Hallo Kerki,
Viel problematischer finde ich sinnverändernde Regeln.
So das Wort Aufwand, aufwendig.
Wörter, ihre Schreibweise und ihre Aussprache sind nicht unabhängig
vom Inhalt, es sind keine zufällig zugeordneten Zeichenfolgen.
Die Bedeutung eines Wortes erschliesst sich oft auch durch Klang
und verbunden Emotionen sowie durch Ähnlichkeiten mit anderen
Wörtern.
Was du hiermit sagen willst, erschließt sich mir nicht so ganz. Von welchen sinnverändernden Regeln sprichst du?
Die alte Schreibung leitet sich vom Verb "aufwenden" ab, die neue hingegen vom Substantiv "Aufwand". Beides ist halbwegs logisch.
Das Verb war zuerst da, und der Aufwand ist nicht ein Haufen
unerlediger Dinge auf dem Tisch, sondern der Aufwand ist die
geleistete (oder zu leistende) Arbeit beim erledigen.
aufwenden bezieht sich auf die Leistung, bei aufwänden mit
der zusätzlichen Assoziation Wand bezieht es sich auf den
mit der Erbringung der leistung geflossenen Schweiss.
Die Bedeutungen durch Verwandschaft zu "wendig" (könnte
vielleicht sogar in Richtung "smart" interpretiert werden,
und klingt jedenfalls nicht träge), geht verloren.
Mir persönlich ist es relativ schnuppe, an welcher Rechtschreibregelung, alte oder neue, man sich hält, Hauptsache, man tut es überhaupt.
Da ich einen inhaltlichen Unterschied sehe ob es eine Wende oder eine
"Wände" in Deutschland gab, was ja nun naheliegt, ist es mir nicht schnuppe.
Wenn ich nun die noch zulässige Form mit "e" nehme, wirkt es altmodisch.
Wenn ich "aufwändig" schreibe, hat das Wort eine andere Bedeutung.
Damit ist ein Wort, eine Bedeutung, aus der deutschen Sprache verschwunden,
neu hinzugekommen ist ein Synonym für "mühsam".
Grüsze
CurtB