Hi Orlando,
Mal sehen, wie lange ich brauchen werde, bis die ganzen Vinyl-Platten eingespielt sind ...
du sprichst damit Punkt 8 auf meiner Liste an. Wie digitalisierst du die Platten? Mein neuer Verstärker hat leier keinen Phono-Eingang (das einzige Manko...) und den alten will ich auch nicht unbedingt immer hervorkramen.
Hm - das klingt so, als könnte es bei Dir kompliziert werden. Denn der Verstärker ist das, was ich verwende - das von ihm vorverstärkte Signal paßt dann prima zu dem, was meine Soundkarte erwartet.
Den Plattenspieler direkt an die PC-Soundkarte anzuschließen dürfte Probleme mit dem Level der übertragenen Leistung machen, auch wenn die Stecker prinzipiell kompatibel wären: Es käme sicherlich Musik an, aber wohl ganz falsch ausgesteuert und in sehr schlechter Qualität.
Ich weiß auch nicht, wie Dein moderner Verstärker reagiert, wenn Du den Plattenspieler dort an AUX oder was auch immer anschließt - vielleicht begreift der ja, was er tun muß? Mein Tower ist alt genug, um Phono-In noch zu kennen ...
In jedem Fall machst Du diese Digitalisierung natürlich pro Scheibe nur einmal (und brennst anschließend sämtliche MP3s auf eine DVD oder einen Stapel CD-ROMs raus); für diese Übergangszeit müßtest Du den alten Verstärker halt doch verfügbar machen. Da Du jede Platte einmal in einfacher Geschwindigkeit abspielen mußt, kann das je nach Größe Deiner Plattensammlung eine ganze Weile dauern ... ich habe im Moment Urlaub, und der Plattenspieler läuft seit ein paar Tagen fast permanent. ;-)
Ansonsten zur Vorgehensweise (auf die Gefahr hin, daß Du das alles schon weißt - und alles nur aufgrund meiner aktuellen Erfahrungen, ohne technische Hintergründe, ich mache da auch nur learning by doing):
Ich verbinde AUX2-Out meines Stereoanlage-Verstärkers (Chinch, könnte bei Deinem neuen Verstärker auch schon Mini-Klinke sein?) mit Line-In meiner Soundkarte (Mini-Klinke). Das entsprechende Umsetzer-Kabel gab es im PC-Bastel-Laden für 3 Euro; ich habe dann noch ein Stück Verlängerungskabel auf 5 Meter gebraucht.
Bei manchen Verstärkern soll man angeblich einen "Entstörer" in diese Verbindung mit einschalten (um ein ansonsten auftretendes Brummen zu verhindern), also ein Kabel-Stück mit einer kleinen Box dran (soll so um die 10 Euro kosten). Ich habe das ausprobiert (Kabel von einem Arbeitskollegen geliehen, bevor ich das eigene gekauft habe), und bei mir machte es keinen Unterschied (es brummte in keinem Fall), obwohl der Musikturm schon etliche Jahre auf dem Buckel hat und das Kabel ja nicht gerade kurz ist. Auch der befürchtete "Antennen-Effekt" des (langen, aber nagelneuen) Kabels scheint bei mir nicht aufzutreten.
In meinem Fall (AUX-Out) funktioniert die Übertragung lustigerweise sogar in beide Richtungen, ohne daß ich an der Anlage etwas umstecken muß - lediglich meine Soundkarte hat getrennte In- und Out-Buchsen (da komme ich aber mit ausgestrecktem Arm hin, um das Kabel umzustecken, während die Musikanlage an einer anderen Wand des Zimmer steht und noch dazu die Rückseite mit den vielen Kabeln der Wand zugeneigt und schwer erreichbar ist). Glück gehabt ... denn die MP3s oder die Film-Sounds über den großen Turm mit den fetten Boxen dran zu hören ist ja auch nicht verkehrt, im Vergleich zu den beiden Mini-Brüllwürfeln neben dem Bildschirm.
Was ich noch nicht habe, das ist ein Splitter-Stecker, um Anlage _und_ Brüllwürfel simultan für die Tonausgabe zu betreiben - derzeit muß ich mich noch entscheiden, was von beidem ich in Line-Out der Soundkarte stecke, wenn ich den PC als Soundgenerator verwende. Da muß ich mal schauen, woher ich den am besten bekomme.
Die Ton-Annahme auf dem PC erfordert, daß dort ein non-standard-Häkchen gesetzt ist.
In der Win98-Taskbar gibt es ein kleines Lautsprecher-Icon, welches die Lautstärkender einzelnen Ausgabegeräte einzustellen erlaubt, über mehrere nebeneinander abgebildete vertikale Schieberegler. Die Liste dieser Schieberegler ist über einen Menüeintrag "Eigenschaften" konfigurierbar - und ebenso eine Umschaltung zwischen den Schiebereglern für den Ein- bzw. den Ausgang der Soundkarte. Und bei "Aufnahme" muß im Bereich "Line-In" unterhalb des Schiebreglers die Checkbox markiert sein - sonst nimmt die Soundkarte die ankommenden Töne nicht an ... das zu finden hat mich eine Menge Zeit gekostet.
Der entsprechende Schieberegler für Line-In sollte eigentlich dafür da sein, die ankommende Musik auszusteuern, denke ich jedenfalls - bei mir hat der allerdings in dieser Hinsicht keinen erkennbaren Effekt (weiß vielleicht irgendjemand, wieso?). Der Leistung-Level, der aus meiner Musikanlage heraus kommt, ist allerdings ziemlich meistens exakt das, was ich auch aussteuern würde ... bei einigen Platten (bei Tangerine Dream ist mir das besonders aufgefallen) kommt ein bißchen viel Leistung auf dem PC an, die sind dann geringfügig übersteuert.
Das erwähnte Programm scheint Windows-Standard zu sein, also nicht zur Soundkarte zu gehören - ich habe es jedenfalls auf diversen Windows-Versionen schon gesehen.
Auf dem PC brauche ich dann noch ein Programm, das auf dem Line-Eingang der Soundkarte alles mitschneidet und auf die Festplatte schreibt. Dafür gibt es diverse Tools im WWW - ausprobiert habe ich u. a. den "LineRipper", der immerhin automatisch den Anfang und das Ende der einzelnen Stücke erkennen kann (man muß also nicht simultan die Schallplatte starten und am Rechner auf "Aufnahme" drücken, und auch nicht alle Stücke einzeln aufnehmen).
Das, was ich inzwischen bevorzugt verwende, kann (wie auch der "LineRipper") wahlweise WAV oder auch gleich MP3 ausgeben - wobei ich es "Variable Bitrate Qualität 1, Joint Stereo" erzeugen lasse (mit dem Lame-Codec 3.89 - das ist die beste Qualität im platzsparenderen der beiden Ausgabeformate, "Joint Stereo" spart ein paar Prozent gegenüber der Alternative). Das ergibt dann zwischen ca. 170 und 225 kbps an MP3-Qualität, mit schnell wechselnden Raten innerhalb jedes Tracks, je nach der Dynamik dieser Stelle; im Schnitt wird das Musikmaterial so um Faktor 8 komprimiert, und der Sound ist (nach meinen Ansprüchen) sehr gut, obwohl die Dateien erheblich kleiner werden als bei 320 kbps (was anscheinend die maximal mögliche MP3-Qualität ist).
Ach ja: Die (reichlich eingestaubten) Vinylscheiben spiele ich für diese eine (letzte) Aufnahme naß ab.
Viel Spaß beim Aufnehmen
Michael
T'Pol: I apologize if I acted inappropriately.
V'Lar: Not at all. In fact, your bluntness made me reconsider some of my positions. Much as it has now.