Sven Rautenberg: Bewerbung mit Website - Welcher Umfang?

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Moin!

Was ich _nicht_ machen möchte ist, nur ein Schreiben erstellen und dann auf die Website verweisen. Ich möchte ja was von den Firmen und fände es nicht ok, wenn ich sagen würde "alles weitere auf meiner Website"...

Das Problem mit Bewerbungen ist, dass man praktisch nie die richtige Art trifft.

Ich habe schon die eine oder andere Erfahrung mit dem Bewerten von Bewerbungen gemacht - auf der "anderen Seite".

Kriegt man, obwohl niemand dazu aufgerufen hat, einen Stapel Bewerbungsunterlagen als Papier, hat man das Problem, dass die irgendwo gelassen werden müssen. Sie sind unflexibel, unteilbar, möchten vielleicht sorgsam behandelt werden, aber im Prinzip kommen sie ungelegen. Bei großen Unternehmen mag die Personalabteilung darauf spezialisiert sein, in kleinen Unternehmen ist niemand darauf spezialisiert, und eine Bewerbung eigentlich eher ein Nerv-Faktor.

Wenn man hingegen den Nerv-Faktor einer umfangreichen Bewerbung (denn was in der Bewerbung nicht drinsteht, kann zur Bewertung nicht herangezogen werden) dadurch senkt, dass man erstmal nur ein simples A4-Anschreiben verschickt und die Firma zu einer Antwort überreden will, hat man zwar bei Initiativbewerbungen in der Hinsicht bessere Karten, weil man nicht ewig auf die Rücksendung der Bewerbungsunterlagen warten muß (siehe beispielsweise http://udoslive.blogspot.com/2003_10_01_udoslive_archive.html#106650054999970552), und man kann leichter als "brauchen wir nicht, antworten wir nicht" im Müll entsorgt werden. Webseiten sind bei reinen Papierbewerbungen irgendwie nicht im Ablauf vorgesehen.

Andererseits: Wenn man sich komplett elektronisch bewirbt, was den Vorteil hat, dass es für einen selbst als auch für das Unternehmen billiger ist, dann ist eine Website, je nach Unternehmen und dessen elektronischen Bewerbungsverfahren, unter Umständen unumgänglich. Zumindest, um dort die relevanten Dokumente als PDF abrufen zu lassen, wenn man sich per Mail bewirbt. Denn eine umfangreiche Bewerbung mit Attachments loszuschicken, das ist natürlich auch wieder nichts. Die Mail an sich muß dann natürlich schon so relevante Daten haben, dass man entscheiden kann, ob sich der Download lohnt, und wer im Zweifel dafür zuständig ist, den Bewerber näher unter die Lupe zu nehmen.

Wenn man hingegen ein Webformular nutzt, dann kann man dort in der Regel - sofern es vom Unternehmen als sinnvoll erachtet wird - Attachments gleich mit dranhängen.

Fazit: "Es hängt davon ab." :)

Was ich im Prinzip immer noch als streng voneinander abgegrenzt sehe, sind die zwei Welten "Papier" und "elektronisch". Hier den Brückenschlag zu erreichen, dürfte nicht wirklich gelingen.

Wer sich per EMail bewirbt, kann natürlich das Versenden von Papier anbieten - besser wäre es aber, man kann sich die Dokumente direkt online ansehen. Da hat der Bewerber auch gleich einen Indikator, wieviele Erst-Hürden er schon überwunden hat.

Wer sich hingegen mit Papier bewirbt, der dürfte den Personalmensch nicht wirklich ins Netz bewegen können. Entweder sind die Unterlagen nach Maßgabe des Unternehmens vollständig (per Hand weitere Infos aus dem Netz ziehen und ausdrucken wird niemand), oder nicht (bei Praktikanten dürften unvollständige Unterlagen zum Aussortieren führen).

- Sven Rautenberg

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"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Immanuel Kant)