Bogardo: Hakenkreuz abbilden?

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Hi,

... nicht direkt alternativ im Sinne von links.

einfach so zur Klarstellung, ich meine "alternativ" im Sinne von:

[1] primär   --> w a h l w e i s e ; zwischen zwei Möglichkeiten die Wahl lassend;
[2] sekundär --> für als menschen- und umweltfreundlicher angesehene Formen des [Zusammen]lebens eintretend)

© 2000 Dudenverlag

Zu 1: Die Wahl lassend zwischen der "offiziellen" Website des Dorfes und meinen "inoffiziellen" und eher "künstlerisch" ausgerichteten Seiten.

Zu 2: Ob das als links, rechts, rot, grün, schwarz oder himmelblau angesehen wird, ist mir egal.

Kannst du mir vielleicht Tipps geben, wo man Informationen über Wahlausgänge, NSDAP-Mitglieder-Zahlen, eventuelle Progrome oder gar Deportationen herbekommen könnte?

Eine schwierige Suche unter "erschwerten" Recherchebedingungen. Dir wird überall die Frage begegnen: "Warum wollen Sie das wissen?" Oder anders herum: "Geht Sie das irgend etwas an?"  :-(

1. Der bequemste Weg sind bereits vorliegende Publikationen über Ort, Nachbarorte, Landkreise, Region, Bundesland, veröffentlichte Tagebücher, Biographien, Erzählungen usw. - eigentlich klar, dass das an erster Stelle steht.

Dabei gilt unbedingt, die Urheberrechte zu wahren, wenn du über Zitate hinaus Texte oder Bilder übernehmen willst. Ich habe bisher drei Mal einen Autor bzw. Hinterbliebene um Erlaubnis gefragt und bekam drei Mal eine "freundliche Genehmigung".

2. Alle Arten von Archiven: Ort, Kreis, umliegende Städte, Land, Zeitungen, Kirchen. Das ist echte Arbeit, braucht sehr viel Zeit und Erfahrung. Eine im wahrsten Sinne "staubtrockene" Angelegenheit. Hat man sich aber in den Tiefen eines Archivschrankes eingegraben, findet man kaum noch heraus. ;-)

3. Existierende Ortschronisten fragen und so gut es geht in die Arbeit einbinden. Chronisten sind fast so eitel wie Webdesigner ;-) und schrecklich eifersüchtig. Querschüsse aus dieser Ecke besser vermeiden!

4. Je kritischer du schreibst, desto mehr wird es offene oder versteckte Widerstände geben. Vor Ort sehr auf _Freundlichkeit_ bedacht sein. Ohne Hilfe steht man schnell in einer Sackgasse.

5. Gerade als Nichthistoriker sollte man mit seinen "Forschungsergebnissen" und ihrer Interpretation _sehr_ vorsichtig sein.

6. Die "liebe" Verwandtschaft sollte man als historische Quelle nicht unterschätzen. Außerdem freuen sich die Onkel und Tanten, wenn man sich selbst an einem Wochenende mal zu einem Kaffee einlädt. Das dient also auch der Pflege der Familienbande. ;-)

7. Sehr zu empfehlen: Schöne Zufälle als "Aufhänger" von Geschichten, mit denen man sich, gerade als Laie, vorsichtig an die Materie herantasten kann. Mein Onkel bekam zu seinem 70. Geburtstag eine echte Zeitung seines "Geburtstages" (Montag, 6. März 1933) geschenkt. Diese kath. Zeitung, dem Zentrum nahestehend, berichtet von der Reichstags-Wahl vom Vortag (alle Wahlergebnisse sind exakt aufgelistet), von Hintergründen und kommentierte sie ausführlich. Und total daneben. Die Redakteure ahnten nicht im Geringsten, welch ein Sturm die nächsten Tage losbrechen sollte.

Es ist doch ein himmelweiter Unterschied, ob ich ein Ereignis in einem Geschichtsbuch lese, das den Ausgang des Geschehens kennt, oder in einer tagesaktuellen Zeitung. Und damit Online. ;-)

Ich schätze, im Gemeindearchiv wird es nur relativ wenig (vor allem zu den letztgenannten Punkte) geben.

Unser Ortsarchiv wurde ausgerechnet von den Franzosen im Sommer 1945, im dritten Besatzungsmonat, komplett zerstört. Ein Gemeindearbeiter konnte nachts einen einzigen Ordner aus dem Feuer retten ...

C'est la vie! Was soll man anderes sagen.

Ciao, Bogardo