Ingomar Wesp: Wer hat Recht?

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Hallo, Stefan, Forumsgenossinnen und -genossen,

Ja. Allerdings ist target kein Attribut, das die Darstellung betrifft, sondern eines, das hypertextuelle Organisation unterstuetzen kann. Die Entscheidung, ob ein Verweisziel in einem anderen Fenster angezeigt werden soll, ist schliesslich was anderes als Schriftgroessen und Hintergrundfarben. target ist also ein Attribut mit logischen Aufgaben.

Das sehe ganz und gar anders (was aber auch daran liegen koennte, dass ich an und fuer sich vor 4 Stunden schon saumuede war und nichts als in Bett wollte). Ich kann mich dunkel an eine Diskussion in www-html@w3.org erinnnern, bei der das zur Debatte stand. Dort kam man  mitunter zu dem Schluss, dass target "presentational" sei, was auch meiner Meinung entspricht.

Das target-Attribut sagt nichts darueber aus, wie das "aufrufende Dokument" und das Ziel-Dokument miteinander auf logischer Ebene in Verbindung stehen, es schreibt einzig und allein vor, _wo_ das Zieldokument geoeffnet werden soll. Auch stellt es keinerlei strukturelle Information zur Verfuegung. Ich kann den prinzipiellen Unterschied zu Schriftgroessen und Hintergrundfarben nicht so deutlich erkennen: Sowohl die Anweisung an den Browser, eine Schrift in bestimmter Groesse darzustellen, als auch die Anweisung, ein Dokument in einem Bestimmten Fenster/Frame zu oeffnen, sind ausschliesslich Sache der Darstellung und gehoeren daher IMHO keinesfalls in die strict-Version.

Im uebrigen gilt das auch fuer Frames. Ich bin selber kein grosser Freund von Frames, aber die Art, wie W3C diese immer noch ausklammern will, finde ich idiotisch.

Wenn ich mein Menue in ein <div> packe und das via CSS links mittig positioniere, dann ist die Positionierung - da werden wir uns glaube ich einig - eine Angelegenheit der Darstellung ("presentational issue" ist hier um einiges feiner). Warum ist es das nicht mehr, wenn ich einzelne HTML-Dokumente ausrichte und dann festlege, in welche "Seitenpositionscontainer" bestimmte Seiten (per Link) geladen werden sollen?

Eine strict-Variante, die das Frames-Konzept mit integrieren wuerde, waere begruendbar [...]

Sie waere IMHO nicht konsistent. Frames gehoeren hier nicht hin ;-)

und wuerde eine wesentliche hoehere Akzeptanz haben als es jetzt der Fall ist.

Hierueber sind wir uns einig.

Friedliebende (auch wenn's manchmal anders klingt) Gruesse,
--- Ingomar Wesp, der sich nach alldem schreiben nicht mehr so sicher ist, ob sein Standpunkt ganz so haltbar ist, wie er gedacht hatte.