Tach auch,
Wer ist das, der Barrierefreiheit ausschließlich als technische Nutzbarkeit für körperlich eingeschränkte definiert?
Niemand bestimmtes, nur verflacht die Diskussion ob eine bestimmte Seite barrierefrei ist i.d.R dazu ob sie mit Textbrowsern gelesen werden koennen und ob sie "semantisch richtig aufgesetzt" werden.
In meinen Augen sind das technische Fragen. Auch wenn ich eingestehe dass es da Ueberschneidungen gibt.
Nur ist mir in noch keiner Diskussion hier begegnet dass jemand gesagt hat, "Du solltest auch eine grafische Version fuer Leseschwache anbieten". In allen Diskussionen die ich hier gesehen habe hiess es, "Du musst auch eine Textversion anbieten damit auch Leute mit Sehbehinderungen die Informationen aufnehmen koennen".
vertreten zwangsläufig den Standpunkt, dass geistig Behinderte, Menschen mit Lernschwächen usw. ebenfalls zu der zu berücksichtigenden Gruppe gehören, selbst wenn von den Konsequenzen dieser Einsicht nur die spezielle Seitenversion betroffen ist. Damit fordern sie zwar nicht bestmögliche Verständlichkeit für alle (wie es übrigens schon von der klassischen Usability seit Ewigkeiten gefordert wird, das kam beileibe nicht erst mit der Accessiblity in die Welt) beziehen die besagten Kriterien durchaus in ihre (beschränkte) Konzeption der Barrierefreiheit ein.
Ja, und wird dann weitergedacht? Werden die Gedanken die bereits in http://www.w3.org/TR/WCAG10/#gl-facilitate-comprehension stehen umgesetzt, wie ich bereits oben angedeutet habe?
Wo ist denn die Diskussion, wie man Sachverhalte einfacher ausdruecken kann? Wo ist denn die Diskussion wie man Ablaeufe vielleicht mit Animationen (ja, unter anderem auch mit dem verteufelten Flash) visualisieren und anschaulicher gestalten kann?
Diese Diskussion habe ich hier noch nicht richtig finden koennen. Sie wurde soweit ich mich entsinnen kann sogar mindestens einmal abgeblockt mit dem Argument "dies ist ein Technologieforum".
Ernsthaft, hast du dich einmal damit beschäftigt, was Accessibility nach den Web-Zugänglichkeitsrichtlinien (vor allem die WCAG 2 definieren den Begriff der Zugänglichkeit meiner Lesart noch breiter und umfassender, was meine bisherige Auffassung bestärkt) bedeutet und umfasst?
Um ehrlich zu sein, nein, ich habe sie nicht gelesen. Aber selbst wenn ich sie gelesen haette, was mir fehlt ist die Diskussion und Auseinandersetzung damit wie man solche Sachen umsetzen kann. Die Diskussion um die Umsetzung der Theorie in die Praxis fehlt mir hier.
Wenn ich mich mal wieder auf den Ausgangspunkt der Diskussion besinne: Ich persoenlich halte Rolf's Seite nicht unbedingt fuer einfach und klar geschrieben.
Natürlich gibt es Autoren, die »für Blinde optimierte« usw. Seiten schreiben, nur beziehen sich diese Autoren in der Regel nicht auf die hier diskutierten Begriffe Barrierefreiheit und Zugänglichkeit sowie die damit verbundenen Komplexe. Diese Trittbrettfahrer haben m.E. wenig mit ernsthaften und in die Tiefe gehenden Bemühungen zu tun, so können sie auch nicht als Maßstab herangezogen werden.
Gut, gestehe ich Dir gerne zu. Nur warum bewegt sich die Diskussion hier dann so wenig in diese Richtung? Chraecker hat es fuer mich sehr schoen ausgedrueckt: [pref:t=64676&m=368564]. Die Senioren, die Themenlaien, die Jugendlichen aus sozial schwaecheren Kreisen, was wird fuer die getan? Was kann fuer die getan werden?
Wer treibt dies voran? Wie kann dies sinnvoll passieren? Wie kann eine Seite auch fuer Themenlaien nutzbar sein ohne die Experten zu vergraulen?
Koennte Rolf/Erwin's Site so aufgebaut sein dass es Bereiche fuer Laien, Fortgeschrittene und Experten gibt? Koennte Grafiken oder sogar Animationen verschiedene Sachverhalte fuer verschiedene Leute besser erklaeren als alle Worte? Wurde diese Diskussion gefuehrt und von den "Barrierefreiheitsverfechtern" vorangetrieben?
Ich habe nicht viel von einer solchen Diskussion gesehen. Belehre mich eines besseren.
Gruss,
Armin