Moin Moin !
Es hilft nichts, diese Frage schreit nach einem Schnellkurs. ;-)
Ein FI (Fehlerstromschutzschalter) hilft, wenn irgendwo eine blanke Leitung, egal ob Phase oder Null, geerdet wird, z.B. über Mensch, nasse Wand, angebohrte Leitung, Wasserpfütze unter defekter Waschmaschine, Fön in der Badewanne. Der FI löst aus, wenn zwischen dem Strom in der Phase-Leitung und dem Strom in der Null-Leitung ein Unterschied von mehr als nur einigen mA vorhanden ist, die schon erwähnten 30 mA sind üblich, es gibt aber für Industrie-Anwendungen auch FIs mit höheren Abschaltwerten. Für dreiphasige FIs gilt entsprechend die Summe der Ströme in den einzelnen Phasen verglichen mit dem Strom auf dem Null-Leiter.
Nur: Ein FI hilft gegen ein kaputtes Steckernetzteil überhaupt nicht, so lange es nicht im Wasser liegt.
Die Stromkreise in der Wohnung sind üblicherweise mit 16A abgesichert, seltener auch mit 10A. Entweder mit Schmelzsicherungen (Einweg, geschraubt) oder mit Sicherungsautomaten. Die schalten -- erfahrungsgemäß ;-) -- recht schnell ab, wenn der aufgedruckte Strom für mehr als nur Sekundenbruchteile überschritten wird. Schnell mal überschlagen bringen 230V bei 16A eine Leistung von 3.680W, ungefähr so viel wie ein voll eingeschalteter E-Herd. So viel Energie kann man also aus einem einzelnen Stromkreis ziehen, OHNE daß die Sicherung auslöst. Hängt am Stromkreis nur das eine hypothetische defekte Steckernetzteil, könnte es in Ruhe 3,5 kW elektrische Energie in Wärme umsetzen (sprich: schmoren und brennen), ohne daß die Sicherung auslöst.
Die große 16A-Sicherung im Zählerkasten hilft also auch nicht wirklich.
Deswegen haben Steckernetzteile (und übrigens auch viele andere elektrische Geräte) eine Thermosicherung, oft in den Trafo eingewickelt, die bei Temperaturen um 100°C (je nach Gerät zwischen 65°C und 150°C) den Stromkreis auf Dauer unterbricht, bevor das Gerät so warm wird, daß es sich entzünden kann. Löst diese Thermosicherung aus, ist das Steckernetzteil Elektroschrott. Überbrücken der Thermosicherung ist möglich, aber führt unter Umständen zum Wohnungsbrand (3,5 kW Wärmeenergie wie oben beschrieben). Andere Geräte haben eine auswechselbare oder feste Feinsicherung, die bei überhöhter Stromaufnahme den Stromkreis unterbricht. Manche Geräte kombinieren auch beide Verfahren.
TÜV-, GS- und CE-Kennzeichen auf dem Typenschild bestätigen die Sicherheit, für Thermosicherungen gibt es ein eigenes Zeichen.
Und dann gibt es noch Billigdreck aus Billigstlohnländern, der absolut keine Sicherung hat, dafür aber gefälschte TÜV-, GS- und CE-Kennzeichen, und leicht entflammbare Materialien statt brandhemmenden.
In neueren Bedienungsanleitungen aller Art findet sich immer häufiger der Hinweis, daß man alle Stecker und Steckernetzteile so anordnen soll, daß sie leicht zugänglich sind. Dem kann ich mich nur anschließen, denn ein Laie kann nicht erkennen, ob ein Steckernetzteil wirklich sicher ist. Steckernetzteile sollte man vom Netz trennen (herausziehen oder über eine geschaltete Steckdosenleiste abschalten), wenn man das entsprechende Gerät nicht benötigt, das spart nicht nur Energie, sondern schützt auch vor Feuer in der Wohnung. Leicht entzündliches (Papier, Wolle, Textilien) hat in der Nähe von Elektrogeräten aller Art nichts zu suchen.
Alexander
Nein, ich beantworte keine Fragen per eMail. Dafür ist das Forum da.
Today I will gladly share my knowledge and experience, for there are no sweeter words than "I told you so".