Hallo,
(...) Ein einfacher Link lässt dem Nutzer alle Möglichkeiten, frei zu entscheiden, wie er mit dem Download umgehen möchte.
Eine wirklich freie Entscheidung setzt voraus, dass alle Möglichkeiten bekannt sind und als echte, gangbare Optionen als Alternativen offen stehen, dass eine vollkommene Klarkeit und Kontrolle herrscht.
Natürlich kann ein Nutzer nur zwischen den Möglichkeiten wählen, die ihm bekannt sind. Je mehr Möglichkeiten sich ihm offenbaren, desto größer ist die Auswahl. Dieser Zustand ist zu begrüßen!
Somit brechen alle Argumentationen, die sich dieses Schemas bedienen, früher oder später unter dem pragmatischem Druck zusammen. Dasselbe gilt also für Herleitungen derselben Form wie »ein Link ohne target="_blank" lässt dem Benutzer alle Möglichkeiten, frei zu entscheiden, den Link selbst in einem neuen Fenster zu öffnen«, »ein Layout ohne Beschränkung der Zeilenlängen lässt dem Benutzer die Möglichkeit, frei zu entscheiden, welche Zeilenlänge er gerne hätte«, »keine Schriftgröße anzugeben, lässt dem Benutzer alle Möglichkeiten, frei zu entscheiden, welche Schriftgröße er haben möchte« etc. pp. Bereits die ArgumentationsFORM ist problematisch. Wenn man die Platzhalter füllt, notwendigerweise das Argument.
Es gibt zwei Überzeugungen, die zueinander im Widerspruch stehen:
1. Der Nutzer ist dumm. Ich muss ihn an die Hand nehmen und ihm Einstellungen vorgeben, die für ihn gut sind, da er sie selber nicht vornehmen kann.
2. Der Nutzer ist mündig. Ich gehe davon aus, dass er in der Lage ist, eine für ihn optimale Arbeitsumgebung einzurichten, die er ausreichend gut bedienen kann.
Ich stehe schon seit langem für die zweite Überzeugung ein. Und in diesem Fall (Ressource als Download bereit stellen) sehe ich auch kaum funktionierende Alternativen.
Gruß,
MI
Einführung in XHTML, CSS und Webdesign: http://jendryschik.de/wsdev/einfuehrung/
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