Moin!
Bei Linux heißt es dann "Neue Kernel-Version" bei M$ halt Service-Pack - im Grund ein Update. Im Falle von C# hat es (allerdings nur in Verbindung mit der teuren IDE) einen echten produktivitätsschub gegeben - besonders mit dem zusätzlich installierten Rational XDE.
Nachteil: Alleine die Software kostet rund 7.000 EUR.
Abgesehen davon kannst Du seit .NET erstmalig kostenlos mit MS-Programmiersprachen entwickeln - nur mal am Rande. Das Framework SDK ist vollkommen kostenlos und bringt alles mit, was Du zum Erstellen kompilierter Programme brauchst - aber keine IDE.
Was heißt denn hier "kostenlos". Das ist doch mal glatt unrichtig. Zum Einsatz von ASP.NET braucht man etwas, was diese Programme an den Browser bringt. Und das ist bei ASP.NET zwingend der IIS. Und den gibts nicht kostenlos, sondern nur verpackt mit einem Microsoft-Betriebssystem - ein Server-Betriebssystem, wohlgemerkt, denn die billigen Client-Packs dürften damit wohl so ihre Probleme haben.
Nehme ich hingegen eine Programmiersprache wie z.B. Perl, PHP, C, C++, Python etc., dann kann ich über Linux und Apache ohne Lizenzkosten entwickeln.
Also...Nicht alles, was von MS kommt ist grundsätzlich schlecht - das die Strategie von MS natürlich vom User eine Menge Geld abzieht - das ist traurig.
Das sehe ich etwas anders. Microsoft macht derzeit nur mit zwei Sparten Gewinne (und zwar unanständige Gewinne): Windows und Office. Alle anderen Bereiche machen Millionenverluste. Die X-Box z.B. wird unter Herstellungskosten verkauft, nur um gegen die Playstation bestehen zu können und sich im Markt zu etablieren - böse Zungen würden sagen: um sich in den Markt zu drücken.
Die Bestrebungen mit TCPA und Palladium sind seitens Microsoft ausschließlich dazu da, die Vormachtstellung im Bereich Windows und Office zu zementieren. Derzeit kann es sich noch niemand leisten, ohne Kompatibilität zu Office geschäftlich zu Arbeiten. Aber die Konkurrenz Linux&Co. holt schnell auf.
Also mißbraucht Microsoft wieder einmal seine Marktmacht und zwingt den Hardwareherstellern TCPA auf. Intel als getreuer Weggefährte baut das natürlich gerne ein - und schon ist AMD ohne Widerrede gezwungen, TCPA ebenfalls zu implementieren, weil AMD es sich nicht leisten kann, dass auf ihren Prozessoren Windows nicht läuft - das wäre das Todesurteil für die Firma.
Und genauso ist es für alle Windows-Softwarehersteller: Die sind gezwungen, künftig nach Microsofts Pfeife zu tanzen: Windows und Office werden ohne TCPA nicht laufen, also muß es aktiviert sein. Und ohne TCPA-Signatur werden Fremdprogramme nicht laufen - also müssen sie signiert werden, natürlich von Microsoft. Und die werden natürlich nur widerwillig Konkurrenzprogramme signieren.
Außerdem: Wie soll das Signieren funktionieren? Liefern die Firmen den Quelltext ab, damit Microsoft ein umfangreiches Code-Review durchführt, so ganz nebenbei dadurch sämtliche Geschäftsgeheimnisse erfährt und das Know-How dann in eigenen Produkten anwendet? Oder wird nur Binärcode geliefert und der einigermaßen blind unterschrieben? Dann kann man mit Sicherheit immer noch Viren und "malicous code" einschleusen, der Gewinn an Sicherheit wäre dahin.
Also: Wenn ich mir bei einer Sache ultimativ sicher bin, dann bei der, dass Microsoft mit allem, was es tut, die Zementierung seines eigenen Monopols vorantreiben will.
Wenn es bei Microsoft irgendwas kostenlos gibt, dann ist das nicht wirklich kostenlos. Irgendwas kostet es immer. Microsoft wird es jetzt für lau verteilen, weil ein größerer Marktanteil gewünscht wird - und nichts ist förderlicher für einen Marktanteil als Benutzer. Wenn's viele Benutzer gibt, die ASP.NET zuhause ausprobieren (weil sie dort mit Linux nicht klarkommen (wollen)), oder in der Schule, dann ist die Entscheidung pro ASP.NET später viel leichter, weil man's ja schon kann. Und da ASP.NET dann wieder verkauft wird bzw. gewisse Softwarevoraussetzungen hat, die Lizenzkosten nach sich ziehen, gewinnt Microsoft. Und von "kostenlos" kann nicht mehr die Rede sein.
Ich denke, das ist auch der einzige, haltbare Kritikpunkt: Würde Windows nichts kosten und Office als Shareware vertrieben werden, dann würde keiner hier seinen Hals so weit aufreißen - die Leute stört letztlich nur der Preis.
Windows ist ja (bzw. war) als Privatbenutzerlizenz noch verhältnismäßig billig zu kriegen - knapp 150 Mark hat es wohl mal gekostet, wenn ich mich richtig erinnere. Kann aber zu Win95-Zeiten gewesen sein. 150 Mark für Windows oder 100 Mark für eine Linux-Distribution ist kein wirklich großer Unterschied. Der Preis ist kein großes Argument der Microsoft-Kritiker.
- Sven Rautenberg
"Bei einer Geschichte gibt es immer vier Seiten: Deine Seite, ihre Seite, die Wahrheit und das, was wirklich passiert ist." (Rousseau)