Hallo Herr Missionar, ;-)
Dann muss ich wohl auch Stellung beziehen.
- XP-Professional
[Umstieg auf OS X]
Warum sollte man von einem System, das man jahrelang kennt und das die Anforderungen erfüllt, ohne Notwendigkeit auf ein anderes umsteigen, und sich dort erst wieder mit den Grundlagen vertraut machen?
Warum ich es getan habe? Ich war jung und hatte das Geld! ¹
Ich denke, du überschätzt den Aufwand einer Umstellung. Ich war viele Jahre mit Windows 2000 zufrieden, da ich kaum Probleme damit hatte und alles stabil lief. Das war allerdings nur gewährleistet, weil ich immer wusste, wie man mit Windows umzugehen hat. Der normale Andwender weiß das nicht und verreckt eher früher als später. Eine Windows-Standardinstallation ist offen wie ein Scheunentor und eine Infektion ist leider nur eine Frage der Zeit. Fazit: Wer bisher imstande war, sein Windows abzuschotten, wird mit OS X niemals ein Problem haben. Wer nicht dazu in der Lage war, bekommt ein hübsches, durchdachtes und unkaputtbares Betriebssystem mit vielen Feinheiten, die schlicht und ergreifend gut funktionieren, ohne eigene Dateien oder fremde Postfächer zu korrumpieren. Die Dinge, die unter OS X anders laufen, sind übrigens relativ wenige.
Mein Fazit nach ca. einem Monat netto und ohne jegliche Mac-Vorkenntnisse:
1. OS X ist wirklich simpel zu bedienen. Alles findet sich dort, wo man es erwartet und falls nicht, ist Spotlight zur Stelle. Anwendungen werden per Drag & Drop (de)installiert. Keine Registry! Den Unix-Unterbau bekommst du nur zu Gesicht, wenn du gezielt unters Tiger-Röckchen schielst. ;-)
2. Die meistbenutzte Software ist in meinem Fall für Windows und OS X verfügbar. Opera, meine Hauptanwendung nutze ich auch auf dem Mac. The Bat! gibt es hier zwar nicht, die E-Mails konnte ich aber problemlos in Thunderbird importieren - es war lediglich mit ein bisschen Arbeit verbunden. Vienna ist ein guter Feedreader. MS Office wäre verfügbar, doch NeoOffice ist kostenlos und funktioniert - für meine Ansprüche - genauso gut. iLife deckt die meisten Multimedia-Anforderungen ab. Lediglich den TotalCommander vermisse ich gelegentlich, aber man kommt auch mit dem Finder aus, wenn man keine Alternative [1], [2] installieren will. Mit Fink holst du dir die gesamte Linux-Welt ins Boot - ohne frick^H^Hvole ini-Hacks, wohlgemerkt.
3. OS X ist (deppen)sicher. Wirklich, ich habe es probiert. ;-) Man kann mit dem Admin-Account arbeiten, ohne große Löcher aufzureißen, wenn man das System so einstellt, dass es bei Konfigurationsänderungen nach dem Kennwort fragt. Weitere Benutzer können genau nichts kaputtmachen. Eine einzige Windows-Reparatur kostet mehr als eine OS X-Lizenz, wenn einem Freizeit lieb und teuer ist …
4. Mein iMac ist kaum zu hören, trotz (oder wegen) des flotten Core 2 Duo. Lediglich gröbere Festplattenaktionen verursachen ein gefälliges Knuspern. Wenn ich nicht wüsste, dass irgendwo ein Lüfter werkelt, würde ich es vehement bestreiten. Ich habe vor ein paar Jahren einen Batzen Geld in leise PC-Komponenten investiert, aber mit dem Apple hält der PC niemals mit.
Ungeachtet der Diskussion, welches System nun für einen bestimmten Zweck das bessere sei,
Arbeiten, womit auch immer?
würde nur dann zu einem Systemwechsel raten, wenn man entweder neugierig und experimentierfreudig oder mit dem bisherigen System so unzufrieden ist, dass man die Mühe in Kauf nehmen möchte.
Kühe machen Mühe, der Tiger aber schnurrt.
Roland
¹ Das Preis-/Leistungsverhältnis ist tatsächlich hervorragend, wenn man die Hardware, das Betriebssystem und den nicht vorhandenen Administrationsaufwand einbezieht.