Mathias Bigge: Reply Teil B

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Lieber Bio,

ja, schimpf nur, aber ein bisschen Recht hatte ich doch, oder? Mir kam es auf jeden Fall so vor, als müsste man in Diskussionen mit Dir ganz schön deutlich werde, wenn man Dich erreichen will! Dein Disclaimer ist nicht der einzige Hinweis auf dein erleuchtetes Gefühl beim Abfassen von Texten. Und wenn Du ehrlich bist: Wer seinem Text eine Bemerkung beifügt, dass jeder der etwas nicht richtig versteht, zu dumm zum Lesen der Texte des Meisters ist, muss doch auch mal eine Retourkutsche vertragen!?

Eine in ihrer Dummheit geradezu leuchtende Passage!
Ah... Beleidigung des Diskussionsgegners. Welch' Zeichen intellektueller Überlegenheit! Oder war das doch das Mittel, was man in einer Diskussion einsetzen sollte, wenn einem die Argumente ausgehen?

Na ja, ein Argument kann man es nicht gerade nennen, aber als Retourkutsche und ironische Feststellung geht's vielleicht doch noch durch? *g*

  1. Die Winzigkeit der jüdischen Glaubensgemeinschaft und die Tatsache, dass Du keinen einzigen Juden kennst, steht im Zusammenhang mit Nazi-Methoden, mit sehr realen, nämlich denen in der deutschen Geschichte.
    Ja, das ist mir auch klar. Und? Habe ich das bestritten?

Nein, aber die Tatsache, dass hier Millionen von Menschen einfach so verschwunden sind, macht es zu einem zweifelhaften Argument, zweimal in einem Text mit der geringen Größe der Bevölkerungsgruppe zu argumentieren.

  1. Nicht immer sind die Opfer die Täter, auch wenn es Dir in Deiner kleinen Chatwelt so vorkommt.
    Spüre ich da eine gewisse Arroganz des großen, kosmopolitischen Journalisten, oder bilde ich mir das nur ein? *g*
    Diese Sache mit dem Chat sollte eine Analogie darstellen. Ich denke nicht, daß das zu der Annahme, ich lebte in einer kleinen Chatwelt, berechtigt.

Stimmt wieder mal, verdammt, jetzt habe ich Dir schon wieder Recht gegeben! Aber es gibt eine Strategie im Blödblöd-Journalismus, alles zu simplifizieren, indem man es auf die Kneipen- oder Familienebene bringt. Kennzeichen: Alle werden mit Vor- oder Spitznamen angeredet (Schumi, Bill, Monica, die Amis, der Russe, ...). Ich könnte einiges über diese Erfolgsstrategie und ihre Verblödungseffekte schreiben, aber das wäre ein Thema für sich.

Zusammenfassend gefragt: Wer hat also den Antisemitismus in Deutschland produziert? Der Zentralrat der Juden mit seinen "Litaneien"? Oder skrupellose Politiker in der Absicht, damit politisch Profit zu machen? Oder Deklassierte, die Schuldige und Opfer brauchen? Oder ist das alles doch ganz schön kompliziert und kein geeigneter Gegenstand für unreflektiertes Gerede?
Was heisst hier unreflektiert. Ich habe lediglich unter anderem geäussert, wie ich es empfinde, wenn der Zentralrat zum x-ten Mal vor wachsendem Antisemitismus warnt, von dem ich nichts, aber auch gar nichts bemerke. Eine Äusserung der eigenen Gefühle kann gar nicht reflektiert sein, weil Gefühle nicht rational sind, und nicht der Kontrolle des Bewusstseins unterliegen.

Was bedeutet hier "merken"? Du "merkst" ja auch nichts von den Toten der Selbstmordattentate und den Opfern israelischer Raketenangriffe. Über solche Dinge kann man eben nicht allein aus dem Bauch urteilen. Gib doch mal in Google "Anschlag" und "Juden" ein oder recherchiere mal lokal, etwa im kostenlosen Archiv der WAZ. Es ist erschreckend, wieviel gegen diese kleine Bevölkerungsgruppe in Europa unternommen wird. Oder denk an den Anschlag auf die Synagoge in Djerba. Das was Leute wie Karsli daherreden, vielleicht aus verständlichem Zorn darüber, dass sich niemand auf der Welt wirklich für das Schicksal der Palästinenser interessiert, vielleicht aus Oberflächlichkeit, wird in anderen Zusammenhängen zum Killwort und zum Todesurteil, ganz und gar wahllos wie beim World Trade Center oder der Touistengruppe in Djerba.

  1. Wortwahl: "und Konsorten"
    Tut mir leid. Ach nein, doch nicht - Du empfindest ja Entschuldigungen als Beweis besonders schwerer Schuld.

Quatsch, Entschuldigung angenommen.

Mal ganz ernst gefragt: Wie tief steckt der Antisemitismus in der unbewussten Geschichte unserer Familien, unseres Landes. Eine Bekannte von mir habilitiert sich über Tabus in der politischen Sprache und hat dabei verschiedene Debatten und Ereignisse in der Geschichte der Bundesrepublik analysiert. Eine Frage lautet: Welche Nebenbedeutungen, Assoziation löst immer noch das Wort "Jude" aus, wieviel kollektive Angst und Erinnerung der Älteren steckt immer noch darin, wenn man dieses kleine Wort gebraucht. Ich finde, in diesem Bereich ist Genauigkeit angesagt! Auch wenn Deine Generation von Rest der Nazizeit nicht auf so unangenehme Weise berührt worden ist wie meine.

Fein. Ich sprach ja auch von ca. 85.000 Menschen, die vom Zentralrat der Juden repräsentiert werden. Und "ca." heisst ungefähr, und damit sind auch 86.000 Leute noch ca. 85.000 Leute.
Es ist mir auch bewusst, daß es vor dem Holocaust mehr Juden in Europa gegeben hat. Und ich habe mir auch schon gedacht, daß nicht alle Juden in Deutschland dem Verband angehören, dem der Zentralrat der Juden vorsteht. In diesem Punkt besteht also kein Dissenz.

Richtig. Ich wollte Dich auch gar nicht korrigieren was die Zahl angeht. Es gibt einfach einige Angehörige jüdischer Gemeinden, die nicht vom Zentralrat der Juden vertreten werden.

Ich habe nie von einer zionistischen Verschwörung gesprochen.

Die folgende und andere Passagen aus Deinem ersten Posting habe ich als Zustimmung zu Karslis Verschwörungstheorie aufgefasst:
"Von daher glaube ich, daß  dieser Rat mit Repräsentanten von ca. 85.000 (1 Promille der Bevölkerung) Anhängern einer Religionsgemeinschaft einen völlig unverhältnissmässig grossen und nicht logisch erklärbaren Einfluss auf die öffentliche Meinung in Deutschland hat. Einen so großen, daß z.B. Karsli und Möllemann jetzt möglicherweise aus einer demokratischen deutschen Partei fliegen, weil sie etwas gesagt haben, was diesem Rat nicht gefallen hat."
Guck doch mal auf rechtsradikalen Sites, wie nah Du mit dieser Argumentation an der Neonazi-Rethorik liegst. Das kann doch einfach nicht in Deinem Sinne sein!!!

Was das Verfassen längerer Texte angeht: Ich verlasse mich dabei lieber auf mein Gefühl als auf die in einer Streitsituation gemachten Äusserungen eines "Web-Video-Journalisten".

Web-Video-Journalist finde ich gut. Oder sollte das eine Beleidigung sein? Meist schreibe ich allerdings nur Texte zu Kulturthemen und steche so nur unzureichend aus der Masse hervor...

Disclaimer:
Hey - was von mir gelernt?

Na klar, nicht nur lärm-, sonder auch lernfähig! *g*

  1. Auch ich hoffe auf Leser, die intelligent sind, aber nicht intelligenter als ich ;-)
    Ja, ich denke, Du musst wirklich auf Leser hoffen, die nicht intelligenter sind als Du. ;-)

Na, wie jeder halt.... ;-)

  1. Mir ist der Lewinski-Zionismus irgendiwe sympathischer als Bomben diverser Militärherren, religiöser Organisationen, Nazis und dergl.
    mehr.
    Was bitte ist der Lewinski-Zionismus? Eine Erfindung von Dir?

Ja: Sexbomben statt Splitterbomben.

Viele Grüße
Mathias Bigge

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Was sind Nazi-Methoden?

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