Sönke Tesch: Hat jemand Erfahrungen mit Hardware + Temperaturen unter Null

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Ich mache mir da auch weniger Sorgen um den Rechner selbst als um den Monitor. Da hat es hohe Spannungen und es springen leicht Funken über. Ich kann da auch nur aus Erfahrung berichten, da ich ein ähnliches Szenario häufiger hatte.

Das "häufiger" "leicht Funken" überspringen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Du sagst das jedenfalls so, als wenn es eine Selbstverständlichkeit wäre, daß da auch mal ein Funken hüpft. Daß Funkenschlag in einem Gerät, das womöglich über 15 Jahre hinweg Staub ansammelt, unter gar keinen Umständen sein darf, dürfte aber doch eigentlich einleuchten.

Wenn dem doch so ist, dann ist das Gerät schlichtweg kaputt oder Du hast grob die Betriebsbedingungen missachtet.

a) Wie Sven ja bereits erklärt hat, ist aufgeheizte Luft grundsätzlich trockener als zu dem Zeitpunkt, als sie noch kalt war. Kondensieren ist somit unmöglich, die Betriebsbedingungen sind während/nach dem Heizen eher noch günstiger.

b) Elektrische Geräte für den Hausgebrauch sind immer bis um die 80% Luftfeuchtigkeit spezifiziert, ein Wert, der durchaus schon als recht feucht und dementsprechend unangenehm empfunden werden kann (optimal: ca. 50%).
Man muß sich schon sowohl rein technisch als auch vom Wohlbefinden her einiges an Mühe geben, bei Zimmertemperatur überhaupt diese Grenze zu überschreiten, von einer vorangehenden ausgeprägten Heizphase mal ganz zu schweigen.

c) Die erste Fläche, an der sich Kondenswasser bilden könnte, ist die Mattscheibe, da sie wegen ihrer Masse am längsten kalt bleibt und direkt der Raumluft ausgesetzt ist. Ein Gerät mit beschlagener Mattscheibe, eines, das also offensichtlich feucht ist, einzuschalten, ist..naja.

d) Die Höchstspannungen an der Bildröhre sind komplett isoliert; dort dringt erst Kondenswasser ein, wenn es wirklich schon in dicken Tropfen am Fließen ist. Die restliche Hochspannung befindet sich an Teilen des Gerätes, die sich zum einen sehr schnell selbst erwärmen und zum zweiten durch ihre geringe Größe auch sehr schnell der Umgebungstemperatur anpassen.

e) So schnell kann eine Heizung garnicht über eine Spanne von 20°C heizen und gleichzeitig ein wie auch immer gearteter Luftbefeuchter befeuchten, daß ein Monitor bei der Erwärmung überhaupt nicht mitkommt und sich Kondenswasser bildet.

f) Wenn sich doch eine nennenswerte Kondenswassermenge im Gerät bildet, dann bildet sie sich auch auf sämtlichen anderen Gegenständen und Wänden in diesem Raum. Sowas nennt man Tropfsteinhöhle und es führt recht schnell zu Schimmel an den Tapeten. Ein Umstand, den im Wohnungsumfeld sicher jeder gerne vermeidet.

Gruß,
  soenk.e

PS: Das man ein kaltes Gerät nicht in ein warmes Zimmer _bringt_ und sofort einschaltet, ist klar.