Sup!
Die Probleme kommen ja genau daher dass Positionen wie die von Lafontaine
wegen zuviel Rücksicht auf die Exportindustrie von BMW oder VW
vernachlässigt wurden.
Hmmmm...
Wir haben ja seit langen nur noch angebotsorientierte Wirtschaft ohne
jegliche Nachfrage.
Ich verstehe nicht, was das sein soll, angebotsorientierte Wirtschaft ohne Nachfrage... wenn die Wirtschaft nur das produzieren würde, was wir "wirklich brauchen", könnte man nur Astronauten-Nahrung und Klopapier im Laden kriegen. Und das, was die Wirtschaft produziert, wird doch nachgefragt.
Im Gegenteil, mit der Nichtbesteurung von Flugbenzin sowie anderen
Eingriffen in den Markt wird das Problem zusätzlich verschärft.
Ich denke, die Nichtbesteuerung des Flugbenzins sichert eine der größten sozialen Errungenschaften, nämlich das Fernreisen nach Mallorca. Darum traut sich keiner, das Flugbenzin zu verteuern. "Die Partei, die dafür sorgt, daß wir nur noch an die Ostsee und nach Österreich fahren können" will sicher keine Partei sein.
Genau hier liegt das Problem, und die vielen fetten Jahre der
Exportindustrie bei Entstehen der ersten neuen Armut und Wachsen
der Arbeitslosigkeit zeigen ja den Unfug.
Das wird ja auch sogar schon bei der CDU im Ansatz erkannt, nur
nennen die das z.Zt. noch Mittelstand.
Wie meinen?
Klar dass die FDP als (Zitat) "Marionette der Banken und Versicherungen"
mit einer Position der "relativen Unwichtigkeit der Binnennachfrage"
eher einen Geldfluss in andere Bereiche der Banken und Versicherungen
rechtfertigen kann, als wenn sie sich irgendwie direkter für dieses Land
und dessen Bürger verantwortlich fühlen würde.
Nun... Du verlangst nicht ernsthaft, wir sollten quasi "autark" als Staat leben können? Wenn wir all' die schönen Dinge wie Früchte etc. importieren wollen, müssen wir auch exportieren. Alle lebensnotwendigen Dinge werden doch überall in der EU zuviel produziert, wir haben doch Milch-Seen und Zucker-Berge. Also gibt es doch eigentlich nicht viel auszubauen an unserer "Innen-Wirtschaft".
Zudem sind wir schon mit der ganzen Welt vernetzt und verstrickt - die Globalisierung ist also schon fast vorbei. Und das hat ja auch Vorteile - die internationalen wirtschaftlichen Kontakte zu allerseitigem Nutzen und mit mancher gegenseitiger Abhängigkeit haben uns jede Menge Frieden und Freiheit beschert, die in den Jahrhunderten zuvor keine Selbstverständlichkeit waren.
Mehr zu importieren als zu exportieren wäre wesentlich schlimmer für uns als mehr zu exportieren als zu importieren, so wie es im Moment zum Glück ist.
Ich weiß auch nicht, was Du mit den Versicherungen hast, und den Banken - die Banken bieten wie die Versicherungen nur eine Dienstleistung an, und versuchen dabei, Gewinn zu machen, was, man sehe Dresdner Bank im letzen Jahr, auch nicht immer einfach zu sein scheint. Manchmal denke ich, manche Leute denken, die Banken haben einen Geldspeicher und quasi unendlich viel Geld und existieren nur, um mit sadistischer Freude kleinen Leuten Kredite zu verweigern und "reichen Bossen" Milliarden in den Hintern zu schieben. Genau so ist es mit den Versicherungen, Versicherungs-Betrug ist ja quasi Volkssport unter allen, die sich benachteiligt fühlen, dabei sähen wir ohne Versicherungen alt aus. Und es ist doch auch nicht so, als würden die Versicherungen das ganze Geld ins Ausland verschieben oder so.
Wie also stellst Du Dir diese stärker binnenmarktorientierte Wirtschaft vor?
p.s.
schlag doch mal in deinem Kurzkurs in VWL unter deflatorischer Lücke nach.
Sicher. Nur habe ich gerade mein Kurzkursbuch VWL nicht da - aber google... da steht im Internet z.B.: http://home.arcor-online.de/jochen.wilms/vwl/def.html
"Der Staat muß, um wieder ein Übereinstimmen vom Gleichgewichtseinkommen (Idealzustand) und momentanen Volkseinkommen herzustellen, entweder die Staatsausgaben erhöhen / Steuern senken (Keynesianismus) oder die Zinsen senken (Monetarismus) (geschieht beides mit dem Ziel die Konjunktur in Fahrt zu bringen)."
Und nun raten wir mal, was ist einer der Kernpunkte im Wahlprogramm der FDP? Hmmmm? Steuern senken etwa?
Was sagst Du nun?
Gruesse,
Bio