Auf jeden Fall eine schöne Geschichte .....
Oh ja, Sauschlachten war immer ein Erlebnis. Wenn wir zu meinen Großeltern kamen, war das Schwein schon geschlachtet.
Das Beste war das Wellfleischschneiden. Der große Holztisch wurde sauber geschrubbt, wir saßen ringsum, und dann kam das dampfende Wellfleisch auf den Tisch, wir schnitten es in kleine Stücke. Und ab und an schoben wir ein schönes Stück in den Mund mit Salz und Pfeffer und Brot (das stand hinter uns auf der Bank, denn Brotkrümeln durften nicht in das Fleisch geraten) und die Erwachsenen tranken auch mal einen Schluck Klaren dazu. Meine Mutter hatte hinter sich einen kleinen Krug zu stehen, da stopfte sie immer mal wieder ein besonders schöne Stück hinein, das durften wir mit nach Hause nehmen. Auch die Wurstsuppe war was Feines, besonders wenn eine Leberwurst geplatzt war. Aus der Wurstbrühe haben wir auch Zudelsuppe gekocht - lecker!
Das Schwein mußte lange reichen. Im Sommer gab es dann auch mal Eintopf mit Pökelfleisch, das hat nicht so gut geschmeckt, irgendwie tranig. Das Beste war wirklich immer das frische Wellfleisch.
Ein großes Erlebnis war auch immer das Karpfenfischen. Meine Großeltern hatten einen kleinen Teich. Da kamen die Setzfische hinein. Und im Herbst wurde der Teich abgelassen, da gab es einen großen Spund, der wurde gezogen. Und die zweijährigen Karpfen kamen in große Bottiche, ein Teil wurde verkauft und die anderen haben wir selbst nach und nach verzehrt. Schade, diesen Teich gibt es nicht mehr. Ich war sehr für die LPG, aber dass sie die schönen Teiche beseitigt hat, um größere Flächen zu gewinnen, ist sehr, sehr schade.
Die Bauern mußten früher hart arbeiten und es reichte immer nur für das Nötigste. Aber das Jahr hatte auch seine Höhepunkte - und das Schlachtefest gehörte dazu.
Danke Rolf für die schöne Geschichte. Und ich mußte gleich auch noch meinen Senf dazu geben.
Einen guten Abend wünscht
erika