Mathias Bigge: keine politischen Alternativen

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Hi Christoph,

ich erlebe die Situation in meinem perönlichem Umfeld auch als viel heftiger, als es die Medien darstellen: Reihenweise Leute, die ihren Job verlieren, kleine Firmen, die pleite gehen, Leute, die von den neuen Gesetzen betroffen sind...

Mir fehlt momentan eine Alternative zu der herrschenden politischen Meinung, dass alles nur besser wird, wenn man die kleinen Leute abschlachtet und dem großen Geld alle Freiheit gibt. Außerdem fehlt es der Politik an Sorgfalt: Durch viele unscheinbare Gesetze und Verwaltungsentscheidungen werden in vielen Bereichen so ganz nebenbei immer wider ein paar Hundert Arbeitsplätze vernichtet, ohne dass jemandem dabei etwas auffällt...

Die EU-Erweiterungen werden den großen Unternehmen immmer neue Möglichkeiten eröffnen, Produktion in Billiglohnländer zu exportieren,  billige Arbeitnehmer zu importieren. Für die einzelne Firma ist das durchaus logisch, obwohl man aufgrund der volkswirtschaftlichen Gesamtlage auf die Dauer nicht davon profitieren kann.

1. Die Bauwirtschaft zeigt es: Der Druck, billige Arbeitskräfte und Schwarzarbeiter einzusetzen, wächst seit Jahren. Gleichzeitig sinken die Preise und Gewinne mit und trotz der günstigen Kredit- und Baupreise können immer weniger Leute bauen....

2. Wer soll die Autos kaufen, die immer stärker im Ausland herrgestellt werden: Die entlassenen Bankangestellten oder die osteuropäischen Billigarbeiter?

3. Es wird immer deutlicher, dass es keine politische Perspektive gibt, für die der Mensch im Vordergrund steht: Wir werden immer stärker zum größten Störfaktor im System, als Arbeitslose, Rentner, Kranke, als zu teure Arbeitnehmer, als Ausländer, als Nutzer jedweder öffentlicher Einrichtung.

Woher soll der von allen herbeigesehnte KONSUMENT kommen, wenn man ihn gleichzeitig finanziell zum SOZIALFALL macht....

Und dann die "Reformen": Wenn man das Gesundheitssystem betrachtet, finde ich es schon OK, dass die Nutzer die Kosten mittragen, aber:

1. Warum behindert man in  allen Bereichen den Wettbewerb? (Medikamentenpreise, Kassen und Versicherungen usw.)

2. Warum arbeitet man nicht sorgfältiger bei den einzelnen Gesetzen?

3. Warum gibt man denen, die das Ganze bezahlen, keine Kontrollmöglichkeiten über die abgerechneten Leistungen, etwa in Form einer Abrechnung über die von den Ärzten abgerechneten medizinischen Leistungen?

4. Warum entwickelt man keine Mechanismen zur Qualitätskontrolle, wie es sie etwa im Bereich der Geburtshilfe in Form aussagekräftiger Statistiken bereits gibt?

Viele Grüße
Mathias Bigge