber es wird auch immer wieder deutlich, dass auch die noch so experimentellste Hypertextanwendung den allgemeinen Regeln der Benutzbarkeit unterworfen ist.
Gewissermaßen ist ein Künstler dazu gezwungen, ein Tafelbild zu malen, wenn ihm nur eine simple Leinwand zur Verfügung steht, über dessen Ränder er nicht hinaus werkeln kann, nicht einmal ein Relief ist möglich, er muss das vorhandene nutzen, um das Möglichste mit den beschränkten Mitteln zu erreichen.

Der Seiteninhalt solcher Seiten sollte sich natuerlich bis zu einem gewissen Grad der Browsergroesse anpassen

Darum kommt man auch nicht umhin, wenn man die Fenstergröße durch ein Popupfenster vereinheitlichen will - alleine der Versuch ist gewissermaßen hirnrissig, da ein Verbindung zwischen der vom Benutzer eingestellten Fenstergröße, der Bildschirmauflösung und der eingestellter Schriftgröße beziehungsweise des Zoomfaktors besteht. Hinzu kommen Taskleisten und sonstige Bildelemente, deren Vorhandensein oder gar deren Ausmaße nicht festgestellt werden können, wodurch sie nicht berücksichtigt werden können. Die Faktoren sind derartig mannigfaltig, dass es für eine Seite mehr oder weniger unmöglich ist, die Größe eines Popupfensters vorzugeben, ohne mit resizable=no großen Schaden anzurichten.

und Funktionen wie Forward und Backwards sind natuerlich auch noetig.

Jeder Versuch, Hypertext zu linearisieren, wird an einem gewissen Punkt scheitern, das ist meiner Meinung nach ein unumgängliches Gesetz.
Mit fällt außer Chräckers Stempelgeheimnis auch keine Seite ein, welche einen linearen Verlauf als zu Grunde liegende Seitenstruktur hat. Nun lässt sich diese Struktur nicht verallgemeinern, die Seite hat ein klares Thema und es gibt keine nebeneinander existierenden, unabhängig voneinander anwählbaren Inhalte.
Im Dunstkreis der Merk Akademie (u.a. Olia Lialina; Dragan Espenschied und andere Studenten) finden sich viele eher lineare-präsentationsartige Hypertextexperimente, beispielsweise http://www.teleportacia.org/war/war.html oder http://www.merz-akademie.de/~dorothee.gestrich/robot/isgoingon/planet.html, wobei selbst diese zweifellos Hypertext sind, da zu großen Teilen auch interaktiv-nonlinear.

Jetzt kommt der heikle Teil: Was aber ist mit Sites die einen anderen Ansatz verfolgen, naemlich den mehr kuenstlerischen, multimedialen Weg einschlagen. Wieso sollte der Webmaster bzw. der Ersteller der Seite nicht entscheiden duerfen in welcher Form die Seite bei dem User erscheint, es ist doch schliesslich auch seine Entscheidung wie die Seite design ist, mit welchem Thema sie sich befasst usw.

Der Seitenautor sollte nicht nur diese Entscheidungs haben, er hat sie sogar größtenteils. Dennoch sollte man sich nicht in der Illusion wiegen, dass diese Freiheit keine Beschränkungen hat, sogar ganz im Gegenteil, trotz der vielfältigen Möglichkeiten über CSS, JavaScript, Bilder und Objekte unterliegt das Ausgabemedium zum Teil aus wichtigen und nützlichen Gründen strengen Limitierungen, die Webseite hat beispielsweise nur bedingt Kontrolle über die Benutzeroberfläche. Eine Webseite ist naturgemäß Bestandteil des Hypertextmediums Web, welches sich *grundlegend* von einer gewöhnlichen Applikation unterscheidet. Daraus resultieren die Eigenheiten, welche das Handwerkszeug für die Reise durch den Hyper(text)raum darstellen und welche aber zwangsläufig zum Ballast werden, wenn man sich von der klassischen Vorstellung einer Webseite entfernt und das Hypertextanzeigeprogramm als Plattform für eine grafische Präsentation nutzen will - dafür ist es leider nur bedingt gedacht.

Ich spreche hier nicht von 10 Popups mit irgendwelchen Tittenbildern die aufpoppen, sondern schlicht und einfach von einigen Javascript funktionen wie z.b. feste Fenstergroesse, keine Menubar usw.

Ich finde es durchaus verständlich, dass der Autor aufgrund der Gestaltung seiner Seite selbige in einer Art Präsentationsmodus vorführen möchte. Es ist meiner Meinung nach ein enormer Gewinn an ästhetischer Ausdruckskraft, wenn eine Seite den kompletten Bildschirm ausfüllt und die üblichen Browser-Bedienungselemente nicht angezeigt werden. Die daraus folgende Frage ist, ob es gerechtfertigt ist, deshalb dem Benutzer die ihm vertraute Hypertextnavigation zu rauben und die bekannte Funktionalität einzuschränken.
Trotz der Vorteile, die eine feste Fensterbreite und somit die Möglichkeit einer nicht skalierbaren Designkomposition (angenommen, man sieht die Nutzen-Seite) hat, ist es nunmal eine technische Unmöglichkeit, diesem Anspruch mit Popupfenstern gerecht zu werden, daran kann man mit Workarounds drehen, wird sich aber im Endeffekt nicht über diese natürliche Limitierung hinwegsetzen können - zumindest nicht mit den Mitteln, die einer Netzseite zur Verfügung stehen.

Das Fenster ist dann nicht mehr als Website zusehen, sondern als eine Art CDROM Anwendung die eben ueber die Telefonleitung zu einem auf den Screen kommt.

Wieso fragst du den Benutzer nicht danach, wie er die Seite ansehen möchte?
"Bitte drücken Sie F11, wenn Sie die Seite als im Vollbildmodus betrachten wollen, daduch können Sie blabla das kann die Seite nicht leisten blabla..."
Oder: <a onclick="fenster()">Vollbild mit fester Größe</a> blabla benötigt XYZ blabla dadurch blabla, oder lieber <a href="normal.html">zur integrierten Version</a>?

Vielleicht sollte man dort den Anspruch auf totale Kontrolle ueber absolut Alles etwas drosseln und sich entweder drauf einlassen oder eben die Seite schliessen.

Woher weißt du, dass "friss oder stirb" die Art ist, wie der Benutzer von der Seite behandelt werden möchte?

Wieso nicht ausprobieren, ob die Seite doch gut ist, und ob man all diese Freiheit die man sich beim Betreten freiwillig nehmen lassen hat in diesem spezifischen Fall wirklich benoetigt.

Was ist, wenn der Benutzer sich die Seite anschaut und die gewohnten Navigationsmechanismen vermisst?
Von "freiwillig" kann nicht die Rede sein, wenn es keine Wahlmöglichkeit gibt. Falls es Wahlmöglichkeiten gibt, ist diese komplette Diskussion unnötig, so what?

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