LX: Mein Wort zum Sonntag

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Aber weißt du wo dein Fehler liegt? Er liegt im "Du betrachtest". Denn: damit du überhaupt betrachten kannst, musst du existieren. Und um zu existieren, muss diese Entwicklung der Menschen - so unwahrscheinlich sie ist - schon passiert sein.

Ob ich nun betrachte oder nicht, die Wahrscheinlichkeit ändert sich dadurch nicht im Geringsten. Nur weil ein Ereignis eingetroffen ist, wird es dadurch nicht mehr oder weniger wahrscheinlich.

Wenn ein Baum im Wald umfällt und unwahrscheinlicherweise niemand zugegen ist, der einer Wahrnehmung mächtig wäre: die Luft ist doch trotzdem in Bewegung versetzt, es entsteht ein Geräusch; den einzigen Unterschied, den ein Betrachter machen kann, liegt in der Bewertung der Betrachtung - und hierbei sollte man sich davor in Acht nehmen, Wunschdenken zum Maßstab der Wertung zu machen, da man sonst Gefahr läuft, sich von der Realität zu trennen.

Gruß, LX

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RFC 2324, Satz 7 (Sicherheit): Jeder, der zwischen meinem Kaffee und mir steht, gilt als unsicher.