Hallo Uwe,
Auf dem heutigen Arbeitsmarkt kann jeder - ob ungelernt oder mit Uniabschluss - von einer ploetzlichen Kuendigung betroffen sein. Und wenn du dann sechs Monate oder ein Jahr vergeblich nach einem neuen Job gesucht hast und vor dem finanziellen Ruin stehst, dann bist du so frustriert, dass du ganz automatisch fuer Lockangebote anfaellig wirst. Das hat absolut nichts mit "Looser", "Unfaehige" oder "Verzweifelte" zu tun.
Kein Zweifel, daß es keine Stellengarantien mehr gibt, auch nicht für gut ausgebildete Akademiker.
Allerdings sich aus Frustration auf Stellen zu bewerben, bei denen von vornherein die Wahrscheinlichkeit sehr, sehr groß ist, daß sie noch mehr Frustration erzeugen... das würde ich bereits unter "Verzweiflung" subsummieren. (Anfangsstadium... aber kommt schon in diesen Bereich...)
Und die allererste Garde der Topleute (diejenigen, die nciht nur "fachidiotisch" gut sind, sondern auch kommunikativ und verhandlungssicher, was zum allgemeinen Berufserfolg eben dazugehört)... findet man mit diesen Anzeigen eben nicht. Denn die haben in aller Regel Alternativen. (jaja, auch da kann mal unter Umständen,... etc... aber eine Firma, die noch soviel Energie zu vergeuden hat, auf der Suche nach _dem_ Toptypen eine Anzeige zu schalten, auf die sich zu mindestens 99 Prozent eben nicht Topleute bewerben werden... bei der sind Zweifel angebracht, ob sie damit Erfolg haben können. Wer weiß, wo da noch Energie und Geld ineffizient verbraten wird...)
Uebrigens gilt das nicht nur fuer Deutschland, sondern beispielsweise auch fuer die USA.
Aha... das ist der Punkt... in den USA ist der Arbeitsmarkt tatsächlich anders strukturiert und durchlässiger, auch nach oben. Ein Jahr an der Supermarktkasse oder ein sonstiger Ausilfsjob "versauen" keineswegs den Lebenslauf nachhaltig. In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern ist das aber nicht so. Hier landet man schneller auf einem Abstellgleis und kommt wesentlich schwerer wieder raus. In den USA gelten andere Regeln...
Gruß,
marion