Karl Heinz: Mint versus Ubuntu

Hallo,

Mint basiert ja immer auf der LTS von Ubuntu, die zum Zeitpunkt der Herausgabe der neuen Hauptversion von Mint (17, 18, 19), gerade aktuell war z.B.:

  • Mint 19.x basiert auf Ubuntu LTS 18.04
  • Mint 18.x basiert auf Ubuntu LTS 16.04
  • Mint 17.x basiert auf Ubuntu LTS 14.04
  • usw.

Des weiteren gibt es ab Mint 17 immer vier Minor-Versionen wie folgt:

  • 17.0, 17.1, 17.2, 17.3
  • 18.0, 18.1, 18.2, 18.3
  • 19.0, 19.1 (aktuelle), 19.2 (kommt noch), 19.3 (kommt noch)

Nehmen wir an zu dem Zeitpunkt, wenn man Mint installiert, ist die aktuelle Version von Mint gerade die X.3. Nehmen wir als Beispiel die 18.3, die auf Ubuntu 16.04 basiert. Setzt man auf eine X.3 Mint-Version so kann man davon ausgehen, dass die Ubuntu LTS Basis schon bald zwei Jahre alt ist und damit total veraltet ist. In diesem Kontext stellt sich die Frage ob man nicht besser auf Ubuntu als auf Mint setzen sollte, weil man dann einfach ein viel aktuelleres System hat, besonders dann, wenn es sich bei der aktuellen Mint Version gerade um eine X.3 handelt.

Ich sehe aktuell keinen Grund mehr auf Mint zu setzen, da ein Mint System aufgrund der oben genannten Versionierung immer veraltet sein muss. Wer will schon ein veraltetes System?

Der einzige triftige Grund ist meines Erachtens Cinnamon (wenn man denn Cinnamon Fan ist), wobei man das bei Ubuntu genauso nachinstallieren kann.

Die zusätzlichen bei Mint installierten proprietären Codecs und Treiber lasse ich nicht als Pro-Argument für Mint gelten, weil deren Installation bei Ubuntu mitlerweile genauso wie bei Mint bei der Installtion abgefragt wird.

Nachdem Ubuntu sich von Unity7 verabschiedet hat und stattdessen auf Gnome3 setzt gefällt mir Ubuntu noch besser, zumal Gnome3 die modernste Desktop Umgebung ist, die gerade bezogen auf Touchscreens richtig geil ist. Mr. Torvalds ist übrigens auch Gnome3 Fan 😀.

Viele Grüße

-- "Die Deutsche Rechtschreibung ist Freeware, sprich, du kannst sie kostenlos nutzen. Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. du darfst sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen."
  1. so kann man davon ausgehen, dass die Ubuntu LTS Basis schon bald zwei Jahre alt ist und damit total veraltet ist.

    Jein. Auch bei Ubuntu gibt esnicht nur die Version (z.B.) '16.04' sondern '16.04.1', '16.04.2', …, '16.04.5'.

    Die aktuelle Version von Mint ("Tessa", 19.1) basiert auf Ubuntu Bionic, die vorhergehende Mint ("Tara", 19) ebenfalls. Ich gehe mal davon aus, dass "Tessa" auf Ubuntu 18.04.1 basiert und die ist schon ziemlich aktuell.

    Der Rückstand ist also sehr viel kleiner als Du denkst.

    sudo apt update sudo apt dist-upgrade

    soll "Wunder" bewirken.

    1. @@ursus,

      so kann man davon ausgehen, dass die Ubuntu LTS Basis schon bald zwei Jahre alt ist und damit total veraltet ist.

      Jein. Auch bei Ubuntu gibt esnicht nur die Version (z.B.) '16.04' sondern '16.04.1', '16.04.2', …, '16.04.5'.

      Laut dem von Dir verlinkten Artikel beziehen sich die Point Releases nur auf Sicherheitsaktualisierungen und Fehlerbehebungen. Sie beziehen sich nicht auf neue Versionen von Programmen.

      Fazit:

      Beim Einsatz von Mint X.3 habe ich ziemlich bald Uralt-Versionen von Programmen in den offiziellen Quellen. Klar kann ich per deb-Datei oder PPA die aktuelle Version installieren, das möchte ich aber nicht um die Stabilität nicht zu gefährden.

      1. Laut dem von Dir verlinkten Artikel beziehen sich die Point Releases nur auf Sicherheitsaktualisierungen und Fehlerbehebungen. Sie beziehen sich nicht auf neue Versionen von Programmen.

        Aber z.B. der Kernel unterscheidet sich dann doch. Zudem verlängert sich der Supportzeitraum.

        1. @@ursus,

          Laut dem von Dir verlinkten Artikel beziehen sich die Point Releases nur auf Sicherheitsaktualisierungen und Fehlerbehebungen. Sie beziehen sich nicht auf neue Versionen von Programmen.

          Aber z.B. der Kernel unterscheidet sich dann doch.

          Stimmt, bei den verschiedenen Point Releases schon.

          Zudem verlängert sich der Supportzeitraum.

          Warum? Nach 5 Jahren bzw. 60 Monaten ist Schluss, egal ob 16.04.1, 16.04.2, 16.04.3 usw..

          1. Hallo

            Zudem verlängert sich der Supportzeitraum.

            Warum? Nach 5 Jahren bzw. 60 Monaten ist Schluss, egal ob 16.04.1, 16.04.2, 16.04.3 usw..

            Genauer gesagt, der Support erstreckt sich auf fünf Jahre ab Erscheinen der ersten Version eines LTS-Releases von Ubuntu. Durch die Benutzung der Minor-Versionen ergibt sich kein neuer Supportzeitraum. Aber davon ganz abgesehen, reicht das nicht? Innerhalb dieser fünf Jahre werden schließlich zwei weitere LTS-Versionen von Ubuntu erschienen sein. Ein Upgradepfad, der nicht fünf Jahre umfassen muss, existiert somit.

            Du kannst natürlich auf Ubuntu ohne LTS umsteigen. Dann hast du im Halbjahrestakt eine neue Version des OS und auch vieler verfügbarer Programme. Allerdings musst du dann, wenn du nicht an einem neueren LTS-Release verweilst, spätestens nach neun Monaten auf eine neue OS-Version umsteigen (etwaige Anpassungen an neue Gegebenheiten inbegriffen).

            Tschö, Auge

            -- Eine Kerze stand [auf dem Abort] bereit, und der Almanach des vergangenen Jahres hing an einer Schnur. Die Herausgeber kannten ihre Leser und druckten den Almanach auf weiches, dünnes Papier.
            Kleine freie Männer von Terry Pratchett
            1. @@Auge,

              vielleicht doch auf eine Distribution mit Rolling Releasing umsteigen. 😀

              1. Hallo

                vielleicht doch auf eine Distribution mit Rolling Releasing umsteigen. 😀

                Kann man machen, muss man aber nicht. Wenn man am neuesten vom Neuen interessiert ist, ist ein Rolling Release natürlich dazu geeignet dieses Interesse zu befriedigen. Wenn man hingegen daran interesssiert ist, ein stabiles System für die Arbeit zu haben, ist eine LTS-Distribution wohl die bessere Wahl.

                Tschö, Auge

                -- Eine Kerze stand [auf dem Abort] bereit, und der Almanach des vergangenen Jahres hing an einer Schnur. Die Herausgeber kannten ihre Leser und druckten den Almanach auf weiches, dünnes Papier.
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                1. Wenn man in Debian die Datei /etc/apt/sources.list wie folgt umbaut

                  sudo sed -i_$(date +%Y%m%d) -e "s/$(lsb_release -cs)/stable/" /etc/apt/sources.list

                  erhält man (neben einem Backup der Datei mit dem aktuellen Datum) eine geänderte Datei sources.list:

                  Vorher: (Achtung: Diese Datei sollte nicht kopiert werden!)

                  deb http://ftp.de.debian.org/debian/ stretch main contrib non-free #deb-src http://ftp.de.debian.org/debian/ stretch main contrib non-free deb http://security.debian.org/ stretch-updates main contrib non-free #deb-src http://security.debian.org/ stretch-updates main contrib non-free

                  Nachher: (Achtung: Diese Datei sollte nicht kopiert werden!)

                  deb http://ftp.de.debian.org/debian/ stable main contrib non-free #deb-src http://ftp.de.debian.org/debian/ stable main contrib non-free deb http://security.debian.org/ stable-updates main contrib non-free #deb-src http://security.debian.org/ stable-updates main contrib non-free

                  Damit stellt man dann immer die aktuelle Stable-Version bereit und hat so auch mit Debian ein "Rolling Release".

                  • Das Verfahren ist wie unten bei Ubuntu beschrieben. Die Einschränkungen ebenfalls.

                  Probleme treten dann auf, wenn ein Programm aus der Distribution ENTFERNT wird (und/)oder wenn sich Abhängigkeiten (deshalb) grundlegend ändern.

                  Aus diesem Grund sollte man das zunächst immer auf einem Testsystem durchziehen. Probleme können bei Dritt-Repos auftreten, die z.B. die Ordner für stable, unstable & Co. nicht bieten (und aus dem Grund auch nicht in /etc/apt/sources.list sondern in /etc/apt/sources.list.d/BESCHREIBENDER_NAME.list stehen sollen.

                  Ubuntu stellt solche Ordner für stable oder testing leider nicht bereit.

                  Aber man kann durch den Austausch von

                  sudo sed -i_$(date +%Y%m%d) -e "s/xenial/bionic/" /etc/apt/sources.list; sudo apt update; sudo apt dist-upgrade;

                  ein Distributions-Update (hier von 16.04.X zu 18.04.X) "fahren". Das kann - wie auch bei Debian - aber nicht unbeobachtet stattfinden, weil Fragen zu beantworten sind. Außerdem sind die Fragen eher was für Erfahrene. Schreckhafte Gemüter dürften dabei wohl schwere Fehler machen. Eben so wenig will man das (ohne weiteres, wie z.B. einer Antwortdatei) nicht mit einer Serverfarm machen…

          2. Wenn Du neueste Hardware (z.B. via USB) betreiben willst, dann brauchst Du die Point-Releases.

            Scroll mal zu "Ubuntu kernel release cycle"

            Für Ubuntu 16.04.4 LTS (Mit Kernel 4.13) gibt es keine Kernel-Updates mehr. Für Ubuntu 16.04.1 (Mit Kernel 4.4 und also Nachteilen bei USB 3.1 und SSDs) schon noch...

  2. Lieber Karl,

    Mint basiert ja immer auf der LTS von Ubuntu

    nicht, wenn Du die Debian-Edition hast.

    Liebe Grüße,

    Felix Riesterer.

    1. @@Felix,

      Mint basiert ja immer auf der LTS von Ubuntu

      nicht, wenn Du die Debian-Edition hast.

      LMDE basiert doch auf der Stable-Version von Debian, da hat man natürlich ein stabiles System, dafür Programm Versionen aus der Steinzeit 😀.

      1. da hat man natürlich ein stabiles System, dafür Programm Versionen aus der Steinzeit

        Kommt drauf an, was man will. Die Stable-Version von Debian haben aber a) noch Sicherheitsaktualisierungen (Notfalls: Backports) und b) den Vorteil, dass z.B. die eigenen Skripte und Konfigurationen nicht so häufig an neuen Stuff angepasst werden müssen. Weil das richtig Arbeit (und Testen spart) ist "debian stable" im Produktivbetrieb "Administrators Liebling".