Armin G.: Designen fuer Senioren?

Tach auch,

Dr.Web ist hier ja nicht unumstritten (so einige der Tips finde ich auch etwas seltsam), aber manchmal haben sie ja doch interessante Sachen.

Mir ist dort gerade ein Artikel ueber die Beduerfnisse von Senioren aufgefallen: http://drweb.de/webdesign/senioren.shtml (mit ein paar weiterfuehrenden Links, leider im pdf-Format)

Einige der dort genannten Punkte sind sozusagen Standard wenn man eine barrierereduzierte Seite anbieten will (Kontrast, Schriftgroesse etc), andere gehen aber in meinen Augen schon etwas weiter (z.B. Terminologie). Gut, Senioren sind vielleicht nicht gerade die Zielgruppe fuer einen Gaming-Clan, aber fuer viele andere Angebote die auch von Leuten die hier mitlesen entwickelt werden.

Ich weiss das Chraecker immer wieder eine Lanze fuer die Senioren bricht (durch seine Arbeit in dem Senioren-Computer-Club oder wie immer der noch heisst). Aber wie denken die anderen ueber diese Frage? Bedenkt Ihr die Beduerfnisse der "Silversurfer" wenn Ihr Seiten entwickelt? Wie ueberbrueckt man den Spagat zwischen Internet-Terminologie (Sitemap? FAQ?) und auch fuer unerfahrene Surfer verstaendlichen Bezeichnungen?

Gruss,
Armin

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Location: Swindon/Wiltshire/England/UK/Europe/Northern Hemisphere/Planet Earth/Solar System/Milky Way Galaxy/Universe
http://www.ministryofpropaganda.co.uk/
  1. Hi,

    Bedenkt Ihr die Beduerfnisse der "Silversurfer" wenn Ihr Seiten entwickelt?

    Seiten für Senioren ist totaler Unsinn, glaube ich. Jede gute Seite ist für Senioren geeignet. Leider gibt es viele Leute, die wenig Anhung von Webdesign haben, und sich als "Webdesigner" ausgeben (Der Webmaster von prosieben ist für mich eine einzige Krücke).

    Das wichtigste ist, dass die Webseite Ruhe vermittelt, damit sich der Besucher nicht gehetzt fühlt und sich Zeit zum Lesen des Inhaltes lässt. Wie man dies erreicht, ist nun die hohe Kunst des Webdesigns. Farben, Schriftgröße, einheitliches Design (der Besucher muss sich nur einmal gewöhnen), logische Navigation, geschickt plazierte Links etc.

    Wie ueberbrueckt man den Spagat zwischen Internet-Terminologie (Sitemap? FAQ?)
    Sitemap würde ich _vielleicht_ Inhaltsverzeichnis oder Seitenübersicht nennen. FAQ sind die häufig gestellten Fragen.
    email bleibt wohl email, und nicht ePost.

    Mit freundlichen Grüßen
       Dimitri Rettig

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    letztlich hat mans leichter,
    wenn mans selber macht - Münz
    1. Hallo!

      Bedenkt Ihr die Beduerfnisse der "Silversurfer" wenn Ihr Seiten entwickelt?

      Ich denke, wenn ein Rentner den Schritt ins Internet geschaft hat, kommt er auch mit aufklappbaren Menüs zurecht. Nichts anderes wie unter Windows das Startmenü oder im Browser selbst die Menüs wie Datei Bearbeiten, Ansicht etc. Selbst die URL-Zeile klappt sich auf.

      Seiten für Senioren ist totaler Unsinn, glaube ich. Jede gute Seite ist für Senioren geeignet. Leider gibt es viele Leute, die wenig Anhung von Webdesign haben, und sich als "Webdesigner" ausgeben (Der Webmaster von prosieben ist für mich eine einzige Krücke).

      Möchte ich Dir zustimmen.

      Das wichtigste ist, dass die Webseite Ruhe vermittelt, damit sich der Besucher nicht gehetzt fühlt und sich Zeit zum Lesen des Inhaltes lässt. Wie man dies erreicht, ist nun die hohe Kunst des Webdesigns. Farben, Schriftgröße, einheitliches Design (der Besucher muss sich nur einmal gewöhnen), logische Navigation, geschickt plazierte Links etc.

      Hier möchte ich Dir auch zustimmen.

      Ich möchte mal Dr.Web als renterfeidlich bezeichnen. Ich finde die Dr.Webseite sehr unruhig und unübersichtlich.
      IMHO mal gelesen zu haben, das Blau und Gelb keine gute Kombination ist.

      MfG, André Laugks

      --
      L-Andre @ gmx.de
      1. Hallo,

        Ich denke, wenn ein Rentner den Schritt ins Internet geschaft hat,
        kommt er auch mit aufklappbaren Menüs zurecht.

        Falsch ;-) Jemand, der sein Leben lang (das bei Senioren eben etwas länger ist) keinen Computer hatte, braucht gute Gründe, sich jetzt ab 60 noch einen zuhause in die liebgewonnene Wohn-Umgebung hinzustellen. (Zumal das Geld auch immer knapper wird) - Internet ist da der beste Grund. Somit ist "Internet" meist die erste (und einzige) Anwendung, die Senioren kennenlernen. Im nicht unbeträchtlichen Teil werden diese Kisten von den Kindern/Enkelkindern hingestellt, auch nicht selten ausgemsuerte alte PCs. Diese kinder/Enkelkinder nehmen sich aber in der Regel seltens die Zeit und die Geduld für eine Senioren-Laien-verständliche Einführung. Jetzt sitzen also die lernwilligen Senioren vor diesen Kisten und haben schon oft beim anklicken von Links Schwierigkeiten, weil man dabei die Maus sehr ruhig halten muß. (Sonst "dragt" man den Link....) (Ach ja, das ist allerdings Laienspezifisch und nicht Seniorenspezifisch.... Das umgehen mit der Maus ist nicht so leicht)

        Aufklapmenüs haben die meistens noch nie gesehen.....

        Chräcker

  2. Hallo,

    Aber wie denken die anderen ueber diese Frage? Bedenkt Ihr die Beduerfnisse der "Silversurfer" wenn Ihr Seiten entwickelt? Wie ueberbrueckt man den Spagat zwischen Internet-Terminologie (Sitemap? FAQ?) und auch fuer unerfahrene Surfer verstaendlichen Bezeichnungen?

    Wenn es um solche standard internetfachbegriffe wie "sitemap" und "faq" geht und das
    nichtnutzen dieser im bezug auf zugänglichkeit für ältere user, setzt das, meiner
    meinung nach, die einstellung "alte leute haben abgeschlossen mit ihrem lernwillen" vorraus.
    Und das halte ich für völlig falsch wenn alte leutschen sich schon für das medium,
    völliges neuland, interesieren, steckt da auch ein gewisser lernwillen und der willen
    sich mit neuem auseinander zu setzen dahinter, da sollte es wohl kaum an solch
    typischen internetbegriffen scheitern.

    Vieles andere was gern in englisch dargestellt wird (about, pics, guestbook, etc)
    halte ich allgemein für unschön und nicht nur weil ältere leute womöglich probleme damit haben.

    Allgemein sollte man den älteren usern ruhig etwas mehr zutrauen im zusammenhang
    mit der bereitschaft neues zu erfahren.

    Was die darstellung als solches angeht, es gibt auch genug junge leute mit diversen
    schwächen, so dass gute kontraste und co nicht eine notwendige sache für ältere ist.

    Gruss, Jan aus Dresden

    1. Hallo,

      bin Deiner Meinung, auch was die Englischen Begriffe (in Massen) angeht. Es sollte sich allerdings auf die Kennzeichnung eingebürgerter Funktionen beziehen wie E-Mail oder Sitemap. Denglisch wie "welcome auf meiner Homepage" bringen Senioren nicht nur aus ästetischen Gründen ins schleudern. (Nicht weil sie alt sind, sondern man dort die meisten nicht-englischmächtigen antrifft....)

      Aber gerade im Tenor Deines Postings steckt viel Wahrheit. Ich habe im Senioren-Internetcafe, das ich betreue, immer das Problem, das ein wohlmeinder den Doppelklick bei Windows ausgeschaltet hat. Abgesehen davon, das man nun nichts mehr einfach anklicken kann, ohne das sofort was geladen wird, hilft das nicht, den Doppelklick zu lernen ;-) So auch im Internet. Wer nicht lernt, was eine E-Mail ist, kommt auf meinen E-Brief durchsetzten Seiten ganz gut klar, aber ansonsten.... (deswegen habe ich auf meinem letzten Senioren-Seitenprojekt auch ganz bewust E-Mail geschrieben, obwohl ich ja auf E-Brief stehe ;-))

      Chräcker

  3. Hallo!

    http://drweb.de/webdesign/senioren.shtml

    Vor allem die dort verlinkten Broschüren haben mir ausgesprochen gut gefallen. Die Hinweise, die dort gegeben werden, sind nicht nur interessant, wenn man tatsächlich Seiten speziell für Senioren schreiben will, sondern überall. Eine Broschüre erwähnt zwar, dass Senioren vor allem nach Reise- und Gesundheitsinformationen suchen, aber ich gehe davon aus, dass ältere Menschen durchaus die selben Seiten wie alle anderen besuchen, sieht man vielleicht von Clanseiten ab.

    Aber ich befürchte, dass solche Informationen auch falsch aufgefasst werden können, ähnlich wie bei den Nur-Text-Seiten. Abgesehen davon, dass es nicht sinnvoll ist, eine spezielle Version für Senioren zu entwickeln, wäre zum Beispiel eine Schriftgröße jenseits der 12 Punkt für Fließtext nicht zu empfehlen.

    Aber wie denken die anderen ueber diese Frage?

    Wenn man darauf achtet, dann wird auch der Zugang für alle anderen Besucher erheblich erleichtert.

    Wie ueberbrueckt man den Spagat zwischen Internet-Terminologie (Sitemap? FAQ?) und auch fuer unerfahrene Surfer verstaendlichen Bezeichnungen?

    Gewisse Begriffe kann man sicher vorraussetzen (Internet, Browser, Link). Diese könnte man eventuell erklären, aber wenn man statt Link Verweis schreibt, dann stiftet das vermutlich mehr Verwirrung als Nutzen.

    Anders sieht es mit Fachausdrücken aus der Welt der Seitenbastler aus - warum sollte irgendjemand, der sich nicht damit beschäftigt, wissen, was ein Cookie, Javascript oder Flash ist? (In die selbe Kategorie fallen meiner Meinung nach auch gutgemeinte Ratschläge, man solle doch den Browser wechseln.)

    Sitemap und FAQ sind ohnehin problematische Begriffe. Allgemein glaube ich, dass FAQs längst nicht überall dort, wo sie eingesetzt werden, sinnvoll sind und dass man deren Inhalte vielleicht besser in einen »normalen« Text einbauen sollte. Trotzdem - Übersetzungen würden wahrscheinlich nur die übrigen Besucher verwirren.

    emu

  4. Hi Armin G.,

    ich will mal ganz allgemein antworten. Das Design hängt sicher sehr stark von Inhalten und Zielgruppen ab. Wer also einen Pflegedienst, eine Arztpraxis oder etwa eine Altenakademie repräsentieren will, der muss sicher über die üblichen Standards hinaus auf die Bedürfnisse von Senioren eingehen. Die Frage ist allerdings, ob man pauschal davon ausgehen sollte, dass ältere Menschen kein Englisch können und schlechter in der Lage sind, sich in die Materie einzuarbeiten als Schnäppchenjäger[tm] und dumme Jugendliche *g*

    Ich spreche zum Beispiel recht gut Englisch, verstehe Begriffe wie "Sitemap" und "Menü", und kann mit meiner Krücke zudem aus viel größerer Entfernung die Maus schieben als irgendwelche flotten HipHopper. *g*

    Aber im Ernst: Es kommt so ein Bild rüber von alten Leuten, die nichts können, im Schnitt dürfte der Bildungsstand aber besser sein als bei der Pisa-Generation. Die bringen das schon ins Lot, die Rentner. Am Fahrkartenautomat sehe ich gegenüber den meisten Rentnern alt aus *g*

    Viele Grüße
    Mathias Bigge

  5. Hallo,

    (durch seine Arbeit in dem Senioren-Computer-Club oder wie immer
    der noch heisst).

    <www.netzwerk-garath-hellerhof.de>

    ;-))

    Aber ansonsten muß ich mir erst mal Deine Quellen durchlesen, jedoch nicht jetzt, denn ich tapere (Zufall ;-)) jetzt "zu meinen" Senioren, Frühschoppen  (Nein, nicht Früh-einkaufen....)

    Chräcker

    1. Ups,

      ob das meinen Senioren auch pasiert wäre?

      http://www.netzwerk-garath-hellerhof.de/

      Chräcker

  6. Hallo,

    Dr.Web ist hier ja nicht unumstritten (so einige der Tips finde
    ich auch etwas seltsam), aber manchmal haben sie ja doch
    interessante Sachen.

    ich finde diese pauschalisierte Ablehnung gegen dieses Magazin auch immer etwas verdächtig.

    Das was sie zum Webdesign "für Senioren" schreiben ist zwar nicht der Überraschungshit für Leute, die ein bissel nachdenken, aber aus meiner Erfahrung richtig beobachtet. Gerade das einlassen auf die bevorzugte Zielgruppe einer Seite fällt eben einigen doch recht schwer. Wobei schon die Definition einer Zielgruppe noch erstaunlich wenig die Surfer über 50/60 berücksichtigt. Das wird sich noch stark ändern. Zu diesem "einlassen auf die Zielgruppe" gehört auch die Wahl der Ansprache. Bei meinem Seniroenprojekt habe ich gemerkt, das Senioren eben ein ganz andere Sprache sprechen, damit meine ich noch nicht mal die Antipatie englischer Begriffe gegenüber, auch dann, wenn man sie versteht, sondern die Wortwahl und der "Erzählstil".

    Auch die Bildsprache ist eine andere (was mich sogar dazu brachte, widerwillig Clip-Arts einzusetzen ,-)) - Die Ansprache ist genauso wichtig wie eben auch die Anpassung der Navigation an ein Computerunerfahrenes Publikum. (Eben häufig Senioren) - Webseiten für Senioren und Webseiten, die auch von Senioren besucht "werden dürfen" müssen tatsächlich anders gestaltet werden als Webseiten für einen Counterstrike-Clan oder fürs Giga-TV-Publikum. Aber: das sollte eigendlich sowieso jedem klar sein. (Sollte, sollte....)

    Chräcker

    1. Hallo,

      Dr.Web ist hier ja nicht unumstritten (so einige der Tips finde
      ich auch etwas seltsam), aber manchmal haben sie ja doch
      interessante Sachen.

      ich finde diese pauschalisierte Ablehnung gegen dieses Magazin auch immer etwas verdächtig.

      Ich finde, dass die Tiefgründigkeit etwas mau ist. Vielleicht sollten sie mehr ins Detail gehen. So haben Sie nur einen Status von "Easy Linux" und nicht von "ct" oder "ix".

      Mit freundlichen Grüßen
         Dimitri Rettig

      --
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      letztlich hat mans leichter,
      wenn mans selber macht - Münz
      1. Hallo,

        Ich finde, dass die Tiefgründigkeit etwas mau ist.

        das stimmt. Da reihen sie sich in eine ganze Reihe von Printthemen ein. Nur, sie bedienen eben auch ein anderes Publikum. Und wenn ich im Büro meines Vaters mal aufs Klo gehe schnappe ich mir auch mit Freuden die ComputerBild und staune manchmal sogar, das die auch besser als ihr Ruf ist. ;-)

        Chräcker