Kai345: Schuko-Steckdose ohne Schutzleiter

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[latex]Mae  govannen![/latex]

in meiner früheren Wohnung habe ich auch ein paar abenteuerliche Geschichten gesehen. Das war zwar kein Altbau (Baujahr so um 1960), aber der Vormieter hatte vermutlich ebensowenig Ahnung von der Elektroinstallation, wie er Hemmungen davor hatte.

Ach, wieder mal einer, der dem Elektriker den Schraubendreher angereicht hat und sich daher qualifiziert fühlt. Ja, die mag ich ganz besonders. Es sei denn....

Eines Tages war die Glühbirne in der Deckenlampe im Flur durchgebrannt. Kein Problem. Ich habe also die Glas-Abdeckung abgenommen, eine neue Birne eingeschraubt - und dann fiel mir auf, dass die Lampenfassung zwischen dem schwarzen und dem grün-gelben Fussel angeklemmt war, während ein blauer lose in der Gegend rumhing. Okay, Verbraucher zwischen L und PE funktioniert zwar (wenn man keinen FI hat), aber das gehört sich einfach nicht. Also hab ich das noch schnell umgeklemmt ...

... Es gab in der Übergangszeit von alter zu neuer Farbgebung (also von sw/gr/rt zu sw/bl/gnge) eine Weile zweiadrige Stegleitung, die aus einem schwarzen und einem grün-gelben Draht bestand. Falls $Person das kannte und noch im Kopf hatte, würde es zumindest den seltsamen Anschluß der Leuchte erklären.

und dann ging die Flurbeleuchtung gar nicht mehr.

Und dann habe ich angefangen, alles nachzumessen, was ging. Und dabei habe ich festgestellt, dass mein Vorgänger in der Wohnung vermutlich so einiges ergänzt hatte, ihm aber anscheinend völlig fremd war, dass die Farben der Adern auch eine Bedeutung haben.

Ich hab schon diverse zweiadrige Installationen gehabt, wo der graue Draht Spannung führte und der schwarze als N verwendet wurde... Kommt gut, wenn dann der nächste Laie die Anlage erweitert und es dann "richtig" macht incl. klassischer Nullung. "Schön" die Gehäuse unter Spannung gesetzt.

Noch schlimmer ist es mit Rot (und Blau). In dreiadriger Lichtinstallation ist rt Schutzleiter, im vieradrigen Herdanschluß (sw/gr/rt/bl) sind rt und bl hingegen Außenleiter und gr ist N.

Soweit ich weiß, genießen Altanlagen Bestandsschutz, aber sobald dort etwas an der Installation verändert wird, darf die klassische Nullung nicht mehr beibehalten werden.
Sowas habe ich auch schon gehört. Aber das würde ja bedeuten, dass man z.B. nicht mal eine 60 Jahre alte Steckdose auswechseln darf, ohne die Verkabelung im ganzen Haus zu modernisieren. Das kann ich nun auch wieder nicht ganz glauben.

Ja, vermutlich gibt es da eine "Bagatellklausel", die das im Einzelfall ausschließt.

Ja. Es ist unzumutbar, wegen einer defekten Steckdose die Wohnung neu installieren zu müssen. Allerdings habe ich es viel zu oft erlebt, daß insbesondere Wohnungsbau-Gesellschaften die Wohnung renovieren (aka tapezieren/streichen) lassen und _dann_ die Elektriker die Steckdosen tauschen und zusätzliche installieren sollten. Gibt regelmäßig Streit :)

Denn wenn irgendwas Schlimmes passiert wegen dieser Steckdose, könnte ich verantwortlich gemacht werden, weil ich da etwas unfachmännisch installiert habe, ganz abgesehen davon, dass ich mir das selber nie verzeihen könnte.

Ja. Beides kann das Leben nachhaltig verändern. Und das muss nicht sein.

Im schlimmsten Fall gefährdet man nicht nur sich, sondern (z.B. durch Brand infolge Murks) sämtliche Hausbewohner. Wenn man das selber überlebt und Andere nicht und noch ein Rest-Gewissen hat, kann man sich gleich nen Strick nehmen.

Stur lächeln und winken, Männer!
Kai

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Dank Hixies Idiotenbande geschieht grade eben wieder ein Umdenken
in Richtung "Mess up the Web".(suit)
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