Sven Rautenberg: Download erzwingen?

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Moin, Mathias!

ich glaube Michaels Kernargument der wirtschaftlichen Realitäten überzeugt viele Praktiker: Von meinen Auftraggebern würde eine Seite, die im IE 5.X und 6.X nicht korrekt angezeigt wird, nicht abgenommen, auch wenn dort durchaus Leute sitzen, die wissen, woran es liegt.

Natürlich ist das wirtschaftliche Argument immer das stärkere, aber dabei sollte man bitte nicht abschweifen:

Was hat es für einen Sinn, daß der IE dem Mime-Typ "text/plain" nicht traut, sondern speziell untersucht und ggf. je nach gefundenem Dateiinhalt darstellt? Hat es einen wirtschaftlichen Sinn? Nein, kann ich nicht finden. Es produziert Extrakosten, weil für ganz alltägliche Probleme (hier: Download erzwingen) die offensichliche Lösung (hier: Mime-Typ verändern) nicht greifen - und das zu allem Überfluß ausgerechnet im verbreitetsten alles Browser -, so daß zusätzlicher Rechercheaufwand nötig ist. Und mal ganz im Ernst: Helfen tut's eigentlich niemandem.

Aber da wir das Thema gerade so schön allgemein beleuchten... :)

An Sven würde ich vor allem die Frage stellen, ob er uns - ich gebrauche hier bewusst die 1. Person Plural, denn ich denke, wir sind alle für verlässliche Standards - für stark genug hält, in dieser Richtung eine wirkungsvolle pressure group zu sein?

Ich denke schon, daß das SelfForum, aber vor allem SelfHTML, einen sehr sehr großen Einfluß auf die HTML-schreibenden Personen des deutschsprachigen Raumes hat. Insofern wird sich das Schreiben von validen und sinnvoll strukturierten Seiten irgendwann durchsetzen. Und zu diesem Zeitpunkt werden auch Browser zur Verfügung stehen, die sowas umsetzen und verstehen können.

Ich halte das Vorgehen von M$ nicht für dilettantisch, sondern für
ertragsorientiert.

Richtig, und der Erfolg gibt ihnen irgendwie Recht.

Ich denke, die Detailfrage des Mime-Typs dürfte keinesfalls entscheidend gewesen sein, daß der IE eine derartige Verbreitung gefunden hat. :)

- Sven Rautenberg