Hallo,
Nicht schlecht ist vermutlich die Frage auch: wer definiert, was "Terrorist" ist?
das ist noch relativ einfach: Terror kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "Schrecken" oder "Angst". Im heutigen Sprachgebrauch ist ein Terrorist also jemand, der Angst und Schrecken verbreitet - nämlich dadurch, dass er irgendein Ziel mit Gewalt anstrebt und dabei Leiden oder gar den Tod Unschuldiger in Kauf nimmt oder gar bewusst als psychologisches Mittel einsetzt.
Häufig wird der Begriff Terror nur im Zusammenhang mit politisch motivierten Gewalttaten gebraucht; ich finde aber, diese Sichtweise ist schon zu speziell. Für mich ist auch jemand ein Terrorist, der ein Kaufhaus mit Waffengewalt beherrscht, alle zufälligen Kunden als Geiseln hält und droht, sie alle umzubringen, wenn er nicht freies Geleit und fünf Millionen in bar bekommt. Bewusst eingesetzte Gewalt gegen Unbeteiligte ist für mich das kennzeichnende Merkmal.
Und: Wie kommt es, dass die einen sagen, der und der (zB. Stauffenberg) war ein Verräter/Terrorist, die anderen aber, es sei ein Freiheitskämpfer?
Naja, die Frage führt uns zu ethisch-moralischen Aspekten: Wann würde man Gewalt gegen einen Menschen akzeptieren oder gar gutheißen? Das ist ein heißes Thema. Und zwar umso heißer, je umstrittener die Personen sind, um die es geht.
Und: was müsste passieren, damit ich selbst zum Terrorist würde?
Diese Frage muss jeder für sich beantworten:
1. Gibt es etwas, das für mich einen so hohen Stellenwert hat, dass ich mit Gewalt dafür kämpfen würde? Diese Frage würden vermutlich viele bejahen.
2. Auch dann, wenn dadurch andere, die nichts mit meiner Sache zu tun haben, zu Schaden kommen? Spätestens hier würden die meisten Menschen wahrscheinlich ihre Nicht-Eignung zum Terroristen erkennen.
Und: habe ich schon mal in einem amerkikanischen Film jemanden bejubelt, der sich zwar komplett übers Rechtssystem hinwegsetzt, aber dennoch in meinen Augen die "richtig, gerechte" Sache vertreten hat?
Ja, oft. Und nicht nur bei amerikanischen Filmen auch bei deutschen. Das liegt daran, dass sich unser Rechtssystem für viele eben doch deutlich vom Gerechtigkeitssinn unterscheidet. Manchmal so weit, dass sie einander um 180° gegenüberstehen (egal ob US oder DE).
So long,
Martin
Wenn zwei dasselbe tun, sind sie vielleicht bald zu dritt.