Hi Orlando,
Willst Du auch gleich Formulare abschaffen, und
Tabellen, und ... ?
Über die Abschaffung von Tabellen zwecks gewaltsamer
Aufteilung einer Seite ließe sich reden.
Das _ist_ Missbrauch.
<strong> als Ersatz für <h1> ist auch Mißbrauch.
<span style="font-weight:bold>" für <h1> ist noch
schlimmerer Mißbrauch.
Trotzdem wird <span> an-scheinend nicht abgeschafft.
Du siehst in mir einen Fundi, ich wusste es ;)
Aber abgesehen davon sind Tabellen natürlich äußerst
sinnvoll, Formulare sowieso.
Eben. Genau wie Frames.
Wenn wir mal wieder bei einer Grundsatzdiskussion
sind - wurde HTML überhaupt für Anwendungen
geschaffen?
Wurden Computer für Privatanwender geschaffen?
(Und ist das überhaupt relevant?)
Müssen sich diese Anwendungen in Seiten nach XHTML
1.1 befinden?
Wenn die Browser anfangen, den DOCTYPE auszuwerten,
wenn irgendwelche DIN-Normen erfunden werden, die
validen Code nach dem neuesten Standard erfordern,
wenn es eine vertragliche Bedingung zwischen Auftrag-
geber und Auftragnehmer ist, wenn ... also: Ja.
Kannst du bitte mal konkret sagen, welche
Anwendungen du meinst?
Jede. Beispielsweise das Programm, mit dem ein
Schalterbeamte bisher auf einer proprietären Windows-
Maschine irgendwas in irgend einem Datenbestand ein-
trägt, ändert, nachsieht oder was auch immer.
HTTP erlaubt, plattformübergreifend zu arbeiten.
Und "arbeiten" funktioniert in vielen Fällen mit
Mehrfensteranwendungen besser als ohne.
Ich drehe den Spieß hiermit um und bezichtige dich
der Hörigkeit, weil du nicht konforme Seiten um
jeden Preis gegen eine falsche DTD validieren willst
;)
Ich möchte, daß sich XHTML 1.1 durchsetzt.
Dabei halte ich es für extrem kontraproduktiv, ohne
jede Not nicht aufwärtskompatibel zu sein.
Vor allem, wenn der Sprach-Entwurf ausdrücklich ein
Modul-Konzept vorgibt. Das wird höchstens dazu führen,
daß sich proprietäre Module verbreiten und durchsetzen,
weil der W3C an der Realität vorbei denkt.
Oder willst Du das WWW in zwei Netze
trennen, eines für Dokumente und eines für
Dienste, mit getrennten tags-Sprachen und
Browsern?
Ich will ein WWW, das in letzter Konsequenz völlig
unabhängig von User Agents 'funktioniert'.
Das kann ich mir nicht vorstellen.
Die User Agents orientieren sich letzten Endes an den
Bedürfnissen der User - ebenso wie andere Anwendungen.
Daher würde ich es zB äußerst gerne sehen, wenn
Browser Links auf targets, die in keinem über-
geordneten Frameset definiert sind, schlicht
ignorieren, dazu gehört freilich auch "_blank".
Ich habe nichts gegen UserAgents, die so etwas kon-
figurierbar machen, wie auch den PopUp-Schutz in
JavaScript.
Nur ist das keine Aufgabe eines Standards, finde ich.
Bietet ein Browser wie Mozilla dem Seitenautor eigent-
lich die Möglichkeit, irgendwie herauszufinden, welche
Features abgeschaltet wurden? (Analog zu <noscript>.)
Wenn nein: Wie stellst Du Dir die Nutzbarkeit solcher
Browser für kommerzielle Anwendungen (Online-Banking
etc.) vor, wenn der Seitenautor nicht mal eine Meldung
ausgeben kann, daß seine Anwendung aufgrund einer be-
stimmten Browser-Konfiguration nicht funktionieren
kann.
Überlege Dir mal, wieviel Hotline-Personal die ent-
sprechenden Anrufe der Kunden binden können ... was
dann wiederum dazu führt, daß kommerzielle Anwender
solche Browser boykottieren und "den Marktführer"
pushen werden.
Auch solche Aspekte sollte man bei der Implementierung
neuer Features nicht völlig aus den Augen verlieren.
JavaScript ist ein gültiger Standard - und ein Browser,
der ihn absichtlich nur teilweise unterstützt, ohne
wenigstens abfragbar zu machen, da dem so ist, fördert
die Verbreitung von Standards nicht wirklich.
Viele Grüße
<img src="http://www.schroepl.net/projekte/gzip_cnc/gzip_cnc.gif" border=0 alt=""> Michael