molily: Welche Navigatoren soll man unterstützen?

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Hallo,

Laut dem Verein "deutsche Sprache" ist Navigator ein im Deutschen mögliches Synonym für browser.

Der VdS, der Tugenden wie »Sprachloyalität« predigt, schlägt auch hirnrissige Synonyme wie »Netzöffner« vor. Die meisten Übersetzungen sind gezwungen, zum Teil sinnentstellend und zeugen von wenig Einblick in die Materie. Gerade bei IT-Fachbegriffen scheitert der VdS völlig - »websurfer« wird mit »Internetnutzer« übersetzt, »web publishing« mit »Internetpublikation«, World Wide Web (Eigenname!) mit mit der Bedeutung(!) »Weltnetz« übersetzt, während an anderer Stelle der Unterschied zwischen WWW und Internet herausgestellt wird. Gegen einen Großteil der anderen (gelinde ausgedrückt) »freien« Übersetzungen ließe sich auch argumentieren, so sie denn etablierte Kunstbegriffe wortwörtlich eindeutschen, die wörtliche Bedeutung aber keinesfalls der des Ursprungsbegriffes entspricht. »Wellness« ist beispielsweise ein Marketingkonzept, genauso »lifestyle«, »fast food«, »event«, »boygroup« und so weiter. Dahinter steckt mehr als die direkte Bedeutung des Begriffes (und der achso-coole denglische Begriff ist davon wesentlicher Bestandteil).

Abgesehen davon sind die Aussagen dieses Vereins keinesfalls in irgendeiner Weise normativ. Angesichts der Tatsache, dass sich der VdS keineswegs mit Ruhm bekleckert hat, wenn es um das Erarbeiten von kurzen, eleganten und präzisen Übersetzungen geht (das heißt, gegebenenfalls auf eine einfallslose, sinnverfälschende Holzhammerübersetzung zu verzichten), denke ich auch nicht, dass es als Argument gelten kann, dass der VdS »Navigator« vorschlägt (was übrigens nicht deutscher ist als »Browser«, wie wir gelernt haben).

Mathias

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»Das Usenet ist mittlerweile in Teilen unbenutzbar geworden, ein düsterer, mit Glasscherben und Hundescheiße übersäter Spielplatz für Kontroll- und Hassmaniker, deren Neurosen sich gegenseitig ergänzen.« (MH)