Mathias Bigge: Was muss man denn können?

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Hi Thomas, hi Chräcker,

Was glaubst Du, wie lange man braucht?
oh, fast unmöglich zu sagen.

Bei mir gibt es eigenartige Lernkonjunkturen, gegen die ich mich früher gewehrt habe, während ich sie inzwischen als meine Lebensweise akzeptiere. Manchmal quäle ich mich lustlos drei lange Monate mit irgendwelchen Banalitäten herum, dann dreh ich aber auch mal auf, und schaff mir in kürzester Zeit auch komplexe Sachverhalte drauf. Meine Sternstunde in dieser Hinsicht:

Netzwerkeinsichten

Ich habe mal in einem Anfall von Größenwahn die Aufgabe übernommen, ohne jeden Durchblick ein neues Netzwerk hard- und softwareseitig aufzubauen und habe dann innerhalb von 14 Tagen, hauptsächlich zweimal von Freitag Abend bis Sonntag Nacht, nur unterbrochen von kurzem Büroschlaf das Ding ans Laufen gebracht. Vielleicht sollte ich anmerken, dass es eine Weile her ist, und dass es damals noch nicht ganz so trivial war wie heute, weil man auf diversen Karten nach Anleitungen, die von Koreanern vom Japanischen ins Englisch übersetzt worden waren, Jumper stecken musste, und zudem noch mit irren Speicher- und Softwareproblemen zu kämpfen hatte. In einem Anfall von Verzweiflung hatte ich damals zeitweise ein Dutzend Rechner auf einem fetten Schreibtischblock inklusive Server zusammengeschleppt, um dann alles wieder auseinanderzuwuchten und die mit allerlei Zierrat versehenen Kabel durch die Wände zu stochern ;-)

Für mich gilt da die Einsicht, dass ich es manchmal nicht zwingen kann, dass die Lernfortschritte manchmal klemmen, dass man manchmal sinnlos drei Tage mit dem lächerlichsten Quatsch verbringt, um dann doch noch einen Riesensatz nach vorn zu machen. Deshalb finde ich auch Chräckers Hinweise auf die emotionale Seite wichtig. Ohne Selbstvertrauen und eine Spur Irrsinn sind bestimmte Hürden einfach nicht zu meistern :-)

Viele Grüße
Mathias Bigge