Hallo Stefan,
wer die Gelegenheit hatte, heute morgen hier im Forum zu lesen, der wird auf einen Thread gestossen sein, in dem ein paar Links gepostet wurden, die, wenn man ihnen folgte, in einem normalen Menschen wohl mindestens Uebelkeit verursachen sollte. Es ging um Seiten, auf denen Bilder von gewaltsam getoeteten und zerstueckelten Menschen zu sehen sind.
Ohne auch nur eine einzige Antwort auf deinen Thread gelesen zu haben, ich bin froh, dass ihr jenen Thread gelöscht habt. Ich habe die Links dort nicht angeklickt, schon allein deswegen, weil mir beim Anblick zerstückelter Menschen schlecht wird, und wer weiss, ob nicht in jenem Moment eines meiner Kinder auf den Bildschirm geguck hätte. Den Browsercache hätte ich dann auch sofort löschen müssen. Und ohne auf deinen angesprochenen rechtlichen Aspekt eingehen zu wollen: Egal, ob Fernsehen, Radio oder Internet, es werden hemmnungslos Grausamkeiten abgebildet, dargestellt, verherrlicht. Wie soll ich das meinen Kindern klarmachen, in einer Zeit, wo es hipp ist, sich in die Tiefen der Hamburger Speicherstadt zu begeben und sich "Hamburg Dungeon" reinzuziehen, wo der abgeschlagene Kopf von Klaus Störtebeker zu bewundern ist, man zusehen kann, wie Menschen im Mittelalter gefoltert wurden oder an der Cholera krepiert sind? "Ey, da brennt Hamburg!" ist von jugendlicher Stimme im Lokalsender zu hören, echt krass hier! Einen Link spare ich mir lieber, suche auch gar nicht erst danach.
- Sollte man Webseiten mit solchem Inhalt konsequent ignorieren, um auf diese Weise zu hoffen, dass sie moeglichst unbekannt bleiben? Oder sollte man im Gegenteil moeglichst laut darauf hinweisen, um so vielleicht zu erreichen, dass sie vom Netz genommen werden muessen?
Ignorieren ist das falsche Wort. Ich sehe sie mir eben einfach nicht an, genau so wenig, wie ich mir Sadomaso-Literatur besorgen würde, auch wenn sie angeboten wird. Ich muss mir auch nicht jeden Horrorfilm angucken. Deswegen gibt es sie trotzdem und wird es sie immer geben, genau wie jene Websites.
- Was zaehlt also mehr: der Versuch, hinzuweisen, aufzuklaeren und etwas zu bewirken, oder der Versuch, z.B. Kinder oder Jugendliche, die ja z.B. auch an Stellen wie hier verkehren, von solchen Webseiten fernzuhalten (wozu auch gehoert, nicht darauf zu linken, auch nicht im anklagenden Kontext)
Ja, was bleibt mir denn anderes übrig als fernhalten? Ich frage mich übrigens ernsthaft, wie Sabine durch Zufall auf diese Seiten gestossen ist. Wenn Sabine ein klein wenig sensibler gewesen wäre, hätte sie die Seiten nicht verlinkt. Nix für ungut, Sabine.
Ich hoffe, ihr habt erst mal Verstaendnis dafuer, dass wir den Thread geloescht haben - wie gesagt, das richtet sich nicht gegen die Initiatorin Sabine, sondern es ist reiner Anbieter-Selbstschutz.
Jede Menge - es geht aber über euren eigenen Schutz hinaus. Zu schützen sind auch die Besucher und Mitleser des Forums. Und sei es vor Übelkeit und Erbrechen.
Viele Grüsse,
Kirsten