Holladiewaldfee,
Die Frage ist: ist das so? Gehört man nicht zur Gesellschaft, wenn man arbeitslos ist oder
nicht bereit ist, zu arbeiten?
... was aber zwei vollkommen verschiedene paar Schuhe sind ...
Die Zeiten, in denen man sich geschämt hat und als
Aussenseiter dastand, wenn man den Gang zum Sozialamt machte, sind IMHO schon lange vorbei.
Ja, aber vielleicht wäre es nicht unbedingt schlecht, wenn es man sich wieder etwas schämen müssten, wenn man der Gesellschaft länger als unbedingt nötig auf diese Art und Weise auf der Tasche liegt.
Meine Theorie: Passivität hervorgerufen durch passives Leben. Passivität zeichnet sich durch
das komplette Leben. Passiver Konsum (Teleshopping, Internet-Shopping), passive
Unterhaltung (Glotze an, Hirn aus), ja selbst passive Fortbewegung (Auto statt Fahrrad oder
Füsse) zeichnet das heutige Leben.
Da bin ich voll und ganz Deiner Meinung. Nur daß das "Hirn aus" nicht unbedingt erst mit "Glotze an" eintritt. Dazu kommen die Ellenbogen-Mentalität, Tunnelblick, Mißbrauch von Rauschmitteln aller Art schon bei Minderjährigen, etc. pp. Nimmt man dann noch mangelnde Bildung, wie es von der Politik zur Zeit hintenrum ja eigentlich fast schon gefördert wird, dazu, kann am Ende eigentlich nur eine Katastrophe herauskommen.
Die (privaten) Medien tragen naturgemäß nicht gerade dazu bei, diesen Umstand zu ändern, die öffentlich-rechtlichen sind machtlos.
Mir fallen in dieser Gesellschaft inzwischen einfach zu viele Menschen durch das Raster
der Verwertbarkeit.
Richtig, die Gesellschaft ist das Hauptproblem. Neben dem Problem, daß die, die es ändern könnten, es nicht ändern wollen.
Durchaus. Ich habe nichts gegen "Aussteiger". Ich selber empfinde mich nicht häufig als
nicht "Gesellschaftskonform". Ich kann aber z. B. Schwangerschaft um der Arbeitslosigkeit
willen nicht nachvollziehen, beim besten Willen nicht.
Was hat das mit Gesellschaftskonformität zu tun? Eine Schwangerschaft aus irgendeinem Grund als ihrer selbst Willen, als dem Wunsch nach Kindern, kann doch eigentlich nur falsch sein.
Es kann bei uns nicht besser werden, solange Sozialschmarotzer gesellschaftlich akzeptiert werden.
Aber der prinzipielle Ausschluss über Generationen, das empfinde ich als Alarmsignal.
Da bist du nicht der einzige.
Eine Gesellschaft, die Leute ausschließt, die es nicht darauf anlegen, ausgeschlossen zu werden, ist krank. Insofern dürfte es wohl keine einzige intakte Gesellschaft auf dieser Welt geben. Und nein, ich sehe das nicht als Widerspruch zu dem Satz zwei Absätze weiter oben.
Ciao,
Harry