Michael: (ZUR INFO) Toll, schon wieder neue VM von MS :-((((

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Hallo Thorhall,

Ja, 7MB ist in der Tat etwas fett. Das liegt aber daran, daß es nicht nur ein Patch ist, sondern die vollständige MS JavaVM (die ja im Prinzip getrennt zum IE arbeiten kann und deshalb auch ein eigenständiges Stück Software ist und lediglich vom IE für Applets benutzt wird).
Hinzu kommt dann noch, daß diese nicht nur die Standard-Java-Funktion enthält, sondern auch noch die ganzen Microsoft-Erweiterungen (sehr unschön, da damit das selbe droht, wie bei Javascript ... jeder hat seinen eigenen "Dialekt").
Aber wer ohne die bunten Applets auskommt, kann sich das ja sparen (unbestritten gibt es auch sinnvolle Anwendungen; aber nicht jeder benutzt die halt).

Aber auch dem allgemeinen Teil Deines Postings muss ich zustimmen. Ich begreife eigentlich auch nicht, warum die Programme so groß sein müssen und so groß werden. Ich programmiere selbst schon seit recht langer Zeit, deshalb glaube(!) ich das doch zumindest ungefähr einschätzen zu können. Das betrifft ja nicht nur Browser, sondern auch Betriebssysteme, Officepakete .... ja so ziemlich jede moderne Software.
Der Hauptgrund ist aber wohl doch schlampige Programmierung. Schau Dir doch mal an, wie Software entsteht. Heutzutage muss alles schnell gehen und man muss der Konkurrenz immer ein Stück vorraus sein (mit Funktionen, die sowieso keiner braucht *g* ... stimmt aber). Quick & Dirty Programmierung und das Motto: "Hauptsache es läuft irgendwie" nebenbei kauft man dann noch paar andere Firmen auf und versucht den ihre vorhandene Software bei sich selbst irgendwie einzubauen ... statt durchdachte Konzepte, sorgen eben dafür, daß Programme groß, komplex und damit fast unbeherrschbar werden (daher auch viele Bugs). Sieht ja daran, daß es immer länger dauert, bis eine neue Version erscheint. Überleg doch nur mal von Windows95 auf 98 ... und die Änderungen sind marginal .....
Ist aber generell ein Problem. Ein Produkt richtig zu durchdenken kostet zuviel Zeit. Das widerspricht dem Konkurrenzdruck. Und wenn sich jemand doch die Zeit nimmt, dann ist das Konzept ansich bis zur Fertigstellung überholt bzw. man hat keine Chance mehr sich durchzusetzen, weil sich andere auf dem Markt ausgebreitet haben.
Das wird sich auch erst ändern, wenn eine gewisse Sättigung eintritt und die Anwender merken, es ist nicht wichtig, daß Neuste zu haben, weil man es eh braucht, sondern vorallem muss es richtig funktionieren. Und das wird genau denn passieren, wenn der Computer was selbstverständliches wird (da ist er auf den Weg). Wenn es nichts mehr Besonderes ist. Wenn man so in den Privatbereich schaut, dann war es bisher doch eher für Freaks. Aber der Computer ist auf den Weg zur Massenware, wie Fernseher, Radio, Kühlschrank usw. Und das ist es wichtig, daß er zuverlässig läuft und das kann, was der Anwender WIRCKLICH braucht und nicht das Neuste vom Neusten zu haben. In Firmen ist das ja auch teilweise schon so, weil halt ein Kostendruck da ist. Da kauft man sich dann wirklich erst dann was Neues, wenn es nötig ist.
Mit der einhergehenden Selbstverständlichkeit, wird auch allgemein die Qualität der Software besser (zum Beispiel Bedienerfreundlichkeit, wo man heutzutage ja kaum eine Software findet, die in diesem Bereich vorbildlich ist). Speicherverbrauch und solche Dinge werden dagegen in Zukunft kaum noch eine Rolle spielen. Wir werden alles zur Verfügung haben. Ich behaupte sogar mal, die Grenze der Leistungsfähigkeit (der Computer/Netzwerke) ist nicht das Machbare, sondern daß was gebraucht wird; d.h. irgendwann wird man nochmehr Leistung einfach nicht benötigen.

Gruß
  Michael