Henryk Plötz: (OT): XP-Rechner sicher machen?

Beitrag lesen

Moin,

was heist: "bringt nichts"?

Bringt nichts heisst bringt nichts. Einer "Personal Firewall" werden
vom Marketing in der Regel 3 Funktionen zugeschrieben:

  • soll vor Angriffen aus dem Internet schützen
     + Auf einem Rechner welcher keine Dienste in's Internet anbietet
       können auch keine Lücken in diesen Diensten angegriffen werden.
       Einfach alle Netzwerkdienste abstellen (Link habe ich gegeben)
       und schon ist die PFW unnötig. Schlimmer noch: Die PFW vergrößert
       die Codebasis und fügt Komplexität hinzu, jetzt könnten nicht nur
       Fehler im Betriebssystem sondern auch in der PFW für einen Angriff
       ausgenutzt werden. (Das ist bereits vorgekommen.)

  • soll Programme am nach Hause telefonieren hindern
     + Das können sie nicht:
       a) die meisten PFWs fragen bei ausgehenden Verbindungen von
          unbekannten Programmen den Benutzer was passieren soll,
          diese Abfrage kann das bösartige Programm einfach selbst
          beantworten (so schnell wie ein Programm klicken kann, kann
          der Benutzer den Text gar nicht lesen);
       b) wenn nicht lassen sich die meisten PFWs mit den Rechten des
          Benutzers umkonfigurieren (zumal der in der Regel als Admin
          unterwegs ist), also kann auch ein bösartiges Programm mit
          den Rechten des Benutzers die PFW einfach abschalten;
       c) selbst wenn a) oder b) nicht möglich sein sollten, kann man
          beliebige Daten immer noch über beliebige andere Programme
          tunnneln, wenn's gar nicht anders geht ruft die Schadsoftware
          halt den Standardbrowser auf und lässt ihn
          http://böserserver/cgi-bin/tunnel?rauszutunnelndeDaten abrufen.

  • soll den Rechner unsichtbar machen
     + Das geht prinzipbedingt nicht. Normalerweise gibt ein Rechner
       auf Verbindungsanfragen (SYN) eine positive (SYN/ACK) oder
       eine negative Antwort (RST), wenn der Rechner nicht erreichbar/die
       Addresse nicht vergeben ist, sendet der letzte Router eine
       ICMP-Fehlermeldung raus. Eine PFW verletzt dieses Protokoll
       in der Regel absichtlich und schickt gar keine Antwort zurück.
       Da wie eben gesagt im Normalfall immer eine Antwort käme, teilt
       sie so mit: a) der Rechner ist da und b) der Rechner wird von
       einer Software 'geschützt' deren Autor TCP/IP nicht verstanden
       hat. Übrigens: Wenn keine Antwort kommt, muß der anfragende
       Rechner davon ausgehen, daß sein SYN oder die Antwort darauf
       unterwegs verlorengegangen sind und versucht seine Anfrage
       nochmal (in der Regel so um die 4 Wiederholungen), eine PFW sorgt
       also für mehr unnötigen Traffic.

hat keinerlei wirkung?

Och, Wirkungen gibt es schon, die sind aber allesamt nachteilig.

hat nicht die selbe wirkung, wie eine hardware-firewall?

Eine 'Hardware-Firewall' hätte wenigstens den Vorteil nicht vom
aktuellen Benutzer und damit von von ihm ausgeführter Malware direkt
konfigurierbar zu sein.

--
Henryk Plötz
Grüße aus Berlin
~~~~~~~~ Un-CDs, nein danke! http://www.heise.de/ct/cd-register/ ~~~~~~~~
~~ Help Microsoft fight software piracy: Give Linux to a friend today! ~~