Hallo, Sven.
Betreibe [...] anonym eine Webseite
[...]
Es ist übrigens kein Problem, dich ausfindig zu machen. Wahlweise hast du eine Domain registriert, und man erfährt darüber deine Adresse.
Lässt sich das eigentlich fälschen? Die Daten, die ich meinen Providern gegeben habe, wurden nie überprüft. Lediglich auf der Überweisung wird mein Name ersichtlich beziehungsweise der Name eines Menschens, der mit mir in Verbindung gebracht werden kann... Bis hin zur Fälschung des Personalausweises, um ein Konto unter einem falschen Namen zu bekommen, würde ich nicht gehen. :)
Oder du hast irgendeinen Webspace "unterhalb" einer allgemeinen Domain, dann wird dein Provider deine Adresse auf Anfrage sicher rausrücken. Oder du bist deinen Account los, wenn du falsche Angaben gemacht hast. Oder beides.
Dann würde ich die Seite sofort auf anderen ausländischen Provider umziehen, sofern das Geld verfügbar ist. Diesen Kinderkram muss man sich wahrlich nicht antun.
Privat ist fast nichts im Internet.
Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass es erlaubt sein muss, im Web anonym beziehungsweise pseudonym zu publizieren. Hier geht es schließlich nicht um Inhalte, die gegen die Menschenwürde oder ähnliche globale Rechtsleitlinien verstoßen (*), sondern um ein Grundrecht der Anonymität. Weiterhin zielen die Drohgebärden eher darauf auf, den unliebsamen Inhalt aus dem Netz zu entfernen als dass es um die berechtigte Forderung geht, dass der Autor auch im Real Life Verantwortung für seinen Text übernimmt (jeder seriöse Publizist wird dies tun, unter dem von ihm gewählten Namen - kennt jemand etwa den bürgerlichen Namen von padeluun? Ist das etwa wichtig?).
(Eine E-Mail-Adresse, ein netzweiter individueller Name und beispielsweise ein PGP-Key reichen IMHO dazu aus, schließlich ist man Bewohner des Netzes und verhält sich dementsprechend; ich beschwöre immer wieder gerne die Notwendigkeit einer Netzethik, welche über das nationale Denken hinausgeht, Stichwort Selbstregulierung.)
(*) Und wenn? "Wir muessen die Rechte der Andersdenken selbst dann beachten, wenn sie Idioten oder schaedlich sind. Wir muessen aufpassen." (Wau Holland)
vielleicht ist er auch nur ein spinner. aber ich weiß es eben nicht.
Wenn er was in der Hand gegen dich hat, was teuer werden könnte, würde ich an deiner Stelle nicht davon ausgehen.
Muss man sich denn so etwas gefallen lassen? Ich finde das lachhaft. Ich bin der Meinung, dass ich die Möglichkeit habe, nach meinem Gewissen zu handeln, und das sagt mir, dass ich mich nicht von diesen skrupellosen, geldsüchtigen Rechtsverdrehern und "Krawattenträgern, die das Netz nie verstanden haben" verbiegen lassen werde.
Ich kann vollkommen verstehen, wieso manche Menschen aus diesem "Rechsstaat" emigrieren, um sich mit solchem Unsinn nicht befassen zu müssen. Ob es woanders irgendwie besser ist, ist eine andere Frage.
Wenn du politische Inhalte veröffentlichst, dann bist du journalistisch tätig.
Wer entscheidet, was politisch ist und was nicht, wer entscheidet, was Journalismus ist und was nicht, was redaktionelle Arbeit? Das ist IMHO völlig albern, denn es lässt sich auf alles anwenden und hat keine Definitionsgrenzen. Ist beispielsweise ein Weblog eine journalistische Veröffentlichung?
Grüße, (oder sektiererisch: mit libertären Grüßen *fg* ;) *mitdavonhüt* ;))
Mathias
Remember: KING KONG Died For Your Sins!
"Wie ein gefoppter Nachtmahr der auf Tücke sinnt..." (Hugo Ball, "Die Katze")