Hallo Harry,
Die Frage ist: ist das so? Gehört man nicht zur Gesellschaft, wenn man arbeitslos ist oder
nicht bereit ist, zu arbeiten?... was aber zwei vollkommen verschiedene paar Schuhe sind ...
Natürlich.
Die Zeiten, in denen man sich geschämt hat und als Aussenseiter dastand, wenn man den
Gang zum Sozialamt machte, sind IMHO schon lange vorbei.Ja, aber vielleicht wäre es nicht unbedingt schlecht, wenn es man sich wieder etwas
schämen müssten, wenn man der Gesellschaft länger als unbedingt nötig auf diese Art und
Weise auf der Tasche liegt.
Das ist ein zweischneidiges Schwert. Der Schritt von 'schämen, weil man der Gesellschaft
länger als unbedingt notwendig auf der Tasche liegt' bis 'schämen, weil man der Gesellschaft
auf der Tasche liegt' ist nicht gross. Und zweiteres würde ich überhaupt nicht begrüßen.
Meine Theorie: Passivität hervorgerufen durch passives Leben. Passivität zeichnet sich
durch das komplette Leben. Passiver Konsum (Teleshopping, Internet-Shopping), passive
Unterhaltung (Glotze an, Hirn aus), ja selbst passive Fortbewegung (Auto statt Fahrrad
oder Füsse) zeichnet das heutige Leben.Da bin ich voll und ganz Deiner Meinung. Nur daß das "Hirn aus" nicht unbedingt erst mit
"Glotze an" eintritt.
Jor -- ist nur ein typisches Beispiel, wie heute das allgemeine Bild von 'Entspannung' ist.
Nimmt man dann noch mangelnde Bildung, wie es von der Politik zur Zeit hintenrum ja
eigentlich fast schon gefördert wird,
Da sagst du was. Es ist wirklich so. Die 'mein Kind doch nicht!'-Haltung wird IMHO von der
Politik ganz extrem gefördert. Warum ist das Grundschulgutachten nicht mehr bindend bzw.
warum gibt es keine Aufnahmeprüfung für die Schulformen? Warum gibt es eine 50%-Regel? Warum
kann man in der Gesamtschule nur mit Einverständnis der Eltern pappen bleiben?
dazu, kann am Ende eigentlich nur eine Katastrophe herauskommen.
Ja.
Die (privaten) Medien tragen naturgemäß nicht gerade dazu bei, diesen Umstand zu ändern,
die öffentlich-rechtlichen sind machtlos.
Sind machtlos und haben IMHO auch nicht unbedingt Interesse daran, diesen Umstand zu ändern.
Durchaus. Ich habe nichts gegen "Aussteiger". Ich selber empfinde mich nicht häufig als
Da ist ein 'nicht' zuviel ;-)
nicht "Gesellschaftskonform". Ich kann aber z. B. Schwangerschaft um der Arbeitslosigkeit
willen nicht nachvollziehen, beim besten Willen nicht.Was hat das mit Gesellschaftskonformität zu tun?
Nichts. Worauf ich hinaus wollte, war folgendes: ich habe keine Probleme mit Aussteigertum,
wie Mattes es so formuliert hat. Wenn jemand den Drang (aus anderen Gründen als der reinen
Faulheit!) hat, sich eine Weile neben die Gesellschaft zu stellen, soll er das tun.
Eine Schwangerschaft aus irgendeinem Grund als ihrer selbst Willen, als dem Wunsch nach
Kindern, kann doch eigentlich nur falsch sein.
Jor.
Grüße,
CK
Death is God's way of telling you not to be such a wise guy.