Hallo Armin,
Womit wir wieder bei der Frage waeren was barrierefrei denn nun eigentlich ist. Einige beschraenken es auf technische Nutzbarkeit fuer in welcher Form auch immer koerperlich eingeschraenkte. Ich beziehe auch die Sprachwahl und aehnliches mit ein. Und zumindest fuer die Zielgruppe die Du oben definierst ist Deine Site in meinen Augen nicht barrierefrei.
Wer ist das, der Barrierefreiheit ausschließlich als technische Nutzbarkeit für körperlich eingeschränkte definiert? Ich kenne niemanden. Denn selbst diejenigen, die barrierefrei nur als behindertengerecht verstehen - und aufgrund dessen alternative Textversionen speziell für »die Behinderten« Seiten usw. schreiben, ohne Barrieren in der urspünglichen Version abzubauen bzw. sie im weitesten Sinne zugänglicher zu gestalten -, vertreten zwangsläufig den Standpunkt, dass geistig Behinderte, Menschen mit Lernschwächen usw. ebenfalls zu der zu berücksichtigenden Gruppe gehören, selbst wenn von den Konsequenzen dieser Einsicht nur die spezielle Seitenversion betroffen ist. Damit fordern sie zwar nicht bestmögliche Verständlichkeit für alle (wie es übrigens schon von der klassischen Usability seit Ewigkeiten gefordert wird, das kam beileibe nicht erst mit der Accessiblity in die Welt) beziehen die besagten Kriterien durchaus in ihre (beschränkte) Konzeption der Barrierefreiheit ein.
Ernsthaft, hast du dich einmal damit beschäftigt, was Accessibility nach den Web-Zugänglichkeitsrichtlinien (vor allem die WCAG 2 definieren den Begriff der Zugänglichkeit meiner Lesart noch breiter und umfassender, was meine bisherige Auffassung bestärkt) bedeutet und umfasst? Ich frage mich nämlich immer, wo du die Standpunkte hernimmst, gegen die du dich wendest. (Das hatten wir schon bei deiner Behauptung, die Appelle von Accessibility-»Anwälten« hätten den Charakter von herablassenden Belehrungen und Vorschriften.) Meiner Erfahrung nach gibt es solche besagten Auffassungen nicht bzw. sie treten zumindest nicht zu Tage und sind nicht nachweisbar.
Natürlich gibt es Autoren, die »für Blinde optimierte« usw. Seiten schreiben, nur beziehen sich diese Autoren in der Regel nicht auf die hier diskutierten Begriffe Barrierefreiheit und Zugänglichkeit sowie die damit verbundenen Komplexe. Diese Trittbrettfahrer haben m.E. wenig mit ernsthaften und in die Tiefe gehenden Bemühungen zu tun, so können sie auch nicht als Maßstab herangezogen werden.
Mathias