Hallo ihr da,
nun kann ich es auch nicht mehr lassen, mich zum Thema zu äußern.
Swen hat heute morgen einen Link auf ein Formular gepostet, durch das Informationen über Webseiten kriminellen Inhalts gepostet werden können:
http://www2.bezreg-duesseldorf.nrw.de/cat/SilverStream/Pages/themenframe?BeitragsID=2071
Ich habe mir dieses Formular angesehen, mich über die Anforderung persönlicher Daten gewundert, gleichwohl aber festgestellt, das dergleichen Angaben optional sind. Interessiert daran, was die denn nun mit solchen Hinweisen machen, rief ich die auf der Webseite genannte Kontaktperson an, die die Kontaktperson mal wieder nicht war. Nichtsdestotrotz verband sie mich mit dem zuständigen Herrn, und der informierte mich folgendermaßen:
Die Stelle dort ist keine Strafverfolgungsbehörde, prüft aber die beanstandeten Links und reicht diese Informationen an die zuständigen Staatsanwaltschaften weiter, soweit Kontakte bestehen, sogar an ausländische.
Angaben zur Person würden in der Regel von den Staatsanwaltschaften gerne gesehen, was aber keine Rolle spielt, wenn die Seite denn tatsächlich Straftatsbestände enthält.
Die Gefahr, zum Beispiel bei Anzeige einer pädophilen Seite selbst in das Kreuzfeuer der Justiz zu geraten, ist dann gegeben, wenn der Anzeigende zu Beweiszwecken Bildmaterial auf seinen eigenen Rechner heruntergeladen hat. Speicherungen im Browser-Cache seien davon aber nicht betroffen. Das Linken auf die kriminellen Seiten ist in jedem, also auch im kritischen Kontext, untersagt.
Aufmerksam gemacht wurde ich zudem auf ein Anzeigeformular des Düsseldorfer lka, wo Angaben zur Person übrigens von vornherein als optional gekennzeichnet sind.
Wenn die von Sabine gesichteten Seiten denn nicht nur ekelerregend sind, sondern tatsächlich Gewalt verherrlichen (Romans Posting macht mich hier zweifeln), dann sollten die entsprechenden Adressen an diese Stelle weitergeleitet werden. Einen Versuch ist es immerhin wert, ob nun mit oder ohne Angaben zur Person.
In gewisser Weise stimme ich Roman zu: Nicht jede Darstellung grausamer Auswirkung von Gewalt ist verdammenswürdig. Es kommt schon auf den Kontext an. Das halb weggeschossene Gesicht eines Mannes aus Brechts Kriegsfibel, die mir im zarten Alter von 12 Jahren in
die Hände fiel, hat meine Haltung zu kriegerischem Handeln wohl wie kein zweites Bild beeinflußt. Und auch die Bilder aus Auschwitz-Dokumentationen, die ich regelmäßig nur unter Tränen betrachten kann, haben ihre Berechtigung, bringen sie doch auch denen, die sich von diesem Geschehen abkehren, das Leid näher und drastisch ins Bewußtsein, daß sie unter anderem durch ihre Ohnemichelhaltung mitverschuldet haben.
Es mag sein, daß es eine Menge Menschen gibt, die sich am Voyeurismus des Ekels aufgeilen können, die Mehrheit ist dies aber nicht, und ich zähle mich nicht zu den pervertierten.
- Wie ist das mit Links auf solche Seiten: zaehlt der Kontext, oder zaehlt der reine Link? Ist der Link auf eine solche Seite juristisch unterschiedlich zu bewerten, abhaengig davon, ob er im verherrlichenden und zustimmenden, oder im ablehnenden und empoerenden Kontext gesetzt wird?
Ein Link auf solche Seiten ist nach meinen Informationen von heute morgen in jedem Falle strafbar, und insofern war das sofortige Löschen des Threads das Gebot der Stunde.
Man könnte eine Liste solcher Links sammeln, die die entsprechenden Informationen an die jeweils zuständigen Stellen weiterleiten. Dann wüßte jedenfalls ein jeder von uns, wohin er sich mit oder ohne namentlicher Nennung wenden kann.
Bei meinen Recherchen nach einigen Figuren der griechisc-römischen Mythologie bin ich durchaus auch auf einige zumindest fragwürdige Seiten gestoßen, in vorheriger Unkenntnis darüber, daß einige Heroen und Heroinen der Vorzeit als Chiffre für bestimmte Sexualpraktiken stehen. Soweit sich dies auf Erwachsene bezieht, die mit ihrem Treiben wechselseitig einverstanden sind, ist das deren Bier. Bei Kinderpornographie, wie sie ein paar Threads weiter unten geschildert wurde, bestünde für mich allerdings kein Zweifel an meiner Verpflichtung zum Handeln.
Die Frage wäre dann, wie diejenigen von uns, die eine solche Linkbörse haben wollen, diese organisiert bekommen. Sollte Sabine sich zum Sammeln bereitfinden, kann sie meiner Unterstützung gewiß sein.
Dabei sollte sich eine solche Seite nicht auf den deutschsprachigen Raum begrenzen. Ich bin mir sicher, solche Stellen gibt es auch in unseren Nachbarländern und selbst in den ach so libertären USA reagiert man auf das Thema Pädophilie (was für ein Ausdruck für die Vergewaltigung von Kindern) mittlerweile mit mehr Sensibilität.
Schließlich gehört das Netz ja tatsächlich uns allen, und wenn Eigentum dann irgendwie verpflichtet, dann hier.
Liebe und sehr nachträgliche Grüße von Uschi, die fürderhin jede miese Seite melden wird.