Hallo Molily,
Zwischen Texten, die direkt und ausschließlich jeweils bestimmten Bildern zugeordnet sind und mit diesen eine zusammenhängende Einheit bilden, und »einfach so« nebeneinander angeordneten Dokumentbereichen, im Beispiel Rubriklinks und Hauptinhalt, besteht ein fundamentaler Unterschied. Im ersten Fall fußt die Paralleldarstellung auf einer inhaltlichen Abhängigkeit, die Teile determinieren sich gegenseitig. Der besagte Text ist ohne das zugehörige Bild wertlos/wertgemindert und weniger aussagekräftig und umgekehrt. Bei Navigation und Hauptinhalt besteht keine solche Verbindung/Beziehung im Sinne einer Abhängigkeit, welche eine entsprechende Anordnung bedingen würde.
Zwischen einer Navigation und einem daraus auswaehlbarem Inhalt sehe ich aber durchaus eine Abhaengigkeit. Oftmals geht aus der Navigation optisch hervor, auf welcher Seite man sich befindet. Und deren aktueller, inhaltstragender Teil steht eben daneben. Ansonsten kann man sich natuerlich trefflich darueber streiten, wo die Grenzen tabellarischer Information erreicht sind. Einen "fundamentalen Unterschied" zwischen einzelnen Anwendungsmoeglichkeiten kann ich jedenfalls nicht erblicken, allenfalls graduelle Unterschiede der Sorte "eindeutiger" oder "weniger eindeutig". So gibt es Tabellen, die optisch leicht als solche erkennbar sind, und andere, wo das nicht so ist. Ich wuesste aber nicht, warum man letztere verteufeln sollte.
Ich wehre mich also dagegen, dass du gewissermaßen leugnest, dass es tabellarische Informationen mit entsprechenden internen Bezügen gibt, welche zur Anordnung in Tabellen besonders prädestiniert sind, bzw. den Begriff auf alles Denkbare ausweitest.
Fuer mich sind Tabellen nun mal abstrakt. Ihre einzige Aufgabe besteht in der Zueinander-Anordnung von Inhalten. Nirgendwo steht geschrieben, welcher Art diese Inhalte sein sollten, oder wie umfangreich. Es ist kein Zufall, dass HTML so offen ist, sogar Tabellen innerhalb von Tabellenzellen zuzulassen. Dass diese Offenheit in der Vergangenheit oft zum "Stabilmachen" von Layouts missbraucht wurde, gebe ich gerne zu, und diese Art von verschachteltem Tabellenwust finde ich heute auch nicht mehr zeitgemaess. Ich leugne auch nicht, dass es Daten gibt, die besonders tabellentypisch sind. Das ist aber wohl die Sorte Daten, die meistens in Tabellen mit Gitternetz stehen. Die Reduktion der Bedeutung von Tabellen auf solche Daten ist aber das, wogegen ich mich wehre.
Flexibles CSS-Layout bedeutet aber nicht (absolut) »positionierte div-Container«. Es ist ein in seinen Auswirkungen schädliches Missverständnis, CSS-Layout zwangsläufig über das Layer-Modell zu definieren, nach welchem alle Elemente bzw. Bereiche mit position:absolute wie auf einem Reißbrett quer über dem Bildschirm verteilt werden.
Das ist richtig. Und wahrscheinlich habe ich das auch zu einseitig betrachtet. Oftmals endet die Sache mit margin:auto im Textfluss aber auch auf Tricksereien, die sich nicht sehr von den alten verschachtelten Tabellen unterscheiden. div-Suppe eben statt table-Suppe.
Es geht nicht um das Element div. Div ist lediglich ein Element, was die Gruppierung von Blockelementen und somit die dokumentweite Strukturierung erlaubt und sich dadurch als Angriffspunkt für grob layoutende Styles eignet. Damit kann man jedoch ebenso strukturlose »div-Suppe« kochen. CSS-Layout auf div zu begrenzen oder gar von »div-Layout« zu sprechen, führt in die Irre.
Genau. Aber meistens wird das von den Verkuendern der CSS-Layouts genau das gemeint. Und wer sich nicht leisten kann, dass seine Seiten im Internet Explorer Darstellungsprobleme bereiten, muss eben doch meistens wieder auf die divs zurueck kommen.
viele Gruesse
Stefan Muenz