Hi stephan,
Hi Leute, bin schüler in der 11.ten klasse und hatte eigentlich nicht vor einen Mathe leistungskurs zu nehmen, da ich mathe nicht so gut beherrsche
was genau verstehst Du denn unter "Mathe" und "beherrschen"?
Was macht ihr denn so in der 11. Klasse - ist das immer noch Analysis?
Wie stehst Du denn zu den Themen (Lineare) Algebra und Mengenlehre - macht Dir so etwas mehr Spaß?
Was für Jobs im IT-bereich gibt es denn welche auch ohne einen Mathe LK auskommen?
Muss ich dann aber einen Informatik-LK wählen?
Wie schon mehrfach geschrieben wurde, "mußt" Du gar nichts wählen.
Ich fürchte sogar, der Informatik-LK wird Dir auf dem Weg zum Informatik-Studium (!) weniger helfen als der Mathe-LK - auf dem Weg zum "ich habe einen Job in der IT, weil inzwischen kein Job mehr völlig ohne IT auskommt" dürfte Schul-Informatik (also wahrscheinlich überwiegend der Crashkurs in M$-proprietärer Standardsoftware ...) dagegen sehr wohl helfen.
"Richtige" Informatik fängt selbst auf der Uni erst im Hauptstudium an, mit wenigen Ausnahmen aus dem 3. und 4. Semester. Alles vorher sind lediglich Grundlagen.
Was für Chancen hab ich ohne Mathe eine Studium in diesem Bereich anzufangen?
Wenn Du wirklich Informatik studieren willst - und zwar egal, ob TH oder FH - dann solltest Du Dich nicht vor Mathe drücken _wollen_.
Wobei ich Analysis am unwichtigsten finde (das konnte ich selbst auch nie gut, Analysis II war die schlechteste Note meines gesamten Abitur-Zeugnisses), Lineare Algebra am wichtigsten (obwohl Du es später nicht direkt anwenden wirst, aber es schult das Abstraktionsvermögen und das logische Denken am besten) und Statistik/Wahrscheinlichkeitrechnung am spaßigsten (ausrechnen können, warum welche Strategie bei einem bestimmten Spiel wie gut funktioniert, fand ich schon immer toll).
Mathematik geht letzten Endes nicht ohne Beweise ab. Beweise sind langweilig - jedenfalls dann, wenn Dich das Thema nicht interessiert. Aber wenn Dich "das Thema" nicht interessiert, mußt Du es dann unbedingt studieren? Das "wenn ich nur wüßt', was drinnen ist"-Gefühl ist Voraussetzung für jedes wissenschaftliche Studium, nicht nur für Informatik.
Andererseits ist meine persönliche Überzeugung, daß "in der IT" ein Informatikstudium die beste Voraussetzung dafür ist, einen interessanten Job zu bekommen, in dem Du im Wesentlichen dafür bezahlt wirst, zu denken (und nicht dafür, Kisten auf- und zuzuschrauben).
Und zwar egal, wo in der IT: Beim Software-Produktion macht der Informatiker tendentiell das Datenmodell und die architektonischen Entscheidungen, nicht aber die allerzweiundvierzigste Browser-Anpassung; beim Netzwerkmanagement macht der Informatiker tendentiell das Sicherheitskonzept bzw. die Performance-Analyse, nicht aber die Montage irgendwelcher Hardware.
Letzten Endes bestehen die interessantesten Aufgaben in der IT immer darin, konkrete Situationen so zu abstrahieren, daß sie zu einer bereits vorhandenen Lösung oder Erkenntnis einer anderen Situation passen, so daß Du die Erfahrungen des einen beim anderen verwenden kannst - das ist derselbe Produktivitäts-Booster wie etwa beim Programmieren die Wiederverwendbarkeit von Code durch Module und Bibliotheken. (Dieser Satz war "Informatik". ;-)
Und genau dieser Wille, einerseits einen Schritt zurückzutreten und "das Wesentliche" in einem Problem zu sehen, andererseits aber die Details ebenso zu beherrschen, macht für mich "den Informatiker" aus - um "Programmierer" zu werden, brauchst Du kein Studium. Aber als Programmierer bleibst Du halt immer "Fußvolk" ...
Viele Grüße
Michael
[Dipl. Inform (TH Darmstadt, 1979-86), Leistungskurse Mathe & Englisch]
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