Hi ueps,
ich habe zwar auch nicht viel Zeit, werde aber dennoch mal mit dir Plaudern, auch in Anbetracht dessen, dass ich morgen eine (hoffentlich gute *g*) Philosophieklausur zurück bekomme...
was ist Denken?
Denken ist das Reflektieren über komplexe Sachverhalte aus eigener Entscheidung. Gu5t, jetzt könnte man sagen, dass man nicht aus eigener Entscheidung heraus Browserweichen für nen NN4 baut. Stimmt nicht, denn letztendlich tut man es ja doch. ;-)
(So, jetzt bin ich warm... *g*)
Was veranlaßt den Menschen zu forschen, neue Wege und Lösungen zu finden? Es gibt viele ungeklärte Dinge in unserem Leben die wir beim besten willen nicht
Erklären können oder gar verstehen.
Das ist die Natur des menschlichen Lebens. Es hat sich in den letzten etwa 300 Jahren die "moderne" Wissenschaft daruaf konzentriert, immer nach dem "Wie" zu fragen und immer exakte Auskunft zu geben. Das hat jedoch den Nebeneffekt, dass oft nur der Forscher selbst weiß, was er weiß, und es anderen nicht nahelegen kann. Oder kannst du einem DAU einen Browser erklären, und zwar _so_, dass _er_ es versteht?
Was veranlaßt uns zu unserem Handeln? Bilden wir uns wirklich selbst eine eigenes Verhalten das wir steuern, oder folgen wir einfach den Naturgesetzen denen die Atome, Protonen, Neutronen etc. aus denen wir gemacht sind, unterliegen?
Ich antworte dir gerade. Ich sollte das aber nicht tun, da ich keine Zeit habe. Ich sollte arbeiten. Warum also tue ich das nicht und sitze hier stattdessen mit dir vor der virtuellen greichischen Parkbank und zeichne mit dir mit Ästen Zeichen in den Sand vor der Bank? Die Antwort kenne ich nicht, zugegeben. Aber die Antwort ist nicht das, was interessiert, sondern in Wahrheit sind es immer die Fragen, die die Welt veränderten, nicht einmal ihre Antworten.
Wenn die Sklaven in Amerika ihre "Herren" fragten, warum dieses System so "ist wie es ist", ist die Sklaverei gefallen, denn auch der "Herr" wird sich Gedanken machen. Wenn man Einstein fragte, warum die Relativitätstheorie gültig wäre, so hätte er nicht mit den komplexen Beweisen geantwortet, sondern gesagt: "Weil es die beste Erklärung ist, die ich habe. Und ich bin davon überzeugt, dass es eines Tages bessere geben wird."
Ich will mich nicht der Vorstellung beugen, mein Verstand, ja mein _Bewusstsein_ sei eine illusion meiner eigenen Synapsen, denn welche Art von _Kontrolle_ hätte ich dann über mcih selbst? Welche Legimation hätten wir, Straftäter für ihre Verbrechen zu strafen? Kein, denn sie können nichts dafür. Ich bin der fundamentalen Ansicht, dass _ich_ und nur _ich_ allein _mein_ Leben gestalten kann wie ich es für richtig halte und, viel Wichtiger, dass es soetwas wie _Schicksal_, so könnte man gespieltes Bewusstsein nämlich platt abtun, _nicht_ existiert. Sollte es denn tatsächlich so sein, dass meine ureigenen Gefühle, Liebe, Hass, Freundschaft, Trauer etc. nur Hirngespinste sind und ich das alles garnicht wirklich erlebe, sondern das wohlmöglich simple chemische Prozesse sind, die ich weder steuern noch verändern kann?
Kennst du den Film 'Matrix'? Das ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie unsicher man selbst sich unter Umständen über (Selbst-)Realität ist, und verständlich dazu.
Ja was ist der Anlaß das dieser Text hier verfasst wird?
Wenn du die Frage kennst, dann kennst du die Antwort. Deine Antwort.
Desto mehr wir über solche Dinge nachdenken, desto paradoxer erscheinen uns die möglichen Lösungen. Und was nicht in unser Gedankenbild passt, existiert ja bekanntlich auch nicht.
Nein, es ist umgekehrt. "Es ist wahr, woran ich glaube", sagten schon einige alten Philosophen. Sie meinten damit die Fähigkeit des Geistes, neue Realitäten zu bilden und wieder zu zerstören. Nur in ihrem Kopf. Das erinnert mich spontan an ein Zitat von Jean-Luc Picard aus einer Star Trek-Folge, er sagt:
"All das, was wir kennen, ja, das ganze Universum könnte eine einzige Simulation in einem Kästchen auf irgendjemandes Tisch sein".
Genauso kann ich behaupten, dass die Menschen _in_ Simcity ihre Stadt für real halten, denn wer von _ihnen_ würde das denn nicht denken. Der Terminus "was nicht in unser Gedankenbild passt, existiert nicht", ist grundlegend falsch. Denn dadurch, dass wir sagen, dass es "falsch" ist, ist es bereits komplex reflektiert und allein dadurch real, dass wir uns damit beschäftigen.
Seit den Anfängen der Menschheit gibt es immer wieder neue Gedankenbilder die oft nicht verstanden wurden und wieder verworfen worden sind. So war es lange Zeit unvorstellbar das die Erde keine Scheibe ist, was bis dato auch unanfechtbar war, da das Gegenteil nicht bewiesen war. Die Denkweise der Leute von Damals mag uns recht primitiv vorkommen, denn jetzt wissen es wir ja besser, denn die Erde ist eindeutig eine Kugel, nun vielmehr ein Ei.
Richtig. Und wenn ich sagte, dass ich glaube, dass wir noch in diesem Jahrhundert zu den Sternen reisen, so sage ich das nciht, weil ich Trekkie bin, sondern im Tiefen Glauben an unsere Entwicklung. Wer hätte vor 100 Jahren gesagt, dass Menschen auf dem Mond oder Roboter auf dem Mars landen würden? Genau dieses Gedankenparadoxum geht dem Fortschritt, und zwar der menschlichen (und erst in zweiter Linie dem technologischen) Entwicklung voraus. Es sind die Träume, die dadurch, dass man sie ausspricht, auch wenn das belächelt wird, die Welt durch ihre pure _Existenz_ zu verändern vermögen.
Doch unsere heutigen Erkenntnisse könnte man genauso wie die damaligen in Frage stellen.
Sicher, genau das tue ich hier. Wir sind nicht am Ende, sondern noch immer am Anfang.
Wenn zwei Kinder geboren würden, und eines alles wüsste, das andere jedoch nichts, so könnte man das "Unwissende" am Ende seines Lebens mit Fug und Recht "klüger" nennen, denn es hat gelernt Fragen zu stellen, und das Wissen um Fragen hat es dem omniskienten Kind dann voraus. Nochmal: Nicht die Antworten sondern die Fragen entwickeln uns weiter.
Wissen wir doch heute noch längst nicht alles, vermutlich nicht mal 1% von dem was es zu Wissen gibt.
Natürlich.
"Je mehr wir wissen, desto mehr Fragen ergeben sich daraus."
Albert Einstein (Er war IMO kein Wissenschaftler sondern Philosoph)
Das Problem ist, daß wir unser Wissen in Fachgebiete aufteilen, die wir klar voneinander Abgrenzen. Klar das wir uns so eine bessere Struktur zur Übersichtlichkeit schaffen und Wissen besser behalten können, doch vielen fällt es schwer einzugestehen, das z.B. das Lösen einer mathematischen Gleichung auf einem Systematischen Zusammenspiel von Teilchen, wie Protonen, Elektronen, etc. basiert.
Richtig. Je kleiner die Puzzleteile werden, umso schwerer wird es für den Einzelnen, das Puzzle in seiner ganzen Ästehtik _ganz_ zu sehen. Heute ist es unmöglich geworden - dank der Forschung.
Was ist die Zeitspanne unseres Lebens im Vergleich zu der Zeit die unsere Universum schon besteht? Gar nichts. Wir leben jetzt und alles Andere Interessiert nur ein winziger Bruchteil der Bevölkerung. Diese Forscher und Analytiker werden oft als Spinner oder Träumer abgetan, alles was am Realitätsbild wackelt und an bekannten Gesetzen zweifelt wird als Hirngespinnst betrachtet.
Ja, aber ist nicht genau das, was man als Verrückt abtut schon oft nur einige Jahre später von allen als selbstverständlich angenommen. Unsere Welt braucht Vordenker: Eben jene, die das Schicksal ignorieren. Dadurch existiert es für sie nicht und sie können das tun, was sie niemals tun würden, wenn sie wüssten, dass das, was passieren muss, auf jeden Fall passiert. Du weißt, dass du irgendwann (physisch) stterben musst. Wenn alles Schicksal wäre, so könntest du nichts, rein garnichts daran jemals ändern, denn es würde, genau genommen, bereits mit dem Moment deiner Geburt, oder noch genauer mit der Entstehung aller Kausalität, ja auf jeden Fall passieren. Du könntest dich also hinlegen und warten, bis du stirbst, denn es muss ja laut Schicksal irgendwann passieren. Warum tust du es nicht?
Genau, weil du weißt, dass du spätestens in drei,vier Tagen an Wassermangel stürbest. Aber wenn das Schicksal ist? Nein, in dem Moment wo du dich entscheidest, dass du _leben_ _willst_, hast du das Schicksal dadurch besiegt, dass du bloß _deinen eigenen, unverrückbaren_ Willen hast. Und mit diesem Willen ist alles möglich. Wenn du denkst, Krebs zu bekommen, dann bildet sich die erste Zelle (eben _weil_ du es glaubst), wenn du aber willst, dass du keinen Krebs bekommst, so wirst du ihn auch nicht bekommen. Gut, das ist etwas sehr überspitzt formuliert, aber es ist meine Überzeugung, dass ich mit meinem Willen _alles_ Erreichen kann, egal ob das vom "Schicksal" vorgegeben ist oder nicht, gerade dann übrigens.
Die breite Masse folgt dem allgemeinen Gedankenbild und passt sich an. Ein Beispiel zum Thema Sport: Ein Sportler wird nur solange geschätzt und es wird nur solange an ihn geglaubt, wie er brilliante Leistungen vollbringt. Ist er schlecht werden urplötzlich alle Sympathien abgelegt. Was zählt ist zum Teil nur das allgemeine Bild das die Medien und unsere Mitmenschen verbreiten.
Ist der Sportler deswegen schlecht? Nein, er hat nicht daran geglaubt. Die Menschen der Presse (u.v.A.) sagen nur das, was sie sehen. Was der Sportler aber denkt, ob er überhaupt gewinnen _will_ ist für sie irrelevant.
Lance Armstong hat es mal so formuliert: "Wenn du dir am Berg Gedanken machst, ob es Sinn hat dich nach oben zu qäulen, dann hast du verloren."
Alles was wir nun nicht verstehen wird in ein Gebiet der Philosphie oder der Religion gesteckt. Was war vor uns und was kommt nach unserem Leben?
Was fragst du mich, es ist dein Leben ;-)
Nein, im Ernst, das sind Fragen, deren Antworten du dir _selbst_ gewiss sein kannst, wenn du nur die Frage stellst, und das tust du ja.
Wir haben keine Antwort und so stellen wir uns halt etwas vor was ganz gut Passen könnte und was sowieso alle Denken. Schon mal überlegt was sonst noch nach unserem Leben außer dem Paradies sein könnte?
Ja. Nichts?