Gebühren für JPEG's
Dave
- menschelei
0 Kai Lahmann0 Carl0 Christian Seiler0 Linksetzer0 Carl
Hallo,
Vor kurzem habe ich gelesen, dass "ein texanisches unternehmen (Forgent),
welches
hauptsächlich Video- und Konferenz-Software entwickelt, in seinen
Akten ein Patent auf JPEG entdeckt hat." (Quelle: CHIP) Jetzt will
diese Firma bei allen Herstellern von PDA's, Digicams usw.
Lizenzgebühren verlangen (Für JEDES hergestellte Produkt mit
JPEG-software 5 US-$ - das geht in die Millionen). Zu spüren bekommen
das letztendlich wir. Was haltet ihr davon, und wärt ihr bereit,
ab sofort höhere Preise für das ganze Zeug zu zahlen?
also ich nicht.
Viele Grüsse,
Dave
PS: 2004 ist das Petent wenigstens wieder wertlos :-|
hi
Was haltet ihr davon, und wärt ihr bereit,
ab sofort höhere Preise für das ganze Zeug zu zahlen?
also ich nicht.
soweit ich weiß, gibt es Beweise, dass es schon vor deren Patentanmeldung das JPEG-Konzept gab. Also wieder einmal ein zu Unrecht erteiltes Patent....
PS: 2004 ist das Petent wenigstens wieder wertlos :-|
dann hilft eh aussitzen: gegen klagen und nicht zahlen - solche Verfahren sind zäh genug, dass die nichts mehr erreichen.
Grüße aus Bleckede
Kai
Hi,
selbst wenn es deise Firma schaffen sollte, ihren (möglichen) Patentanspruch durchzusetzen, wäre es nicht das schlechteste. Denn der Nachfolger JPEG2000 ist ja schon fertig. Nicht nur, daß er besser komprimiert, er ist auch lizenzfrei.
Mal angenommen, Browserhersteller müßten für die JPEG-Unterstützung zahlen, dann würden sie wohl sicher ruckzuck JPEG2000 implementieren, um die JPEGs so bald wie möglich nicht mehr unterstützen zu müssen und damit Kosten sparen.
Und selbst wenn sich JPEG2000 nicht im Internet durchstzen sollte, können wir immer noch auf PNG zurückgreifen. Das kann nämlich genauso viel wie JPEG. Und da es vom W3C stammt, sollte es auch lizenzfrei sein.
Allerdings kann man sich auch da nicht sicher sein, wie die Diskussion um Lizenzgebühren für SVG zeigt. Auf einige Teile davon hat nämlich Adobe Patente, und behält sich vor, dafür Gebühren zu erheben.
Auch gibt es im W3C eine Gruppe, die sich dafür einsetzt, daß künftig die Standards nicht mehr uneingeschränkt kostenlos sein müssen. Statt dessen wird vorgeschlagen einen Kern zu definieren, der auf jeden Fall kostenlos benutzbar ist, und dazu Erweiterungen, für die gezahlt werden muß.
Meiner Meinung nach wäre das eine Katastrophe. Denn der begriff "Kern" ist ziemlich dehnbar, bzw. in diesem Fall stauchbar.
Meiner Meinung nach sollten die Standards aus folgenden Gründen frei bleiben:
1. Der Erfinder des WWW erhebt auch keine Lizenzgebühren. Wahrscheinlcih wäre Berners-Lee mittlerweile ein reicher Mensch, wenn er seine Ideen patentiert hätte.
2. Die Firmen, die im W3C sitzen sollten ihr Geld mit den Programmen verdienen, die die Standards nutzen. Denn schließlich sparen die Standards auch Geld, weil langfristig Fremdformate nicht mehr unterstützt werden müssen und die Entwicklungskosten für die Programmeigenen Formate auch entfallen.
3. Diese Gebühren behindern den Fortschritt. Hätte sich z.B. HTML so rasant verbreitet, wenn jeder erstmal Gebühren zu entrichten hätte?
Versteht mich nicht falsch. Ich bin nicht grundsätzlich gegen Patente, und sehe auch ihre Notwendigkeit. Aber alles sollte seine Grenzen haben.
Tschüß
Carl
Hallo,
selbst wenn es deise Firma schaffen sollte, ihren (möglichen) Patentanspruch durchzusetzen, wäre es nicht das schlechteste. Denn der Nachfolger JPEG2000 ist ja schon fertig. Nicht nur, daß er besser komprimiert, er ist auch lizenzfrei.
Mal angenommen, Browserhersteller müßten für die JPEG-Unterstützung zahlen, dann würden sie wohl sicher ruckzuck JPEG2000 implementieren, um die JPEGs so bald wie möglich nicht mehr unterstützen zu müssen und damit Kosten sparen.
Auf Opera/Konqueror/Mozilla trifft das sicherlich zu. Aber auf MSIE nicht. (der kann jetzt noch nicht mal richtig PNG (obwohl: kann Opera das überhaupt richtig?))
- Der Erfinder des WWW erhebt auch keine Lizenzgebühren. Wahrscheinlcih wäre Berners-Lee mittlerweile ein reicher Mensch, wenn er seine Ideen patentiert hätte.
Nein - wenn Berners-Lee (schreibt man den überhaupt so?) seine Ideen patentiert hätte, dann wäre das Internet nie zu dem geworden, was es heute ist (und er auch nicht viel reicher als heute).
- Die Firmen, die im W3C sitzen sollten ihr Geld mit den Programmen verdienen, die die Standards nutzen. Denn schließlich sparen die Standards auch Geld, weil langfristig Fremdformate nicht mehr unterstützt werden müssen und die Entwicklungskosten für die Programmeigenen Formate auch entfallen.
Full ACK.
Versteht mich nicht falsch. Ich bin nicht grundsätzlich gegen Patente, und sehe auch ihre Notwendigkeit. Aber alles sollte seine Grenzen haben.
Ich bin grundsätzlich gegen Softwarepatente. (Argumente dazu findet man überall im Netz - bin zugegebenermaßen jetzt etwas faul, die Links rauszusuchen)
Grüße,
Christian
Hi,
- Der Erfinder des WWW erhebt auch keine Lizenzgebühren. Wahrscheinlcih wäre Berners-Lee mittlerweile ein reicher Mensch, wenn er seine Ideen patentiert hätte.
Nein - wenn Berners-Lee (schreibt man den überhaupt so?) seine Ideen patentiert hätte, dann wäre das Internet nie zu dem geworden, was es heute ist (und er auch nicht viel reicher als heute).
Ok, das ist natürlich auch eine Option. Oder er hätte es wie die Firma aus Texas gemacht - erst einen Quasi-Standard sich etablieren lassen, und dann das Patent rauskramen...
Übrigens habe ich Berners-Lee richtig geschrieben, ich habe extra nochmal nachgeguckt!
- Die Firmen, die im W3C sitzen sollten ihr Geld mit den Programmen verdienen, die die Standards nutzen. Denn schließlich sparen die Standards auch Geld, weil langfristig Fremdformate nicht mehr unterstützt werden müssen und die Entwicklungskosten für die Programmeigenen Formate auch entfallen.
Full ACK.
Wofür steht "ACK"? In diesen Abkürzungen bin ich nicht so bewandert.
Versteht mich nicht falsch. Ich bin nicht grundsätzlich gegen Patente, und sehe auch ihre Notwendigkeit. Aber alles sollte seine Grenzen haben.
Ich bin grundsätzlich gegen Softwarepatente. (Argumente dazu findet man überall im Netz - bin zugegebenermaßen jetzt etwas faul, die Links rauszusuchen)
Nein, auch Softwarepatente können sinnvoll sein. Z.B. halte ich die Methode, wie Google sucht für patentwürdig. Da steckt viel Arbeit in der Entwicklung, und da soll die Firma auch ruhig was von haben.
Oder nimm den Bereich Kryptographie, mit den mathematischen Verfahren, die dahinter stecken.
Oder nimm Grafikengines von Computerspielen.
Ich habe nur etwas gegen Patente, die auf einmal auf Quasistandards erhoben werden, nachdem man entweder diesen Standard von vorneherein stoppen können (Adobe bei SVG), oder nachdem man das Patent zig Jahre in der Ecke hat liegen lassen (Forgent bei JPEG). Besonders amüsant wäre es bei den Links geworden, auf die "British Telecom" einen Patentanspruch angemeldet hat.
Tschüß
Carl
hi
Ok, das ist natürlich auch eine Option. Oder er hätte es wie die Firma aus Texas gemacht - erst einen Quasi-Standard sich etablieren lassen, und dann das Patent rauskramen...
...was ja inzwischen der übliche Weg zu sein scheint! Siehe auch Hyperlink-Patent der BT oder das was sich Ebay da jetzt eingehaldelt hat - erst warten, bis man richtig abzocken kann!
Grüße aus Bleckede
Kai
[der sich sicher ist, dass da noch mehr Patentgeier lauern]