Tag auch
Wie willst du erreichen das die Iraker gegen Saddam sind?
Gute Frage.
Im Irak gibt es durchaus eine nicht zu unterschätzende Opposition. Saddam begründet seine Macht hauptsächlich auf die sunnitische Oberschicht, die aber nur etwas mehr als 20% der Bevölkerung ausmacht.
Der Rest sind im wesentlichen Kurden im Nordirak und Schiiten.
Die Kurden kochen ihr eigenes Süppchen und haben sogar soetwas wie eine eigene Regierung (von Bagdad mehr oder weniger toleriert).
Die schiitischen Bevölkerung ist m.E. ein Pulverfass, das früher oder später explodiert - nur weiß niemand so recht, in welche Richtung.
Eines haben aber alle gemeinsam: Das große Feindbild USA.
Ach ja, und dann gibt's da noch die Pappnasen der sog. Londoner Exilregierung - ein Ansammlung von Waffenschiebern, Schmugglern und Bandenführern, die ihre eigene Großmutter verkaufen würden, wenn der Preis stimmt.
Das Problem dürfte sein:
Einem Großteil der Bevölkerung geht's wirklich hundsmiserabel. Doch daran ist nicht Saddam (aus Sicht der Betroffenen) schuldig, sondern der große Unhold USA, der für die Wirtschaftssanktionen verantwortlich ist.
Ein Lösungsansatz könnte ein schrittweise Lockerung des Wirtschaftsembargos als Gegenleistung für Abrüstungsaktionen sein.
a) Sollte Saddam sich weigern, bleiben die Sanktionen. Wobei sich die Schuldfrage dann in Richtung Regierung verschiebt, denn diese hat es ja in der Hand.
b) Rüstet Saddam weiter ab, ist es umso besser.
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Da alles ändert aber nichts daran, daß ich persönlich entschieden gegen Krieg bin.
Ein Krieg kann (wenn überhaupt) nur die wirklich allerletzte Notlösung sein, wenn es absolut keinen anderen Ausweg gibt.
Und -so wünschenswert ein Regierungswechsel auch sein mag- die irakische Regierung hat sich in den letzten 10, 12 Jahren nichts geleistet, was einen Überfall rechtfertigen würde.
Thomas J.