Hallo Stefan,
einige Oesterreicher fuehlen sich wohl
disqualifiziert, weil hier im SELF-Raum vor Links
auf fremde deutschsprachige Seiten die _deutsche_
Flagge als Symbol steht.
ich halte die Diskussion an sich für interessant, würde
aber nicht versuchen, eine allgemeine Problematik so
zu lösen, daß sie den Bedürfnissen von jemandem ent-
spricht, der selbst den guten Willen, die "Energie des
Verstehens" (der Bedeutung von immerhin zu _seiner_
Unterstützung angebrachten Symbolen) vermissen läßt.
Gibt es ein Symbol fuer die Aussage "Verweisziel
ist deutschsprachig", das ebenso unmissverstaendlich
ist wie die deutsche Flagge,
Meiner Meinung nach sind die Sprachkürzel, die ja auch
die Grundlage von HTTP language negotiation bilden,
dafür hinreichend gut geeignet, wie auch in mehreren
anderen Postings erwähnt wurde.
Eine Gleichsetzung von "Deutsch" mit "Deutschland"
halte ich an dieser Stelle für konstruiert. (Bei der
Verwendung der Landesfahne kann ich dies allerdings
nachvollziehen.)
und das nicht zugleich Teile der deutschsprechenden
Bevoelkerung "diskriminiert"?
Definiere "diskriminieren". "DE" als bewußte Obermenge
über "DE-de" _und_ "DE_at" ist gerade das Gegenteil
einer "Diskriminierung", nämlich eine bewußte Gleich-
behandlung (möglicherweise) verschiedener Sprachen.
Aber ach - "de" steht ja fuer "Deutschland", "en"
fuer "England", "fr" fuer "Frankreich" und "es" fuer
"Espana".
Wofür eine Abkürzung "steht", das ist immer eine Frage
des definierten Bezugssystems. Wenn ich einen Kalender
vor mir habe, dann steht "FR" definitiv nicht für
"Frankreich", sondern für "Freitag".
Da kommt der boese Imperialismus ja durch die
Hintertuer wieder rein!
Siehe meine Eingangsaussage: Leute, die eine gut ge-
meinte Hilfestellung als Anlaß nehmen, sich darüber
aufzuregen, sind meine Zeit nicht wert, mich mit ihnen
zu befassen. Da denke ich lieber über eine Lösung für
alle übrigen nach.
Was also tun? Ist die "political correctness" hier
mit ihrem Esperanto (BTW: ist Esperanto nicht dem
Spanischen viel naeher als dem Deutschen oder gar
dem Chinesischen?) am Ende? Oder gibt es sie, die
perfekten Symbole, mit denen auch die Oesterreicher
leben koennen, die Amis und die Chilenen?
Die Fragestellung, die mich viel mehr interessiert (und
die in diesem Thread auch ansatzweise angesprochen wur-
de), lautet: Angenommen, wir wären mit einem bestimmten
Symbol-Satz (beispielsweise den zweibuchstabigen Kür-
zeln) zufrieden, wie würde ein sinnvolles Verfahren
zu deren optimalen Einsatz aussehen?
Nehmen wir mal die SelfPortal-Linkliste. Dort sind Ver-
weise auf deutsch- und auf englischsprachige Ressourcen
vorhanden. Aber hat sich irgendjemand beim Setzen die-
ser Links Gedanken darüber gemacht, welche Informatio-
nen über die passende Sprachbeschreibung vorliegen und
wie diese Informationen am besten ausgewertet werden
sollten? Oder werden diese Kennzeichen nur nach dem
ersten Augenschein vergeben?
Mein Lösungsvorschlag, der allerdings nicht auf kurze
Sicht umsetzbar ist, wäre es, diese Problematik in den
_Browser_ zu verlagern - _nicht_ in die Webseite mit
dem Link drin (und damit in die Verantwortung von deren
Autor).
Denn jemand, der eine Link-Liste pflegt, hat üblicher-
weise gar nicht die Informationen, um das entsprechende
Sprach-Kennzeichen wirklich "optimal" zu setzen. Wer
probiert denn schon aus, ob es zu einer "DE"-Seite
eine "DE-AT"-Alternative gegeben hätte? Und wenn doch,
wer überprüft diese Information, und wie oft?
Sehr viel bessere Informationen hätte derjenige, der
die Ziel-Seite des Links erzeugt hat. Diese Person hat
die Möglichkeit, diese Information bei der Auslieferung
ihrer Ressource mitzuliefern - sei es als HTTP-Header,
sei es als <meta>-Tag, ...
Was also eine sinnvollere Methode zum Setzen solcher
Kennzeichen sein könnte, wäre folgendes Verfahren:
1. Als Kennzeichnungssystem für Sprachen sei ein be-
liebiges, allgemein akzeptiertes System definiert.
(Im Rahmen der vorliegenden Zeilen sei die standar-
disierte Sprach-Bezeichnung mit zweibuchstabigen
Codes plus optionalen Ergänzungen via "-" hinrei-
chend akzeptabel.)
2. Der Browser füge vor jedem Link (ggf. konfigurier-
bar via UserStyle-CSS) automatisch ein Sprach-
Symbol ein. Dieses Feature sei abschaltbar; die
eingefügte Information ermögliche per Tooltip die
Einblendung ihrer ausführlichen Beschreibung.
3. Der Browser erkenne beim Rendern von Links das
Abweichen eines Link-Ziels von URL des aktuellen
Dokuments und nehme dies zum Anlaß, einen zusätz-
lichen HTTP-HEAD-Request auf diesen URL durchzu-
führen, welcher ihm eine Information über die der
Ressource angemessene Sprach-Auszeichnung liefert.
4. Solange diese Information nicht vorliegt, behandele
ein Browser fehlende Sprach-Information wie ein
fehlendes Bild (also durch Anzeigen eines besonderen
Symbols für "unbekannte Sprache".
Als Tuning-Maßnahme (die zusätzlichen HTTP-Zugriffe
sind ja nicht kostenlos) kann eine auf diesen Zugriff
optimierte, neue HTTP-Methode ATTR als Alternative zu
HEAD eingeführt werden, die performanter als HEAD die
entsprechende Information (welche sich als HTTP-Header
ausdrücken lassen könnte, aber nur eine kleine Teil-
Menge dieser HTTP-Header abdecken würde) liefern würde.
(HEAD muß beispielsweise CGI-Programme ausführen, um
"Content-Length:" etc. zu füllen; per Server-Konfigu-
ration könnte dies bei der neuen Methode in den meisten
Fällen überflüssig sein - natürlich nicht in allen,
falls ein CGI-Programm selbst Negotiation durchführt.)
Die interne Realisierung der ATTR-Methode sei der
Server-Software überlassen. Dabei wäre es denkbar,
<meta>-Tags statischer Dokumente zu berücksichtigen.
Ebenso könnte eine beliebige serverseitige KI im Falle
des Fehlens einer entsprechenden Information diese
automatisch ergänzen (Google scheint ja so ein Feature
zu haben) und diese Information lokal cachen (Perfor-
mance), wobei in diesem Fall ein Sub-Code für "auto-
matisch generiert" zur Haupt-Sprache mitgeliefert wer-
den könnte, um durch "DE-xx" anzuzeigen, daß diese In-
formation nicht vom Original-Autor, sondern von einem
zwischengeschalteten Interpreter stammt.
Viele Grüße
Michael
P.S.: Vielen Dank an Christian für das wunderbare neue
Forum-Feature der "Vorschau".