Hi, Orlando
Frames sind nur auf den ersten Blick 'einfach'. Bei deinem Beispiel gibt es schon vier Frames. Warst du das mit der Vier-Frames-Frage? *scnr* Du weißt, was ich damit sagen will.
Das war ich nicht, das fand ich auch ziemlich wirr, eine Seite muß auch ein wenig Ruhe ausstrahlen. Soviel Geflimmer - naja.
Es mag ja Sinn machen, daß man das HTML, CSS und Javascript standardisiert - mag ja Sinn machen. Aber warum muß man da nun gleich bewährte Dinge verbieten oder als unerwünscht deklarieren?
Du verwechselst 'bewährt' mit 'proprietär'. Zweiteres widerspricht Standards.
Jain! Auch proprietäre Dinge können sich bewähren. Z.B. das GIF-Format der Firma Compuserve. Oder DXF von Autodesk's AutoCAD. Solche proprietären Definitionen werden dann oft zu Standards erklärt oder wenigstens als solche behandelt (sog. Quasistandards).
Übrigens meinte ich mit meinem Vergleich strict - Esperando, daß ein Standard noch lange keinen Sinn machen muß. Diese Sprache hat sich nie durchgesetzt und wird das auch nie schaffen, eben weil sie keiner "von Haus aus" lernt. Und strict nutzt auch kein Surfer, weil es keinen strict-Browser gibt, mit dem er bewußt "strict" surfen kann.
Und meine Kunden haben mich noch nie gefragt:
"Warum bringt denn der W3C-Validator soviele Fehlermeldungen."
Falsch, es muss heissen: Warum machst du so viele Fehler?
Nein, sie sehen die Seite richtig, weil ich sie natürlich in erster Linie für ihren Browser schreibe. Dann erst schaue ich, ob die Seite auch in anderen funzt.
und wenn ich denen das mit w3c erklären will, heißt es nur
"Ja, ja. Du machst das schon"
Will ich solche Kunden haben? :)
Ja! Weil, wenn jemand das w3c kennt und versteht worum es da geht, dann hat er 90%ig auch Ahnung von HTML und dann braucht er micht nicht. Nein, meine Kunden wissen, daß es HTML gibt und zu mehr Verständnis haben sie keine Zeit. Sie machen das, was sie können, und ich mach das was ich kann. Es geht auch nicht drum, Unwissenheit auszunutzen, sondern schlicht um Aufgabenteilung.
aber wenn sie die Seite sehen, dann muß sie meinen Kunden gefallen und nicht dem w3C-Validator.
Eine Seite funktioniert nicht, weil sie gefällt. Sie gefällt, weil sie funktioniert.
Falsch und fälscher.
Richtig: Wenn eine Seite nicht funktioniert, dann gefällt sie nicht.
Richtig: Wenn eine Seite funktioniert, dann muß sie noch lange nicht gefallen.
Richtig: Wenn eine Seite gefällt, dann funzt sie UND das Layout ist passend gewählt. Doch wenn ich in den Layout-Möglichkeiten zu sehr eingeschränkt werde, kann die Seite nicht mehr gefallen.
Sicher bin ich aus Eigenverantwortung bemüht, daß die Seite wenigstens überall lesbar ist. Aber wer schaut sich schon Seiten mit dem Validator an?
Vielleicht ein Kunde, weil eines deiner Produkte in seinem Browser auseinanderfällt?
Bei keinem Kunden fällt meine Seite auseinander, wenn überhaupt, dann höchstens bei seinen Kunden. Ist natürlich nicht gewollt. Aber da sie ja bei meinem Kunden funzt, kann er dadurch die Schwierigkeit der Angelegenheit verstehen.
Oder habt Ihr schonmal ein Auto mit Hilfe des deutschen oder internationalen Normenwerkes (DIN oder ISO) begutachtet? Ich nicht, ich habe mich an anderen Dingen orientiert (Fahrbarkeit, Komfort, Ausstattung, Verbrauch, Platz).
Wenn sich mein Auto nicht an Standards hält, kann ich den Hersteller verklagen. Bei Browsern klage ich zwar auch laufend, aber leider nicht vor Gericht.
Also jetzt wirds bunt! Du willst mir doch nicht erzählen, daß Du am Auto Deiner Begierde nachschaust, ob die verwendeten Schrauben der DIN entsprechen. Oder ob das angewendete Schweißverfahren in der DIN steht. Oder ob die Zahnkränze im Getriebe nach DIN gebaut worden sind. Oder ob die Lagerung der Kurbelwelle DIN-gerecht ausgelegt ist?
Und genauso hat mich noch kein Kunde gefragt, ob ich eine Animation mit Javascript oder eine dynamische Rechnung mit PHP oder PERL gemacht habe, geschweige denn, daß sie noch interessiert, auf welcher PHP-Version.
[1] Zitat: "Mit der Einführung der XHTML-Familie in Form von Modulen und Dokumenttypen hat das W3C geholfen, die Internet- Entwicklergemeinschaft weg von missgebildetem, nicht den Standards entsprechendem Markup in die Welt wohlgeformten, gültigen XMLs zu führen." Besser kann man es nicht ausdrücken.
Zu einem Zitat gehört übrigens immer die Quelle.
Aber mal ne Frage, nur mal angenommen:
In 10 Jahren konstruiere und baue ich eine fliegende Untertasse.
Kurz darauf baust Du eine fliegende Suppenschüssel.
Nu fangen wir beide an, uns gegenseitig Marktanteile zu erkämpfen, in dem wir sie mit immer mehr Features ausstatten:
Schiebetüren, Multimediaeinheiten, Schwerkraftsimulation, Neutrino-Photonen-Warpkern, Schubumkehr-Verstärker-Bremssystem, Galaxienebel-Beleuchtung und ach weiß der Geier was alles noch.
Jeder weiß es besser als der andere. Das was ich toll finde, findest Du nicht toll und umgekehrt und das was wir beide toll finden, wird grundsätzlich andersrum eingebaut, als es der andere tut.
Und jetzt kommt jemand daher und legt in einem Stück Papier (oder einem holographisch visualisierten Pergament) fest, daß unser Kampf um Marktanteile aufhören muß und legt deshalb folgendes fest:
Standard ist ein fliegender Abendbrotteller - mit einem süßen kleinem Teddy-Bildchen drauf. Außerdem verzichten wird auf die Multimediaeinheiten, die Schwerkraftsimulation und den Neutrino-Photonen-Warpkern.
Und die Schiebetüren müssen nach links aufgehen und zwar manuell und die Galaxienebel-Beleuchtung muß mit runden Lampen erfolgen.
Was würdest Du davon halten? Würdest Du Deine fliegende Suppenschüssel gegen einen Abendbrotteller eintauschen? Und dazu eine komplette Neuentwicklung durchführen? Also ich bau in meine Untertasse noch ein paar Features mehr ein und steigere erstmal damit meinen Marktanteil.
Wenn Du Deinen standardiersten Abendbrotteller fertig hast, dann habe ich nahezu 100% Marktanteil und Dein Abendbrotteller ist abgegessen. Du wirst dann nur noch in Marktnischen Platz finden und ständig ums Überleben kämpfen, während irgendwelche Staaten und Kartellämter um die Teilung meines Unternehmens kämpfen.
Gruß,
Andreas