Seid gegrüßt!
In ferner Zukunft in irgendeinem Wohnzimmer jenseits von gut und böse:
Enkel (E): Großvater, erzähl' mir eine Geschichte!
Großvater(G): Gut, geh' und hole dein Märchenbuch.
E: Nein, nicht so eine, eine *wahre* Geschichte!
G: Eine wahre Geschichte?
E: Ja! Erzähl mir wie es war, als du jung warst.
G: Nun, da musst du dich mit mir auf eine lange lange Reise in die Vergangenheit begeben:
An einem kalten Januartag, ich war gerade 13 Jahre alt, wanderte ich durch den Winterwald, als ich plötzlich das Schlagen von Hufen und das Rasseln von Waffen hörte. Neugierig näherte ich mich den Geräuschen, um zu sehen, was dort vor sich ging. Da lichtete sich der Wald und ich stand auf einem Hügel, den Blick gen Tal gewandt. Dort sah ich sie, herbeiströmen aus allen Himmelsrichtungen, die Armeen der Welt.
Von Norden kam die Armee der Super-DAUs, bis an die Zähne mit Patches bewaffnet.
Von Süden näherte sich die Armee von $chergen, die gar furchterregend mit Dollarnoten fuchtelten.
Von Osten strömte das Heer der Sicherheitsupdates herbei und von Westen schließlich näherte sich die Streitmacht der Programmierer, die leise Flüche in einer mir unheimlichen Sprache namens VB-Script murmelten.
Sie scharten sich um einen Hügel in der Mitte des Tales, auf dem ein unscheinbarer Mann an seinem Laptop mittels ASP seine $chergen zu den Waffen rief. Ein eisiger Schauer lief mir über den Rücken - es war Sir William G.
Doch warum scharte der furchtbare Herrscher seine Heerscharen um sich?
Plötzlich wehte ein leiser Windhauch über die Köpfe der versammelten Armeen und ein einsamer Ritter auf einem riesigen Pinguin tauchte auf. In der linken Hand hielt er sein riesiges Schild "Linux" und mit der rechten Hand schwang er seinen furchterregenden Hammer "Tux". Und mit ihm kamen die Ritter des OpenSource-Ordens, nur ein paar an der Zahl, doch schon unsterblich im Namen, und der Ausdruck in ihren Augen verhieß, dass sie dieses Schlacht nur als heldenhafte Sieger verlassen würden.
Und auf einmal war Stille.
Mein Herz pochte, Sturm kam auf und düstere Wolken verdunkelten den Himmel. Regen peitschte und der Wind blies mit solcher Kraft, dass ich Schutz unter einem Baum suchen musste. Ich sah den Einsamen Reiter auf seinem Pinguin und seine Ritter des OpenSource-Ordens ohne Vorwarnung herabstürzen auf die Heerscharen von Sir William G. Und sie trafen sich mit einem mächtigen Donnerschlag. Ich fühlte die Erde beben, und sah, wie der Einsame Reiter und seine Gefährten wie Wirbelwinde durch die Reihen der $chergen fahren, jeder einzelne von ihnen wie ein Schicksalswind!
Als der Schlachtrauch verzogen war, lag Sir William winselnd am Boden. Die Patches der DAUs waren zerstört, die Dollarnoten zerrissen, die Sicherheitsupdates abgestürzt und die Programmierer lallten nur noch binäre Sprachfetzen.
Und ich sah den Einsamen Reiter auf dem Hügel in der Mitte des Tales und die um ihn gescharten Ritter des OpenSource-Ordens schworen ihm ewig Treue zu halten. Und sie sprachen das kybernetische Vaterunser:
"Satellit unser, der du bist im Himmel, beschleunigt sei dein Link.
Dein Hypertext komme. Deine Verbindung entstehe, im Realen wie im Virtuellen.
Unseren täglichen Download gib uns heute und vergib uns den Kaffee auf der Tastatur
wie auch wir vergeben schlechte Verbindungen zu unserem Server.
Lass' unsere Verbidung nicht zusammenbrechen und befreie uns von allen Viren."
Und sie brachen in lauten Siegesjubel aus, denn von da an war die Welt von den Schergen des Sir William befreit.
Nun, das war die Geschichte, wie fandest du sie?
E: Großartig!
G: Nun, dann ab in's Bett mit dir.
E: Großvater, wer war der Einsame Ritter?
G: Nun, niemand kennt seinen wahren Namen, aber alle nannten ihn Bio.
*SCNR*
Siechfred
PS:
Frei nach Manowar - The Warriors Prayer.
Kybernetisches Vaterunser von Stonie (</archiv/2002/3/6130/#m34144/>)