liebe Forumer,
immer wenn ich den Begriff *Dosenpfand* höre kochts in mir. Ich will das irgendwie zum Ausdruck bringen, schaffe ich es damit (s.u.)?
Viele Grüße, Rolf
=cut
Eine Glosse zum Dosenpfand
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Es ist schon sehr verwirrend was der *Grüntritt* vor einem Jahr eingerührt hat: Der Dosenpfand. Verwirrend deswegen weil ich mir nun jede Flasche (Dosen kommen bei mir sowieso nicht in Frage) dreimal anschauen muss um zu sehen ob die Verpackung ganz *normal* zurückgenommen wird oder ob ich diese in eben genau die Verkaufsstelle zurückbringen muss wo ich sie erworben habe.
Dazu muss ich zu allem Überdruss auch noch den Kassenbon aufheben und zwar so dass ich den wiederfinde um ihn in der Verkaufsstelle vorzeigen zu können.
Ahlagut, ich hab den ganzen Kram vermieden bis vor Kurzem wo ich mal einen Familienausflug nach Stuttgart machte, wir fuhren mit dem Auto nach Bruchsal und von dort mit der Bahn nach Stuttgart und zurück. Die Bahn ist ja, wie immer so schön gesagt wird: Ein umweltfreundliches Transportmittel.
Vor dem Antritt der Rückreise hatten wir alle Durst und so kauften wir uns jeder ein kleines Getränk. Beinahe hätt ichs übersehen wenn die Verkäuferin am Bahnhof in Stuttgart mich nicht darauf aufmerksam gemacht hätte: *Sie können den Pfand für die Flaschen auf jedem Bahnhof wieder einlösen*.
In Bruchsal wieder angekommen wurden wir jedoch ersteinmal eines Besseren belehrt: Es war zwar noch weit vor Mitternacht aber ansonsten alles geschlossen. Und so nahm ich die Flaschen mit nach hause.
Eine kleine Recherche ergab dann, dass das Zurückbringen der Flaschen (es waren deren genau 3) nach Bruchsal genau das Doppelte an Benzinkosten verursacht hätte - bezogen auf den Pfanderlös (Fahrt mit dem Auto als preiswerteste Variante). Kostenvergleichsrechnungen hinsichtlich Bahnhof Karsruhe (Fahrtkosten, Parkgebühr usw...) fielen noch ungünstiger aus.
So langsam bekam ich einen dicken Hals wegen dieser 3 Flaschen...
Letzes Wochenende kamm dann die sensationelle Meldung dass jede Verkaufseinrichtung jeden Dosenpfand zurücknehmen muss - und (jetzt kommts faustdick): Jeder Kunde kann das gegebenenfalls gerichtlich einklagen!
Ja wie denn jetzt !?
Sind wir denn mittlerweile soweit dass wir scheinbar Banales, Alltägliches einklagen müssen?
Lasse ich mich für sowas benutzen bloß weil eine total bekloppte Regierung nicht in der Lage ist die Probleme eines Endverbrauchers zu lösen?
Nein!
Fast täglich bin ich in meiner Kaufhalle, die Verkäufer sind nett, wir unterhalten uns ganz normal und oft genug treffen wir den Geschäftsführer der auch sehr freundlich ist. Und gegen die soll ich nun klagen wenn die meine Verpackung wo ich ganz woanders erworben habe nicht zurücknehmen wollen?
Offengestanden: Ich habs noch nicht probiert.
Aber ich hab das auch nicht vor, denn ich will keine solche Kraftprobe auf unterster Ebene.
Ich werde die 3 Flaschen ganz einfach in die Mülltonne schmeißen, die Bahn nur noch dienstlich benutzen und bei privaten Reisen wie seit Jahrzehnten bewährt, einen kleinen Kanister mit Wasser im Kofferraum mitführen.
Alles klar Grüntritti? Für mich schon, aber bei dir sehe ich schwarz ;-)