Christoph Schnauß: Geldspenden für Sri Lanka - ein Problem ?

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hi,

Auch wenn es nicht ausbleiben wird, daß sich ein paar Geschäftemacher gerade eben mit "privaten" Spendenaufrufen an der Tragik dieser Geschehnisse eine goldene Nase zu verdienen versuchen
Ja, leider, das ist immer so.

Inzwischen gibt es Medienberichte über die mit der Katastrophe eben _auch_ einsetzende Kriminaliät. In Skandinavien, wo man Namen von Vermißten und Toten veröffentlicht hat, sind deren Häuser bereits geplündert worden, und daß es in den "betroffenen" asiatischen Gebieten ebenfalls Plünderungen gibt, war vorauszusehen. Es gibt Telefonhotlines, die vorgeben, Geld für Spenden zu sammeln, aber das einlaufende Geld einfach verschwinden lassen, und es gibt auch Webseiten, die ebenso spekulativ vorgehen oder Dialer setzen.

Dies alles gehört wohl leider immer wieder zu den Begleiterscheinungen solcher Katastrophen.

Andererseits sind die Summen, die als Spendengelder genannt werden, tatsächlich unglaublich. Michael Schumacher tun die zehn Millionnen, die er gespendet hat, nicht weh, und Hollywoodstars, die mal eben eine Million Dollar abdrücken, werden diese Million auch kaum vermissen, zumal man das ja von der Steuer absetzen kann. Daß sie spenden, muß man allerdings hoch achten.

Als es in Dresden das Elbehochwasser gab, konnte ich hinfahren und wenigstens ein paar Kubikmeter Schlamm und Dreck wegschaufeln. Das ist mir leider bei der Katastrophe in Asien nicht möglich.

Ich habe mich bereits zu einem Zeitpunkt, zu dem die Medien noch von knapp zehntausend Toten redeten, mit der Vermutung gemeldet, das könnten am Ende wohl Hunderttausend werden. Heute gibt es eine ernstzunehmende Schätzung der UNO, die 200 000 nennt, "bestätigt" sind bereits deutlich über 140 000. Wenn man das zu "übersetzen" versucht, ist das gleichbedeutend mit einer Atombombe auf die thüringer Landeshautstadt Erfurt.

Grüße aus Berlin

Christoph S.