Aber es wird eben nicht zwangsweise auf dem Client komprimiert dargestellt. Einerseits kann man z.B. die "Groß-Ansicht" wählen, wenn man Details angucken will und andererseits kann man das Handy ja auch an einen Laptop angesteckt haben und mit diesem surfen - oder gleich einen Surfstick nehmen. In diesen Szenarien ist es dann wirklich unangebracht das Bild in irgendeiner Weise auf dem Proxy zu verändern.
Es gibt noch mehr Clients da draußen als die iPhones, Android-Geräte usw. mit hochauflösenden (sowohl hinsichtlich der Pixelmenge als auch der Farben) Anzeigen. Wer eine Webseite ins Netz stellt, ist zunächst einmal damit einverstanden, dass sich ein anderer sie ansieht, ganz egal, zu was sein Gerät in der Lage ist oder nicht.
Die vorgenannten Proxies reduzieren zwar diese Fähigkeiten, sind aber Teil des Übertragungswegs und als solcher mit einzukalkulieren (ansonsten gäbe es ja auch nicht die Möglichkeit, die Filterung mit den entsprechenden Headern zu verhindern - Personenbezogene oder sicherheitsrelevante Daten möchte man ja auch nicht im Speicher eines Proxies verändert wissen.
Besonders Problematisch ist es, wenn es z.B. die Referenzseite eines Fotografen ist. Wie man an diesem Thread sieht, weiß der User ja nicht wieso "da etwas nicht stimmt". Im Zweifel wird er diesen Fotografen also für unfähig halten. Spätestens dann würde ich schon von einer Entstellung sprechen. Eine Veränderung ist es ja sowieso, aber auch wenn die gerechtfertigt ist, ist es die Entstellung sicherlich nicht immer.
Und auch hier kann man mit Leichtigkeit dagegen argumentieren: da ja alle Seiten auf dem betreffenden Gerät so aussehen, wird der Nutzer schnell zu der (wenn auch falschen) Annahme kommen, dass sein Gerät das eben nicht besser kann.
Was nun die Werbeeinbindung betrifft: diese war ganz im Vodafone-Stil gehalten und hatte die Anmutung einer zusätzlichen Browser-Leiste. In diesem Fall könnte man argumentieren, dass Vodafone sich die jeweilige Seite zu Eigen gemacht hat, um darauf Werbung darzustellen, da nur ungenügend kenntlich gemacht wurde, was Angebot von Vodafone und was Angebot des eigentlichen Anbieters ist. Insofern hat Vodafone damit definitiv eine Urheberrechtsverletzung begangen.
Lustigerweise schreibt dieser Zwangsproxy auch "Vodafone" mit in den UserAgent-String des Aufrufs mit rein. Man kann also leicht nachsehen, ob Vodafone in den Serverlogs auftaucht und dann eine freundliche Bitte um künftige Unterlassung an Vodafone schicken (keine Abmahnung, dazu braucht es einen Anwalt und das kostet auch gleich wieder).
Gruß, LX
RFC 2324, Satz 7 (Sicherheit): Jeder, der zwischen meinem Kaffee und mir steht, gilt als unsicher.