Hallo Stefan,
[...] Blinde Tabellen sind also durchaus ein wichtiges Instrument, wenn es darum geht, Informationen, die in einer vertikalen und horizontalen Zuordnung zueinander stehen sollen, anzuordnen. Egal, welcher Art diese Informationen sind. Es koennen Texte sein, die Bildern zugeordnet werden, und warum nicht auch Navigationslinks, die neben einem Hauptinhaltsbereich dargestellt werden sollen?
Du wiederholst dich und ich mich auch: Zwischen Texten, die direkt und ausschließlich jeweils bestimmten Bildern zugeordnet sind und mit diesen eine zusammenhängende Einheit bilden, und »einfach so« nebeneinander angeordneten Dokumentbereichen, im Beispiel Rubriklinks und Hauptinhalt, besteht ein fundamentaler Unterschied. Im ersten Fall fußt die Paralleldarstellung auf einer inhaltlichen Abhängigkeit, die Teile determinieren sich gegenseitig. Der besagte Text ist ohne das zugehörige Bild wertlos/wertgemindert und weniger aussagekräftig und umgekehrt. Bei Navigation und Hauptinhalt besteht keine solche Verbindung/Beziehung im Sinne einer Abhängigkeit, welche eine entsprechende Anordnung bedingen würde. Eine logische Zuordnung wie wie beim Text/Bild-Zusammenhang und deren Eingebundensein in eine gleichförmige Sequenz besteht nicht. Dass die Navigationslinkliste optisch neben dem Hauptinhalt dargestellt wird, füllt selbigen nicht mit Bedeutung. Eine Parallelpräsentation ist zwar möglich, es lässt sich aber m.E. nicht von ein und derselben Zuordnungsart sprechen, gleich welche Inhalte zueinander in Bezug gesetzt werden. Ich wehre mich also dagegen, dass du gewissermaßen leugnest, dass es tabellarische Informationen mit entsprechenden internen Bezügen gibt, welche zur Anordnung in Tabellen besonders prädestiniert sind, bzw. den Begriff auf alles Denkbare ausweitest.
Ich verweise der Einfachheit halber auf [pref:t=59896&m=337350] und das darin verlinkte Posting...
Ich kann das gar nicht verstehen, denn es gibt sooo viele Möglichkeiten, seine nichttabellarische Daten im Netz zu strukturieren, nicht zuletzt mit div-Containern.
Nichts gegen positionierte div-Container - ich verwende sie ebenfalls gerne. Aber was soll daran "moralisch besser" sein als an blinden Tabellen? Beides dient der Informationsverteilung. Wenn man so will, orientieren sich positionierte div-Container eher an der Metapher der Bildverarbeitung (Layer-Modell), waehrend blinde Tabellen eher im Kontext der Textverarbeitung bleiben (Textfluss der Seite wird nicht unterbrochen).
Flexibles CSS-Layout bedeutet aber nicht (absolut) »positionierte div-Container«. Es ist ein in seinen Auswirkungen schädliches Missverständnis, CSS-Layout zwangsläufig über das Layer-Modell zu definieren, nach welchem alle Elemente bzw. Bereiche mit position:absolute wie auf einem Reißbrett quer über dem Bildschirm verteilt werden. Begriffe wie »div-Layer« und beispielsweise das Dreamweaver-Layerkonzept weisen auf verquerte bzw. einseitige Auffassungen von CSS-Layout und dessen Möglichkeiten hin. Mit den Vorteilen von auf dem normalen Elementfluss aufbauenden CSS-Layouts haben solche »Layer« nichts zu tun.
Daher mein Aufruf: Baut Eure Seiten doch ein wenig standardkonform auf.
Und meiner: hoert endlich auf mit der Maer von den "guten divs" und den "boesen Tabellen"!
Es geht nicht um das Element div. Div ist lediglich ein Element, was die Gruppierung von Blockelementen und somit die dokumentweite Strukturierung erlaubt und sich dadurch als Angriffspunkt für grob layoutende Styles eignet. Damit kann man jedoch ebenso strukturlose »div-Suppe« kochen. CSS-Layout auf div zu begrenzen oder gar von »div-Layout« zu sprechen, führt in die Irre.
Grüße,
Mathias