Hi,
Besser als nur zu erahnen, was eine bestimmte Begrifflichkeit beschreibt ist es zu wissen:
Danke, nun ahne ich nicht nur, daß manche Wissenschaftler zu perversesten Euphemismen neigen, jetzt *weiß* ich es! =:->
Oder was wolltest Du damit belegen? Daß "grün" keine geschützte Wortmarke ist, und jeder es benutzen kann, um dem unbedarften Normalbürger eine Natürlichkeit vorzuspiegeln, die ggf. nicht im Ansatz gegeben ist?
Das erinnert mich auch gleich irgendwie an bunten Naturwiesen, glückliche Tiere in Freilandhaltung und selig werkelnde Omis, die auf den diversen Lebensmittelverpackungen abgebildet sind, deren Inhalt von Natur & Handarbeit in etwa so weit entfernt sind, wie der Schnelle Brüter von einem Wasserkraftwerk ...
... aber Du schriebst ja selbst: "Nicht zuletzt weil es immer Vertreter der Fraktion geben wird, die mit Polemik und Euphemismus einem die Blaue Pille anbieten um Ahnungslosigkeit für eigene Interessen zu instrumentalisieren." :)
Was ist jetzt genau dein Problem?
Z.B. solche Vorgänge, wie im Film Tote Ernte – Der Krieg ums Saatgut beschrieben.
Ist aber nur ein Beispiel, die Liste ließe sich fast beliebig ergänzen ...
Ich biete hiermit gerne noch einmal meinen Kenntnisstand an eventuelle Missverständnis zu diskutieren.
Danke, aber meinen Kenntnisstand betrachte ich als absolut hinreichend (ich lese ja übrigens auch nur "normale" wissenschaftliche Magazine und keine "Öko-Postillen" ;-)).
Ich habe auch keinerlei Problem mit irgendwelchen Technologien als solche. Ich habe eher ein Problem mit der Anwendung von manchen Techniken, unter Zuhilfenahme von geschönten Gutachten, durch Multis, die eher durch Nutzung von Euphemismen auffallen, denn durch fundierte Risikoanalysen, die sie vielleicht sogar beachten müßten. Umsatz und Gewinn haben in manchen Bereichen für ich mich eben nicht die höchste Priorität.
Jedoch lebt eine solche Vorstellung weit von den momentanen Bestrebungen wie auch der aktuellen Methodik der Biotechnologie entfernt.
Oh, die bisherigen Rückschläge z.B. bei genetisch verändertem "functional food" hat die Industrie zur Einsicht gebracht? Fein! Das hatte ich so gar nicht wahrgenommen. :-o OK, Bayer hat seinen hier aufgetauchten "Gen-Reis" doch nicht zur Marktreife gebracht, weil die Ergebnisse nicht den Erwartungen entsprachen (obwohl es gar kein functional food war, sondern die bislang ja schon öfters erfolgreich umgesetzt Herbizidresistenz) - offenbar hat der Reis das nur nicht gewußt ... >;->
Aber ich vermute, daß Du *das* nicht mit "aktueller Methodik" meinst. ;-)
In der Tat. Und das habe ich ja bereits bekundet das auch ich glaube, dass ein solches Eingreifen in die Natur weit folgenreicher ist, als die gezielte Manipulation einzelener molekularbiologischer Aspekte eine Pflanzenzelle.
Keine Frage. Aber nur weil "natürliche Dummheit" noch schlechter ist, muß man ja nicht "wissenschaftliche Dummheit" positiv sehen. ;->
Nochmal: *Nichts* gegen Biotechnologie im allgemeinen und Gentechnologie im besonderen (jedenfalls was mich angeht)! Mir fehlt es "nur" beim Augenmaß, Sinnhaftigkeit und echter Risikoabschätzung (etc. etc.) bei manchen Firmen (und eher willfährigen Regierungen).
Wobei wir uns schon die Frage stellen müssen was wir unter einem Problem verstehen? Ist bereits die Verlagerung eines ökologischen Gleichgewichtes hin zu einem anderen stabilen Zustand ein Problem?
Wenn sich eine Art mangels natürlicher Feinde ungehemmt ausbreitet und andere Arten verdrängt, bzw. gar für den Menschen zu einem gesundheitlichen Problem wird, dann wird dies, so man keine Lösung für das Problem findet, natürlich irgendwann zu einem "stabilen Zustand" führen. Auch Kernschmelzen führen irgendwann zu einem "stabilen Zustand". *Ich* möchte nur nicht mit *solchen* "stabilen Zuständen" leben müssen. Punkt.
Ich habe bewusst nicht von Dumm gesprochen. Von einer gefährlichen Ignoranz hingegen schon.
Nicht jeder geht zur Wahl (auch aus Gründen der Verdrossenheit - "wir können ja doch nichts ändern"). Und wenn ein heikles, technisches Thema zur Direktwahl anstünde ...
Du gehst von der wahnwitzigen Vorstellung aus, dass man ein komplexes Thema in seiner Vielschichtigkeit jedem noch so unwillig und ungebildetem Menschen schmackhaft machen kann.
... und man dieses Thema unwilligen und ungebildeten Menschen nicht schmackhaft machen kann, werden sie wohl auch nicht zur Wahl gehen. Wenn es aber so "schmackhaft" ist, daß sie es doch tun, dann wird jede Seite halt gefordert sein ...
Was erwartest du denn? Dass man einen Abriss der Naturwissenschaften detailgetreu in ein Playstation-spiel steckt und es als Torrent kostenlos vertreibt?
... nicht die wissenschaftlichen Einzelheiten verständlich zu erklären, sondern die Konsequenzen, die man daraus ggf. zu tragen hat.
Und wenn eine Technik auch noch so toll und sinnvoll ist: Wenn sich dafür keine Mehrheit findet, dann kann ma die Technik auch IMHO ruhig mal Technik sein lassen - die Museen sind voll von Prototypen, die nie in Serie gegangen sind.
Ich sehe *generell nicht* die Notwendigkeit, alles Machbare zu machen (schon gar nicht, wenn es weniger von gemeinschafts-, denn profitorientierten Unternehmen entwickelt wird).
Na ja, mit Leistungskurs Mathe, Abiturkurs Chemie,
Dann haben wir also doch was gemeinsam.
Davon bin ich überzeugt. Ich bin zumindest wissenschaftlich auch sehr interessiert. Aber es ist ja nicht so, als wenn nur tumbe Laie aus ungerechtfertigter Angst den sinnvollen Fortschritt behindern. Es soll ja, so habe ich gehört ;-), auch unter studierten Wissenschaftlern hinreichend kritische Stimmen geben, oder? :-o
Gruß, Cybaer
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