Spielt da der MBR mit?
Uli S.
- software
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Der Martin
Hallo.
Ich habe ein Problem. Und zwar habe ich diverse Hardware (CPU, Mainboard, Grafikkarte, Kühler) an meinem PC ausgewechselt, und seit dem spielt mein Ubuntu 5.10 Breezy und Kubuntu 5.04 Hoary verrückt (Windoof dagegen komischerweise nicht).
Ubuntu sagt gleich am Anfang, dass meine letzte Sitzung kürzer als 10 Sekunden war (was natürlich falsch ist) und vermutet dass ein Installationsproblem vorliegt und rät, im Recovery-Modus zu booten. Im Recovery-Modus allerdings kommt dieselbe Meldung nochmal, ich komme nicht in Ubuntu rein.
Kubuntu allerdings bootet, aber wenn ich auf meiner Tastatur zu schnell schreibe, öffnet sich das Kontextmenü der Maus, Kubuntu friert komischerweise ein wenn ich zu viele Sachen zu schnell hintereinander mache (zum Beispiel Fenster schließen während es noch lädt).
All diese Sachen waren früher nicht so. Und da ich mein System sowieso schon total vergurgt hab, bietet sich mir jetzt die Möglichkeit, einfach mal zu formatieren und neu zu installieren.
Das Einzige was mich davon abhält ist die Reaktion des MBR darauf. Kann ich sicher sein, dass bei der Installation der MBR richtig geschrieben wird, also die bisherigen Einträge auf Gültigkeit überprüft und sie evtl ersetzt werden durch gültige? Oder wird einfach nur ein Eintrag nach der Installation hinzugefügt, ohne die anderen zu überprüfen?
Merci
Uli S.
Hallo Uli,
Und zwar habe ich diverse Hardware (CPU, Mainboard, Grafikkarte, Kühler) an meinem PC ausgewechselt, und seit dem spielt mein Ubuntu 5.10 Breezy und Kubuntu 5.04 Hoary verrückt (Windoof dagegen komischerweise nicht).
Also CPU und Kühler sind nicht dramatisch, den Wechsel der Grafikkarte wird ein Betriebssystem auch noch verkraften. Aber das komplette Mainboard auszutauschen, das ist ja fast schon eine Totaloperation. Das ist ein so tiefer Eingriff, als würde man einem Menschen Herz, Lunge, Leber und das Rückenmark transplantieren.
Ein Betriebssystem wird schließlich bei der Installation genau auf die Eigenschaften des Mainboards mit seinen vielen integrierten Controllerchen abgestimmt. Wenn da plötzlich alles ein bissel anders aussieht, wundert es mich nicht, dass das System plötzlich taumelt.
Viel mehr wundert es mich, dass Windows nach so einer radikalen Maßnahme noch stabil läuft. Das kenne ich nämlich anders. Aber vermutlich hat Windows auch gravierende Hardware-Probleme und/oder Inkompatibilitäten mit den installierten Treibern festgestellt und spricht die Systemkomponenten nur noch über die sichere (aber langsame) BIOS-Schnittstelle an (der sog. Kompatibilitätsmodus).
bietet sich mir jetzt die Möglichkeit, einfach mal zu formatieren und neu zu installieren.
Nach einem Mainboard-Wechsel würde ich das auch _unbedingt_ empfehlen.
Das Einzige was mich davon abhält ist die Reaktion des MBR darauf. Kann ich sicher sein, dass bei der Installation der MBR richtig geschrieben wird, also die bisherigen Einträge auf Gültigkeit überprüft und sie evtl ersetzt werden durch gültige? Oder wird einfach nur ein Eintrag nach der Installation hinzugefügt, ohne die anderen zu überprüfen?
Hä? Der MBR enthält hauptsächlich die Partitionstabelle und den allernötigsten Code, um eine aktive Partition zu finden und das darauf befindliche Betriebssystem zu starten. Das funktioniert ja offensichtlich. Solange du an der Partitionierung nichts änderst, hast du mit dem MBR eigentlich nichts am Hut.
Eventuell musst du einen Bootmanager nachher neu einrichten, d.h. ihm verraten, welche Betriebssysteme da auf welcher Partition auf ihren Einsatz lauern. Aber das dürfte ja nicht weiter schwierig sein.
Schönen Sonntag noch,
Martin
Hallo,
Ein Betriebssystem wird schließlich bei der Installation genau auf die Eigenschaften des Mainboards mit seinen vielen integrierten Controllerchen abgestimmt. Wenn da plötzlich alles ein bissel anders aussieht, wundert es mich nicht, dass das System plötzlich taumelt.
Das ist zumindest unter Linux *nicht* so. Es kann sein, dass ein angepasster Kernel installiert wurde, dann muss er den Kernel gegen den generischen austauschen, der zur Installation verwendet wurde. Ansonsten sucht der Kernel sich beim Booten das aus, was gerade da ist.
Unter Windows ist die Sache etwas komplizierter, da bei der Installation des HAL (Hardware Abstraction Layer) die aktuell installierte HW eine Rolle spielt (wenn ich mich richtig erinnere, gibt es 4 verschiedene HALs). Abhaengig von der Aenderung des Mainboards kann es also sein, dass das Ganze Windows nichts ausmacht oder aber, dass Windows zickt ohne Ende.
Gruss
Thomas
Hi
Also CPU und Kühler sind nicht dramatisch, [..]
Das sehe ich anders. Denn das einzige was jetzt an der Hardware geändert wurde, ist die CPU. Ich bin von Pentium 4 3 Ghz auf Celeron 2.67 Ghz umgestiegen. Und das ist das einzige was sich grundlegend geändert hat an der Hardware..
den Wechsel der Grafikkarte wird ein Betriebssystem auch noch verkraften.
Grafikkarte stammt vom selben Hersteller, aus derselben Baureihe. Von NVidia Geforce 5700 auf NVidia Geforce 2 MX.
Aber das komplette Mainboard auszutauschen, das ist ja fast schon eine Totaloperation. Das ist ein so tiefer Eingriff, als würde man einem Menschen Herz, Lunge, Leber und das Rückenmark transplantieren.
Ein Betriebssystem wird schließlich bei der Installation genau auf die Eigenschaften des Mainboards mit seinen vielen integrierten Controllerchen abgestimmt. Wenn da plötzlich alles ein bissel anders aussieht, wundert es mich nicht, dass das System plötzlich taumelt.
Oh oh, falsch verstanden: Es ist exakt dasselbe Mainboard, da das alte ein paar abgebrochene Pins hatte. Ich habe dasselbe wieder gekauft und eigebaut. Geändert sollte sich also nichts haben. Sorry, das hatte ich vergessen zu erwähnen.
bietet sich mir jetzt die Möglichkeit, einfach mal zu formatieren und neu zu installieren.
Nach einem Mainboard-Wechsel würde ich das auch _unbedingt_ empfehlen.
Auch jetzt noch?
Mir fällt nun mal keine andere Lösung ein, und da mein System ja sowieso vergurkt ist (ich liebe dieses Wort :-) ), kommt mir das ja sehr zugute.
Eventuell musst du einen Bootmanager nachher neu einrichten, d.h. ihm verraten, welche Betriebssysteme da auf welcher Partition auf ihren Einsatz lauern. Aber das dürfte ja nicht weiter schwierig sein.
Oh, noch ein Fehler meinerseits. Genau das wollte ich doch, dass GRUB nicht nachher 6 nutzlose Einträge hat.
merci
Uli S.
Hallo,
Also CPU und Kühler sind nicht dramatisch, [..]
Das sehe ich anders. Denn das einzige was jetzt an der Hardware geändert wurde, ist die CPU.
okay, also den Kühler lassen wir mal außen vor, der spielt für Softwarefragen nun wirklich keine Rolle.
Aber auch ein CPU-Upgrade (oder auch Downgrade) dürfte theoretisch nichts ausmachen. Gut, ich hab zwar schon seit Jahren keine Intel-CPUs mehr (alles AMD oder Exoten), aber ich habe schon auf etlichen Boards CPUs getauscht, ohne dass sich dadurch irgendwas geändert hätte (außer dem Tempo natürlich *g*).
Allerdings alles unter Windows.
Auch die Festplatte ist übrigens eine Komponente, die man an einem komplett installierten System (again: Windows!) problemlos und ungestreift austauschen kann (hab ich auch schon x-mal gemacht), vorausgesetzt, man kopiert den Inhalt der alten Platte Sektor für Sektor auf die neue um, und nicht dateiorientiert. Das kann bei NTFS danebengehen. Bei FAT ist dagegen selbst das Kopieren auf Dateiebene kein Problem, das System rennt auf der neuen Platte einfach wieder los, als ob es nie anders gewesen wäre.
Ich bin von Pentium 4 3 Ghz auf Celeron 2.67 Ghz umgestiegen. Und das ist das einzige was sich grundlegend geändert hat an der Hardware...
Wirklich seltsam. Und die BIOS-Einstellungen hast du passend zur CPU angepasst? Betriebsspannungen, Taktfrequenzen, Teilerverhältnisse ...?
den Wechsel der Grafikkarte wird ein Betriebssystem auch noch verkraften.
Grafikkarte stammt vom selben Hersteller, aus derselben Baureihe. Von NVidia Geforce 5700 auf NVidia Geforce 2 MX.
Gut, dann hätte ich auch erwartet, dass das läuft.
Aber das komplette Mainboard auszutauschen, ...
Oh oh, falsch verstanden: Es ist exakt dasselbe Mainboard, da das alte ein paar abgebrochene Pins hatte. Ich habe dasselbe wieder gekauft und eigebaut. Geändert sollte sich also nichts haben.
Ach so, dann hatte ich das missverstanden. Und auch wieder mit den gleichen Grundeinstellungen? Dann ist auch meine Frage weiter oben zur Umstellung der CPU-Parameter sinnlos. Obwohl hier durchaus Werte stehen könnten, die für die Stabilität und Betriebssicherheit des Systems eine große Rolle spielen.
bietet sich mir jetzt die Möglichkeit, einfach mal zu formatieren und neu zu installieren.
Nach einem Mainboard-Wechsel würde ich das auch _unbedingt_ empfehlen.
Auch jetzt noch?
Nicht mehr so vorbehaltlos. Jetzt bin ich nämlich an dem Punkt, wo Theorie und Praxis getrennte Wege gehen: Theoretisch hätte alles problemlos weiter funktionieren müssen, aber praktisch...
Mir fällt nun mal keine andere Lösung ein, und da mein System ja sowieso vergurkt ist (ich liebe dieses Wort :-) ), kommt mir das ja sehr zugute.
Naja, wenn du mit der Radikallösung leben kannst. Bei _meinen_ Rechnern würde ich lieber drei Tage mit Diagnose und Fehlersuche verbringen, als das System neu zu installieren. Denn bei den vielen persönlichen Anpassungen würde ich ein bis zwei Wochen brauchen, bis ich alles wieder so eingerichtet habe wie vorher.
Oh, noch ein Fehler meinerseits. Genau das wollte ich doch, dass GRUB nicht nachher 6 nutzlose Einträge hat.
Naja, die Einträge kann man ja sicher editieren. Also wo liegt das Problem? ;-)
Schönen Sonntag noch,
Martin
Oh, noch ein Fehler meinerseits. Genau das wollte ich doch, dass GRUB nicht nachher 6 nutzlose Einträge hat.
Naja, die Einträge kann man ja sicher editieren. Also wo liegt das Problem? ;-)
Genau das wollte ich doch erfragen: Wo kann man diese Einträge editieren?
Hallo,
Naja, die Einträge kann man ja sicher editieren. Also wo liegt das Problem? ;-)
Genau das wollte ich doch erfragen: Wo kann man diese Einträge editieren?
'tschuldigung, ich habe noch keine Erfahrung mit den diversen Linuxen und ihren Bootmanagern, aber Google kennst du?
Eine Suche nach "grub einträge bearbeiten" führte mich zu einem Thread im Unixboard, der genau das beschreibt. Ein paar Suchtreffer weiter unten finde ich noch einen Link auf ein Ubuntu-Wiki, und auf der Seite wird auch lang und breit erklärt, wie man GRUB einrichtet und konfiguriert.
Schönen Sonntag noch,
Martin
Hallo Uli.
Genau das wollte ich doch erfragen: Wo kann man diese Einträge editieren?
Unter /boot/grub/menu.list.
Einen schönen Sonntag noch.
Gruß, Ashura
Hi.
Genau das wollte ich doch erfragen: Wo kann man diese Einträge editieren?
Unter /boot/grub/menu.list.
Genau das habe ich auch geradeeben erfahren (aber nicht von euch :-p )
Danke vielmals, Problem gelöst. Ich mach mich jetzt mal ans formatieren und neu-installieren. Home-Verzeichnisse sind gesichert, außerdem noch meine anderen Dateien die ich noch brauche.
Merci
Uli S.
Hallo Uli.
Home-Verzeichnisse sind gesichert, außerdem noch meine anderen Dateien die ich noch brauche.
Das /etc-Verzeichnis hast du hoffentlich auch gesichtert, da dort unzählige Standardeinstellungen vom System abgelegt werden.
Einen schönen Sonntag noch.
Gruß, Ashura