Referenzangaben auf Webseite
Friedrich
- recht
Hallo,
ich habe mich vor einer Weile als Freier Informatiker selbständig gemacht und bin nun gerade dabei eine Hompepage für meine Firma bauen zu lassen.
Ich habe dazu eine rein inhaltliche Frage.
Ich möchte Beschreibungen meiner Projekte die ich in meinen früheren Anstellungsverhältnissen bearbeitet habe veröffentlichen. Als Berater waren daran immer 3 Parteien beteiligt: ich, mein Arbeitgeber, der Kunde.
Die Projektbeschreibung sind von mir selbst erstellt (also kein irgendwoher kopiertes Material) und werden explizit unter der "Flagge" des damaligen Arbeitgebers getrennt von meinen eigenen Referenzkunden aufgelistet. Ich will nicht den Eindruck ermitteln dass ich diese in Eigenregie gemacht hätte.
Meine Fragen nun:
Es handelt sich um recht allgemein gehaltene Informationen wie die verwendeten Sprachen, Datenbanken, Betriebssysteme,... Anbei auch ein Beispiel.
Mein Allgemeiner Menü-Aufbau wird sein:
Start => allg. Beschreibung was ich so in etwas leisten kann
Persönliche Daten => Name, Anschrift, Alter,...
Werdegang => Schulausbildung, Studium, Anstellungen,... (Kurzübersicht)
Skillprofil => Was ich im Detail kann (Sprachen,...)
Tätigkeiten => HIER SIND NUN DIE FRAGLICHEN BESCHREIBUNGEN DRIN
Referenzen => Referenzkunden / -projekte für die ich als Freiberufler gearbeitet habe
Kontakt => Das Impressum und so
Bei Tätigkeiten habe ich bei früheren Papier-Bewerbungen (für Anstellungen) die zahlreichen Projekte die ich für meine früheren Arbeitgeber durchgeführt habe mit kurzer Beschreibung aufgelistet und dies möchte ich hier auch wieder machen.
Beispiel:
"
Tätigkeit bei xxx GmbH
Von xxx 19xx bis xxx 20xx war ich bei der xxx GmbH in xxx als Consultant angestellt. In dieser Zeit habe ich größtenteils Projekte bei Kunden vor Ort bearbeitet.
Meine größten Projekte waren das Projekt projektname bei der xxx Bank in yyy und die Mitarbeit am Standardprodukt xxx der Firma yyy in zzz.
Im Rahmen meiner Tätigkeit habe ich firmenintern auch die Ausbildung von ...
Hier eine detaillierte Beschreibung meiner Tätigkeiten:
Projekt Nr. xxx
monat bis monat - firma abc in xxx
Performance-Tuning eines abc-Servers innerhalb des Produktes xxx
Beschreibung: Es wurde eine Umstellung der Datenschicht eines Java-Map-Servers auf JDBC durchgeführt. Der eingesetzte Map-Server hat bisher COM-Objekte erzeugt die ihre Daten eigenständig aus einer Datenbank gelesen haben. Dies wurde aus Performancegründen auf JDBC ...
Tätigkeiten: Entwicklung, Test
Umfeld: Frontbase, J2SE, JDBC, COM, abc-produkt (COM-Bridge), CVS
Sprachen: Java, SQL
Projektgröße: 1 Person
und von der Art kommen dann etwa 10 Projekte und dann kommt der Arbeitgeber davor und da dann nochmal zahlreiche Projekte.
"
Meine Frage nun: Darf ich diese Kurzbeschreibungen (die von mir selbst stammen) veröffentlichen? Ich weise explizit darauf hin dass es keine Referenzen meiner Selbständigen Tätigkeit sind (dafür gibt es einen eigenen Bereich) sondern dass ich diese für Arbeitgeber xyz im Detail erbracht habe.
Hi,
solange das, was du angibst der Wahrheit entspricht, keine unternehmensinterne Geheimnisse preisgibt und deinen Ex-Arbeitgeber und dessen Kunden nicht diffamiert ist dagegen m.E. nicht einzuwenden. Denn diese Dinge gehören ja zu deinem Lebenslauf und du würdest sie auch in jeder Bewerbung angeben.
Allerdings sagt mir das nur mein gesunder Menschenverstand und Juristen denken ja leider manchmal anders...
Gruß
Susanne
Hallo Susanne,
solange das, was du angibst der Wahrheit entspricht
das ist der Fall
keine unternehmensinterne Geheimnisse preisgibt
deswegen halte ich die Beschreibungen sehr allgemein und gehe nicht ins Detail. In einer 3-zeiligen Beschreibung eines 6-monatigen Projektes könnte ich auch nicht sehr viele Geheimnisse preisgeben.
und deinen Ex-Arbeitgeber und dessen Kunden nicht diffamiert
damit würde ich mir wahrscheinlich mehr schaden als dem Ex-Arbeitgeber. Wer will schon mit einem Lästermaul zusammenarbeiten.
Denn diese Dinge gehören ja zu deinem Lebenslauf und du würdest sie auch in jeder Bewerbung angeben.
Ich habe genau diese Texte bei zahlreichen Bewerbungen verwendet!
Allerdings sagt mir das nur mein gesunder Menschenverstand und Juristen denken ja leider manchmal anders...
Genau das ist noch das Problem :-)
Danke
Friedrich
Moin moin
ganz kurz: ich weiß es nicht.
Etwas länger:
1.) Da diese Texte ja auch Referenzen Deines Ex-Arbeitgebers sind, hat der ja eigentlich einen Vorteil von Deinen Veröffentlichungen. Es könnte ja sein, dass jemand, der sich für Dich interesiert aufgrund der Größe des projektes, das er umgesetzt haben will, dann an Deinen Ex-Arbeitgeber wendet.
Im Grunde genommen machst du also Werbung für Ihn. Wenn Dein Ex das auch so sieht wird er Dich in ruhe lassen und wo kein Kläger, da kein Richter. Manchem Ex-Arbeitgeber ist das aber wurscht. Ihm geht es nur darum, jemandem, der im Streit gegangen ist, zu schaden.
2.) Rechtlich gesehen darfst Du natürlich die Referenzen Deiner Ex-Firma nicht als Deine eigenen ausgeben. Das hast Du ja auch nicht vor. Ich denke, sofern keine Vereinbarungen über Stillschweigen getroffen wurden, wenn Du in diesen Referenzen nichts erwähnst, was Du laut Anweisung deines Ex-Chefs nicht verlautbaren lassen darfst, dann ist es ok, "Deine" Projekte anzugeben. Aber glauben ist eben nicht Wissen...
Gruß,
Marc.
Hallo Marc,
ganz kurz: ich weiß es nicht.
Gute offene Antwort :-)
1.) Da diese Texte ja auch Referenzen Deines Ex-Arbeitgebers sind, hat der ja eigentlich einen Vorteil von Deinen Veröffentlichungen. Es könnte ja sein, dass jemand, der sich für Dich interesiert aufgrund der Größe des projektes, das er umgesetzt haben will, dann an Deinen Ex-Arbeitgeber wendet.
Gut möglich
Im Grunde genommen machst du also Werbung für Ihn. Wenn Dein Ex das auch so sieht wird er Dich in ruhe lassen und wo kein Kläger, da kein Richter. Manchem Ex-Arbeitgeber ist das aber wurscht. Ihm geht es nur darum, jemandem, der im Streit gegangen ist, zu schaden.
Ich bin nicht im Streit gegangen sondern wurde wegen Insolvenz gekündigt. Da ich mich nun (nach mehreren Monaten erfolgloser Stellensuche) selbständig gemacht habe und für einen ehemaligen Kunden arbeite ist man nun eben nicht mehr gut auf mich zu sprechen. Man hätte erwartet, dass ich in ein insolventes Unternehmen unter Führung des Insolvenzverwalters mit noch 1 Chef und 1 weiteren Mitarbeiter zurückkomme und natürlich den Kunden gleich mitbringe.
2.) Rechtlich gesehen darfst Du natürlich die Referenzen Deiner Ex-Firma nicht als Deine eigenen ausgeben. Das hast Du ja auch nicht vor.
Das werde ich sowohl durch die Struktur als auch durch inhaltliche Überschriften sehr deutlich machen.
Ich denke, sofern keine Vereinbarungen über Stillschweigen getroffen wurden, wenn Du in diesen Referenzen nichts erwähnst, was Du laut Anweisung deines Ex-Chefs nicht verlautbaren lassen darfst, dann ist es ok, "Deine" Projekte anzugeben. Aber glauben ist eben nicht Wissen...
Es gibt natürlich diese "Standard-Vereinbarung" aber wenn die dafür greifen würde dann dürfte kein IT-ler (und diese Vereinbarung haben sicherlich die meisten irgendwo schonmal unterschrieben) mehr erzählen für welchen Kunden er gearbeitet hat. Ich halte ja die Informationen sehr sehr allgemein.
SCHÄTE ICH WERD ES EINFACH RISKIEREN. Wenn ich Glück habe wird die Firma sowieso in 3-4 Wochen endlichen vom Insolvenzverwalter liquidiert und dann hat sich das sowieso erledigt.
Gruss
Friedrich