Moin!
aber: Microsoft zwingt niemanden mit vorgehaltener Waffe seine Produkte zu kaufen.
Das nicht. Aber wer sich für Microsoft Windows entschieden hat, kriegt gleich die volle Packung. Weil da alles dabei ist:
Internet Explorer, Outlook Express, Windows Media Player, ...
Das bedeutet: Es gibt nahezu keine Veranlassung für den Benutzer, sich Alternativen zu suchen. Weder für Browser, noch für EMail, noch für die Medienanzeige.
Das bedeutet aber auch: Es gibt dann keinen wirklichen Markt mehr für derartige Produkte. Weder kann man die Alternativen dann noch irgendwie verkaufen (bei MS sind sie "kostenlos" dabei), noch wird sich sonst irgendein Schwein dafür interessieren (einfach mal die Marktanteile bei Browsern, Mailprogrammen oder eben Media-Abspielern angucken).
Immer, wenn Microsoft eine Komponente mit ins Betriebssystem integriert, stirbt ein Markt.
Das war so bei TCP/IP-Komponenten (ja, früher hat man sich seine Winsock noch selber gekauft: Trumpet Winsock beispielsweise - ohne das konnte man nicht ins Internet - bis dann Windows for Workgroups die Netzwerkfähigkeit gleich mitbrachte). Oder bei Festplattenkomprimierern (Stacker war zuerst da, dann kam Microsoft Drivespace ... und Stacker war tot).
Dabei ist solch eine Kombinationiererei nicht unbedingt wirklich vorteilhaft für den Kunden. Er ist fast zwingend auf das Betriebssystem angewiesen. Er kriegt immer und immer mehr Komponenten dazu, ohne dass er sie wirklich brauchen würde. Und logischerweise bezahlt er für diese Komponenten auch Geld. Der Preis wird nur nirgendwo einzeln ausgewiesen, weil nur das Gesamtpaket gekauft werden kann.
Dass man ein Windows ohne Mediaplayer billiger würde kaufen können, steht doch eigentlich außer Frage.
Das ist ungefähr vergleichbar mit der Autoindustrie. Stell dir vor, es gäbe nur eine einzige Firma, bei der man Autos kaufen kann, die mit den Straßenverhältnissen deiner Umgebung klarkommen - und diese Autos enthalten grundsätzlich _immer_ ein Autoradio.
Natürlich gibts andere Autoradiohersteller. Die würden dir liebend gerne eines einbauen. Haben auch günstige Angebote da. Aber da im Auto ja schon eins verbaut ist - warum ausbauen?
Klar, wer Bastler ist, und auf HiFi-Genuß Wert legt, wird sich natürlich das optimale Gerät installieren. Aber kann die Autoradioindustrie davon dann noch leben?
Wer Produkte von Microsoft nicht will soll sie doch einfach im Laden liegen lassen! Basta. Und wer zu nichts gezwungen wird kann auch nicht durch Monopolmacht ausgebeutet werden.
Das Monopol setzt da ein, wo jemand sagen kann: Würstchen gibts ab heute nur noch mit Pommes dabei. Und da es nirgendwo sonst Würstchen gibt, und du die zwingend benötigst, mußt du die Pommes halt mitbezahlen. Auch wenn die Pommes absolut nichts mit dem Würstchen zu tun haben.
Das ist einfach nur freier Wettbewerb.
Der Wettbewerb auf dem Betriebssystemmarkt ist alles andere als frei. Man kann sich immerhin freuen, dass es erstens den Mac immer noch gibt (aber mit welchem Marktanteil denn bitte), und dass Linux sich tapfer weiter vorkämpft.
http://www.atai.org/softwarewar.png 128KB
:)
- Sven Rautenberg
Among the maxims on Lord Naoshige's wall, there was this one: "Matters of great concern should be treated lightly."
Master Ittei commented, "Matters of small concern should be treated seriously."
(Hagakure: The Way of the Samurai)